Steve Blank – Viel geschrieben und noch mehr gelernt

Ich begann meine selbständigen Aktivitäten mit 14 und habe mich seitdem ständig weiterentwickelt. Ständig Fehler aufs Neue gemacht, gehadert, geärgert, gefreut, gefeiert, niedergeschlagen, erschüttert, ernüchtert. Die Serie zu Steve Blanks großartigen Videos hat mir geholfen mich und meine Visionen zu sortieren. Ich habe nicht für euch geschrieben, ich tat das für mich… Und ihr solltet das auch tun.

Vor alugha hatte ich ein Startup mit etwa 200 Mitarbeitern weltweit. Ich habe dabei am Ende sowas von (entschuldigt die Wortwahl) auf die Fresse bekommen, dass ich noch weitere 12 Jahre danach Schmerzen im Kiefer hatte. Ich war glücklicher Weise noch nie der Mensch, der die Schuld bei anderen gesucht hat – wenngleich ich so einige Beteiligte gehabt hätte, die aus Sicht anderer 99 % der Schuld getragen haben – und das hat auch einen guten Grund. Ich bin immer selbst an dem Schuld, was passiert… Ich muss nur weit genug zurückgehen an den Anfang, um zu erkennen, dass ich der Auslöser war. 

Bei alugha – mehr als eine Dekade später – sollte alles anders werden.

Ich wollte gewappnet sein, aber so ohne Studium in diesem Bereich und keiner besonderen Ausbildung im Bereich Business Development und Entrepreneurship, oder einer ausgiebigen Exkursion nach Stanford, Harvard… und wie sie alle heißen… würde das alles schwer werden. Irgendwann stieß ich in Recherchen für ein internes Projekt bei alugha auf Steve Blank und war von Minute 1 an total begeistert, er zog mich in seinen Bann und ich lernte einiges Neues dazu und verstand, wo ich – wie ein blutiger Anfänger – immer wieder dieselben Fehler machte. Ich fing also an, diese Sachen niederzuschreiben. Nun hätte ich ja einfach ein Textverarbeitungsprogramm nehmen und das alles machen können, für mich alleine.

Die Videos waren immer eine echte Bereicherung für mich und sicherlich unzählige Menschen weltweit auch. Ich beschloss zunächst einmal, dass wir die Sprachbarrieren seiner Videos verringern mussten, um mehr Menschen nahezubringen, wie man Fehler vermeiden kann. Mit jedem Video, das wir multilingualisiert haben, erkannte ich eine Situation in meinem eigenen täglichen Geschäft und mir wurde klar, dass ich mein Wissen nicht aufzwingen sollte, aber teilen müsste… teilen mit mir selbst, dennoch öffentlich. Ich nahm mir immer ein Video vor, verknüpfte es mit einer meiner eigenen Situationen, entwickelte mich weiter durch seine Strategien und schrieb dazu ergänzend, wie ich das erlebt, was ich daraus gelernt und wie ich es selbst gemacht habe. 

Mit jedem Beitrag, den ich schrieb (und es waren, glaube ich mehr als 60), erkannte ich mehr, wie ich mich selbst veränderte.

Ein interessantes Beispiel dazu. Wir haben immer für Kunden was fertig gemacht und sind sie dann angegangen. Das hat uns Geld und Zeit gekostet und uns von wichtigen Sachen abgehalten. Wir waren immer davon überzeugt, dass ein mehrsprachiges Video schon für sich selbst sprechen würde. Dummerweise wussten die meisten Kunden überhaupt nicht, dass ihnen hier etwas fehlen würde, sie verstanden den Wertbeitrag nicht. Wir sind es immer falsch angegangen. Dank meiner – ich wiederhole mich nicht ungern – für mich selbst geschriebenen Serie wurde mir immer mehr klar, dass ich hier einen Fehler in meiner Strategie hatte. Ich passte mich an und im Laufe der Zeit wurde es immer besser.

Als ich die Idee mit der Serie hatte, kam eine damalige Kollegin, die bei uns für den Blog zuständig war auf mich zu und meinte, dass sie die Idee gut fände und sie dann ja die Artikel schreiben würde. Ich erwiderte, dass ich darin keinen großen Nutzen sehe. Sie war eine gute Journalistin, aber eben kein Entrepreneur, kein CEO, nicht der Kopf in einem Startup, nicht die Person, die dem Sturm die Stirn als erster in der Reihe bietet. Ich war von Tag 1 an fest davon überzeugt, dass ich selbst sehr viel lernen würde und es nur darum geht, was kann ICH daraus lernen, welchen Wertbeitrag schaffe ich für mich selbst?

Mein Tag ist mehr als ausgefüllt und nicht selten habe ich eine 7-Tage-Woche und ich komme auch selten mal unter 280 oder mehr Stunden im Monat.

Aber hier war ich mir bewusst, ich muss mich „optimieren“, ich muss lernen, Fehler vermeiden, einen Wertbeitrag für mein Team schaffen und das kann ich nur, wenn ich es selbst mache.

Abschließend kann ich sagen, dass es für mich und mein unfassbar tolles Team, besonderer Dank geht hier an Helena und Jonas (die verteilen das sicherlich sehr gerne weiter an alle die mir so dabei geholfen haben wie Nuria, Andy, Rosi, Anna, Meike…), die mich so tatkräftig dabei unterstützt haben, eine lehrreiche Zeit war. Jetzt wo alles erledigt ist, sage ich: Hey cool! Würde ich SOFORT wieder machen.

Mein abschließender Rat an dich da draußen: Mach‘ etwas. Warte nicht auf andere. Mache es nur für dich, es ist völlig egal, wie viele Menschen deine Sachen lesen. Du bist die Hauptrolle in deinem eigenen Buch, welches du für dich schreibst. Nur so lernst du immer weiter dazu. Und jetzt? Na ja, jetzt gebe ICH weiter Vollgas! Hab ja noch ordentlich Arbeit vor mir mit alugha, wenn wir eine der bedeutendsten Plattformen werden wollen. Wir lesen uns garantiert wieder.

Bis bald, euer Bernd

Zu allen Beiträgen von Steve Blank

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bernd Korz

Dieser Artikel wurde von unserem CEO, Bernd Korz, geschrieben. Mit seiner Erfahrung als Unternehmer und Geschäftsmann, teilt er mit uns seine Sicht der Lektionen von Steve Blank. Folge unserer wöchentlichen Artikelreihe über die Lehren von Steve Blank!

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