Baut euch früh genug ein kompetentes Team an Mentoren auf

Berries App bietet jungen Menschen einen ganz simplen Einstieg in die Geldanlage

Stellt euch und das FinTech Startup Berries doch kurz unseren Lesern vor!
Mit der Berries App ermöglichen wir Menschen ihr Kleingeld zu investieren und schaffen eine Synthese zwischen der Welt des Sparens und der des Investierens. Das funktioniert folgendermaßen: Die Berries App rundet die Kartenzahlungen unserer Nutzer auf. Die Rundungsdifferenzen, genannt Round-Ups, werden gesammelt und automatisch in einem global diversifizierten und effizienten Investment-Portfolio angelegt, das individuell auf den Bedarf des jeweiligen Anwenders abgestimmt ist. Indem wir Geldanlage mit etwas verbinden, das Menschen alltäglich machen – nämlich Geld ausgeben – machen wir es unseren Nutzern unheimlich einfach, mit dem Investieren zu beginnen. Unsere Nutzer werden also sparen und anlegen, ohne dass sie die Auswirkungen direkt spüren, da es sich um „Kleingeld“ handelt. Gegründet haben wir Berries im Jahr 2016. Die Gründer sind Mike, Jannik, Fotios und Deniz und aktuell haben wir unseren Standort in Frankfurt. Zurzeit besteht unser Team aus sechs Personen.

Wie ist die Idee zu Berries App entstanden und wie habt ihr euch als Gründerteam zusammengefunden?
Jannik und Mike sind seit ihrer Jugend befreundet und haben während des Studiums der Finanzwirtschaft als Anlageberater im Vertrieb der Ergo Versicherungsgruppe gearbeitet. Dabei haben sie umfangreiche Einblicke in das Sparverhalten von Menschen gesammelt. In vielen Beratungsgesprächen konnten sie feststellen, dass Privatanleger systematische Fehler bei der Geldanlage begehen. Besonders schwerwiegend ist, dass ein Großteil der Bevölkerung überhaupt nicht am Kapitalmarkt teilnimmt. Diejenigen die aber investieren, halten undiversifizierte Portfolien mit unpassenden Risikoleveln, was dazu führt, dass Privatinvestoren hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Fotios hat mehrere Stationen im Banking gesehen und festgestellt, dass Privatinvestoren oftmals auch der Zugang zum Kapitalmarkt erschwert wird und ihnen relativ teuer erscheint. Die meisten Produkte maximiereneher den Profit des Finanzinstituts – der Mensch steht dabei nicht im Mittelpunkt. Diese gesammelten Erkenntnisse waren die Motivation zur Schaffung einer Investment-Plattform, die das Investieren unglaublich einfach macht und den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Fotios lernte Jannik und Mike während des Studiums an der Goethe-Universität in Frankfurt kennen. Deniz war vor Berries schon mal in einem Startup involviert und betreute dort die technische Umsetzung des Produkts. Die Idee zu Berries hat ihn so sehr begeistert, sodass er bei der Entwicklung vom Produkt beitragen wollte. Seitdem stellt er mit seiner Expertise und seinem Know-how die technische Komponente im Gründerteam dar.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie habt ihr euch finanziert?
Momentan finanzieren wir uns noch komplett selbst. Die Suche nach einer geeigneten Partnerbank hat für uns eine der größten Herausforderungen dargestellt. Unser Geschäft ist sehr kleinteilig, weshalb konventionelle Preismodelle von Banken für uns in der Regelnicht tragbar sind. Wir mussten eine Bank finden, die an unser Konzept glaubt und technisch sehr fortschrittlich ist, damit es möglich ist von marktüblichen Preismodellen abweichen zu können.Um das zu erreichen, haben wir mit nahezu allen Banken in Deutschland gesprochen, die unsere Depotabwicklung übernehmen könnten. Letztlich, haben wir uns mit einer Bank auf ein für beide Parteien tragbares Preismodell geeinigt und Abwicklungsprozesse definieren können, die deutlich geringere Transaktionskosten aufrufen als üblich. Wir freuen uns schon auf die kommende Zusammenarbeit. Ein weiterer Meilenstein war die Entwicklung unseres Prototyps mit dem wir eine Alpha-Testphase gestartet haben, um erste Funktionen der Berries App zu testen. Gerade werten wir die Ergebnisse unserer Test-User aus und können daraus erste positive Schlüsse ziehen, die für die Entwicklung unseres Produktes essentiell sind.

Wer ist die Zielgruppe der Berries App?
Hierbei handelt es sich primär um Millennials, alle jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Bei unseren Test-Usern fielen mehr als 90% in diese Altersgruppe. Millennials haben eine extrem hohe Technologieaffinität und sind auch die Bevölkerungsgruppe, die bisher am wenigsten Berührungspunkte mit dem Thema Investieren hatte. Laut Studien bleiben in Deutschland 86 von 100 Menschen dem Kapitalmarkt fern – bei den Millennials sind das sogar noch ein bisschen mehr. Genau dort setzt die Berries App an: Wir bieten gerade jungen Menschen einen ganz simplen Einstieg in die Geldanlage. Wir glauben, dass gerade Millennials hiervon besonders profitieren können, da wir wissen, wie wichtig es ist, früh mit dem Investieren anzufangen. Natürlich ist die Berries App auch für jeden anderen spannend – sowohl für Investment-Anfänger als auch für erfahrene Anleger.

