Benjamin Schroeter: „Gründen“ ist kein Lifestyleprojekt sondern knallharte Arbeit

Treffen Sie Benjamin Schroeter auf der StartupCon in Köln

Stelle dich doch unseren Lesern kurz vor!
Ich heiße Benjamin Schroeter und habe die Firma Facelift vor gut 5 Jahren zusammen mit Teja Töpfer gegründet. Bei Facelift bin ich CEO und kümmere mich daher im Wesentlichen darum, dass wir ein erfolgreiches Geschäftsmodell haben und kontinuierlich wachsen.

Was waren für euch bei der Gründung der Facelift GmbH die größten Herausforderungen?
Wir haben uns gegen Gründungskapital von Investoren oder dem Staat entschieden. Daher mussten wir quasi von Stunde Null ein tragfähiges Geschäftsmodell haben. Dafür brauchten wir sehr schnell die ersten Kunden. Und diese ersten Kunden sind immer die schwersten. So war es auch bei uns.

Wer sind eure Kunden?
Wir haben über 1.000 Kunden, da kann man keine allgemeine Aussage treffen. Wir haben Kunden die haben 100 Mitarbeitern, wir haben Kunden die haben 100.000 Mitarbeiter. Wir haben Kunden aus allen Industrien, z.B. Konsumgütermarken, Handelsunternehmen, Banken, Pharma, Automobil und Medienkonzerne. Aber auch sehr viele Agenturen nutzen unsere Software.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Benjamin Schroeter aus?
Da wir mittlerweile rund 200 Mitarbeiter und ein sehr gutes Mittleres Management Team haben, hat sich meinen operativ Arbeitsalltag insbesondere in den letzten 1-2 Jahren deutlich verändert. Ich versuche die Fragen zu beantworten, die die Firma substantiell nach vorne bringen. Beispiel: Was ist die richtige Salesstory? Was ist das beste Pricing? Wie ist die richtige Teamkonfiguration?
Dafür bin ich viel in der Firma (natürlich auch um unserer regelmäßigen Jour Fixes mit den Teams zu machen), mache aber auch regelmäßig „Offsites“ d.h. ich arbeite von zu Hause oder unterwegs. Für mich hilft ein räumlicher Wechsel, wenn ich kreativ sein muss oder will. In Arbeitszeit würde ich schätzen, dass ich eine 50-Stunden-Woche habe. Die ist konzentriert auf Montag bis Freitag, aber am Wochenende hört mein Kopf natürlich nicht auf über und für Facelift nachzudenken.

Über welches Thema wirst du auf der StartupCon referieren?
Ich denke, ich werde über das Thema „Lessons learned“ sprechen. Dabei werde ich meine eigene Geschichte bzw. die von Facelift erzählen, z.B. warum wir erst nach 50 festen Mitarbeitern einen Investor aufgenommen haben und wie man eine „kalte Enteignung“ durch Investoren verhindert.

Bootstraping oder doch lieber einen Investor ins Boot holen?
Erst bootstrapping, dann Investor. Wer zu früh Anteil abgibt, bekommt später ein Problem.

Welches sind die größten Fehler Junger Gründer?
Im B2B Segment: Sie investieren nicht aggressiv genug in Sales.
Im B2C Segment: Sie gehen zu spät live.

Welches war das letzte Buch das du gelesen hast?
„Shoe Dog“. Die Biografie des Nike-Gründers Phil Knight.

Wo siehst du dich in den nächsten fünf Jahren?
Bei Facelift.

Welche 3 Tipps hast du für Gründer?
• Macht Euch nichts vor –„Gründen“ ist kein Lifestyleprojekt sondern knallharte Arbeit.
• Schnell ran an die Kunden – nur so lernt ihr, ob ihr auf dem richtigen Weg seit.
• Stellt keine Gurken ein – in den USA heißt es „Hireslow, fire fast“. Das ist sehr weise.

Wir bedanken uns bei Benjamin Schroeter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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