Seid in jeder Hinsicht professionell

Benjamin Junghans Mentor in der Gründermotor Meisterklasse im Interview

Stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Benjamin Junghans, 38 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Ich arbeite seit 15 Jahren bei STIHL: Ein tolles, stetig wachsendes Unternehmen, bekannt durch Motorsägen und neben dem Forst auch im Garten- und Landschaftsbau sowie im privaten Garten zuhause. Bei STIHL durfte ich verschiedene Positionen begleiten; seit 2018 bin ich verantwortlich für Corporate Venturing, also Startup-Investments und -Kollaborationen mit der STIHL Digital GmbH (www.stihldigital.com).

Warum haben Sie sich entschieden, als Mentor bei der Meisterklasse mitzuwirken?

Für mich ist Dazulernen ein Grundbedürfnis. In der Meisterklasse treffe ich auf wissbegierige Gründer und habe dort die Möglichkeit, mein Wissen über Startups aus der Sicht eines Corporates, also STIHL, zu teilen. Das gewonnene Wissen stelle ich gerne Gründern zur Verfügung, die versuchen, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Darüber hinaus ist es mir eine Herzensangelegenheit, Gründerkultur und Gründungsbedingungen hier in der Region zu verbessern, damit wir auch bei neuen Geschäftsmodellen und Technologien ganz vorne mit dabei sind. 

Wie ist das Feedback?

Benjamin Junghans: Durchweg positiv. Durch die aktuelle „online only“-Beschränkung ist es aber natürlich schwierig, spontanes Feedback und Zwischentöne einzufangen. Ich selbst hätte mir mehr konkrete Fragen der Neu-Gründer gewünscht. Aber vermutlich beschäftigen sich Gründer in einem frühen Stadium noch nicht mit der Vielzahl an Fragen, die ich mit reiferen Startups diskutiere.

Wie bewerten Sie die Startup-Szene in Baden- Württemberg?

Wissen und Talent sind ohne Zweifel da. Manchmal wünsche ich mir allerdings mehr Mut, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Auf der anderen Seite braucht es auch mehr professionelles Risikokapital bzw. mehr Mut bei den Risikokapitalinvestoren, die in Stuttgart und Umgebung angesiedelt sind.  

Welches Unternehmen haben Sie selbst gegründet?

Bei STIHL hatte ich das Glück, drei Unternehmensgründungen mit unterstützen zu dürfen. Der Aufbau der STIHL Digital und unseres Company Builders SDP (www.sdp-team.de) waren dabei besonders spannend. Kürzlich haben wir für die SDP das Startup FOVEA (www.fovea.eu) akquiriert. Für den Gründer Manfred Ide war das wie eine zweite Gründung im Turbogang.

Was wünschen Sie sich von Politik und Wirtschaft für die Gründerszene?

Benjamin Junghans: Von Seiten der Politik gibt es noch einige Hausaufgaben, ganz vorne die hinderliche Besteuerung von Mitarbeiter-Optionsprogrammen und die Auszahlung der Corona-Hilfen. Seitens der Wirtschaft würde ich mich freuen, wenn Unternehmen und Unternehmer deutlich stärker in die Asset Klasse „Startups“ investieren, ob über Family Offices oder Investments entsprechender Funds. Aber auch hier muss die Politik einen Rahmen schaffen, in dem solche Investments auch für Versicherungen und Pensionskassen möglich werden.

Welche Bücher können Sie unseren Lesern empfehlen?

In meinem Job hilft mir „Dealterms.vc: Von Handwerk, Kunst und Philosophie der Venture-Capital-Finanzierung von Startups in Deutschland“ von Nikolas Samios und Anja Arnold.

Als Augenöffner für KI und Digital-Kapitalismus dann noch einen Klassiker: „Ego: Das Spiel des Lebens“ von Frank Schirrmacher.

Sind Sie in den sozialen Medien aktiv, wenn ja, welche nutzen Sie?

Ich verwende vor allem LinkedIn und poste auch hin und wieder etwas. Hier teilt sich die Venture-Community mit. Und das weltweit.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1.    Geht früh mit ersten Produkten/Lösungen zu Euren Kunden und verlangt dafür Geld.

2.    Seid in jeder Hinsicht professionell – nur so könnt ihr potentielle Kunden und Investoren überzeugen.

3.    Beseitigt blinde Flecken in den Kompetenzen Eures Gründer-Teams.

Wir bedanken uns bei Benjamin Junghans für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Markus Elsässer

Markus Elsässer ist 48 Jahre jung, Verleger und Herausgeber des StartupValley Magazins. Seine Karriere startete er, in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Er ist ein Auto und Technik begeisterter Querdenker. Verliebt in die Startup-Szene, was Ihn dazu bewogen hat, mit StartupValley Magazine ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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