Wie funktioniert die Berries App?
Zu Beginn synchronisiert der Kunde bei der Registrierung eine beliebige Anzahl an EC- oder Kreditkarten verschlüsselt mit der Berries App. Dafür loggt er sich über die Berries App mit seinem gewünschten Bank- oder Kreditkartenkonto ein. Jedes Mal, wenn der Kunde einen Einkauf mit der Karte bezahlt, wird dieser Betrag zum nächsten Euro aufgerundet. Bei 2,40€ also 60 Cent und bei 4,80€ beispielsweise 20 Cent. Falls jemandem der klassische Round-Up nicht genug sein sollte, kann man auch mehr aufrunden, zum Beispiel zum übernächsten Euro.Die gesammelten Round-Ups werden anschließend professionell in Indexfonds und ETFs investiert. ETFs sind börsengehandelte Indexfonds und bieten einen sehr günstigen Zugang zu einem breit gestreuten Anlageportfolio. Die Anlagestrategie erfolgt auf Basis eines Risikoprofils, welches bei der Registrierung individuell auf den Nutzer abgestimmt wird. Bei der Konzeption der Investment-Portfolien arbeiten wir mit einem Professor der Finanzwissenschaft und stehen im engen Austausch mit den Trading-Spezialisten unserer Partnerbank. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Nutzer der Berries App neben einer Flatrate von Investments im Alltag, eine Vielzahl an wertvollen Investment-Services wahrnehmen kann.

Welche Vorteile bietet die Berries App?
Wir versuchen unseren Nutzern das Investieren so einfach wie möglich zu machen. Dabei nutzen wir ein allseits bekanntes Konzept, um die Leute ans Investieren heranzuführen – nämlich das Kleingeld-Sparen. Die Berries App ermöglicht als Sprungbrett den Einstieg in die Geldanlage mit Kleinstbeträgen. Dabei werden jedoch immer die Risikobereitschaft und die Ziele des Nutzers berücksichtigt, die durch das Risikoprofil ermittelt werden. Auf Basis dessen empfehlen wir ihm ein passendes Portfolio zusammengesetzt aus Aktien und Anleihen, welche wiederum mit Indexfonds und ETFs abgebildet werden. Hierbei hilft uns die Wissenschaft und nobelpreisgekrönte Modelle – sowohl bei der Einschätzung des Risikoprofils des Kunden als auch bei der Auswahl der geeigneten Finanzinstrumente.

Berries, wo geht der Weg hin? Wo seht ihr euch in fünf Jahren?
Wir glauben fest daran, dass wir es schaffen werden, ein Problem zu lösen, das konventionelle Finanzlösungen bisher nicht geschafft haben – nämlich zu einem ersten Schritt beim Investieren zu motivieren und somit völlig neue Zielgruppen zu erschließen. Daher rechnen wir mit einigen hunderttausend Nutzern in den nächsten Jahren. Die Menschen müssen endlich verstehen, dass Investieren keinHexenwerk ist. Befolgt man die wichtigsten Grundregeln, ist es relativ einfach eine solide Rendite auf sein investiertes Kapital zu erhalten. Deshalb glauben wir, dass jeder Investor sein sollte. Denn die Prinzipien des Kapitalmarkts gelten immer – für jeden und zu jederzeit. Wenn wir mit unserem Produkt den Anteil derer, die nicht am Kapitalmarkt partizipieren, allein nur von 86% auf 85% senken können, dann haben wir schon viel erreicht.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würdet Ihr angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Redet über eure Idee – Wenn ihr eine tolle Geschäftsidee habt dann haltet sie nicht bis zur Verwirklichung unter Verschluss. Redet über eure Idee mit interessierten Leuten und auf Events. So knüpft ihr wertvolle Kontakte, die euch hilfreiche Tipps liefern. Tolle Ideen haben und klauen kann jeder aber worauf es ankommt ist die ‚Execution’.
2. Baut euch früh genug ein kompetentes Team an Mentoren auf – Gründer können meist nicht alle relevanten Bereiche mit ihrem eigenen Set an Erfahrungen abdecken.Wichtig ist, sich ein Team von Professionals mit langjähriger Erfahrung oder Gründern, die schon mal erfolgreich gegründet haben, aufzubauen, die euch in verschiedenen Bereichen wertvollen Input liefern und beraten können.
3. Bootstrapping so lange es geht – Verzichtet so lange wie möglich und sinnvoll auf externe Finanzierung. Gerade in der Anfangsphase könnt ihr viele Meilensteine in der Entwicklung eures Produktes aus eigener Tasche finanzieren. Wichtig ist eine sinnvolle Zusammenstellung des Gründerteams.Ein fertiges Produkt zu haben hilft dabei, professionelle Investoren zu überzeugen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Mike Brawanski, Jannik Olusoga, Fotios Antonos und Deniz Saner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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