Sonntag, November 28, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

beeskin Bienenwachstücher als nachhaltige Alternative zur Plastikfolie

Stellen Sie sich und das Startup beeskin doch kurz unseren Lesern vor!

Wir produzieren die beeskin Bienenwachstücher als nachhaltige Alternative zur Plastikfolie. Das Geheimnis unserer beeskins ist, dass sich zwischen Tuch und Lebensmittel keine Kondensflüssigkeit bildet und Lebensmittel länger haltbar sein können. Vor allem Lebensmittel wie Brot, Käse oder frischer Salat, die in Plastik eingewickelt schnell ungenießbar werden, halten sich durch die atmungsaktive und antibakterielle Wirkung sehr viel länger. Außerdem vermeidet man mit beeskin Plastikfolie, von der jeder deutsche Haushalt im Schnitt 100 Meter pro Jahr verbraucht und nach einmaliger Nutzung einfach wegschmeißt. Mittlerweile sind wir europaweit in mehreren Ländern vertreten und werden ab Januar 2020 auch in knapp 4.000 stationären Verkaufsstellen zu finden sein. 

Christian und ich sind seit fast zwölf Jahren verheiratet und wir haben zwei Kinder im Alter von neun und zehneinhalb Jahren. Ich habe in den USA Kunst studiert und mit dem Bachelor in Fine Arts abgeschlossen. Christian ist gelernter Betriebswirt, ein Unternehmer, der mehrere erfolgreiche Startups im Digitalbereich gegründet hat und außerdem ein begeisterter Tüftler und Heimwerker.  

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Christian und ich haben beeskin vor rund einem Jahr gegründet. Ich hatte Bienenwachstücher vor Jahren in den USA gesehen und war begeistert. Als ich dann gesehen habe, dass man in unseren Biomärkten nur Tücher aus USA oder Asien kaufen kann, habe ich beschlossen, diese selbst herzustellen. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum ein nachhaltiges Produkt quer über den Ozean transportiert werden muss. Alle Rohstoffe, die wir brauchen, finden wir auch hier in Europa. Also startete ich bei uns in der Küche mit Bügeleisen, Backofen und der Produktion kleiner Mengen.

Mein Mann hatte zu diesem Zeitpunkt nach 15 sehr erfolgreichen Jahren seine Digitalfirma verkauft, um unsere gemeinsame Vision nachhaltig hergestellter Bienenwachstücher zu verwirklichen. Christian begann zu tüfteln, sammelte Ideen und konnte in unserem Keller eine Maschine konzipieren, mit der wir größere Mengen optimal mit Wachs beschichten und so noch mehr Menschen mit unserer Plastikfolien-Alternative erreichen können. 

Was war bei der Gründung von beeskin die größte Herausforderung?

Zunächst war es eine riesige Hürde für mich, alles unter einen Hut zu bringen. Denn die Kinder sind ja nach wie vor da, wünschen sich unsere Aufmerksamkeit. Sie werden so schnell groß und ich möchte die Zeit gemeinsam mit ihnen nutzen können. Gerade in der Anfangszeit kümmern wir uns um alles selbst. Ich habe zum Beispiel die Website programmiert, zeitgleich die Verpackungen konzipiert, designt und gedruckt, Fotos gemacht, mich um den Vertrieb gekümmert und Partner gesucht. Der Tag hat einfach immer zu wenig Stunden, zudem kommen ständig ungeplante Herausforderungen dazu. Aber gerade diese Herausforderungen bereiten uns am meisten Spaß und bringen uns mit beeskin Schritt für Schritt voran.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Man kann nicht nur, man muss mit einer Idee starten, auch wenn nicht alles perfekt ist. Das Unternehmertum ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. Der eine erhält direkt einen Großauftrag, andere müssen bis zum ersten Erfolg eine lange Durststrecke überwinden. Es ist doch genau diese Ungewissheit, die unsere Unternehmungen so spannend machen. Mein Tipp: Augen zu und rein ins Abenteuer. 

Welche Vision steckt hinter beeskin?

Wir möchten unseren Kindern ein Leben in einer intakten Umwelt, mit Ozeanen ohne Plastikmüll und konstantem Klima, ermöglichen. Wir wollen mit beeskin und unseren nachhaltigen Produkten die Menschen zum Umdenken bewegen, auch wenn uns völlig klar ist, dass unser Anteil an dieser Zukunftsvision sehr klein ist. Nur, wenn jeder seinen Teil beiträgt, haben wir eine realistische Chance. Der Gedanke der Nachhaltigkeit begeisterte uns von Anfang an und hat uns zur Umsetzung dieser Idee getrieben.

Bienenwachstücher sind keine neue Erfindung, aber vollkommen in Vergessenheit geraten. Wir möchten diese für den Großteil der Menschen finanzierbar machen. Außerdem möchten wir alle Stakeholder unseres Unternehmens, vom Kunden über den Mitarbeiter bis zu unseren Zulieferern, fair behandeln. Wir sind zu 100 Prozent ein Familienunternehmen und wollen keine zusätzlichen Investoren an Bord holen. So stellen wir sicher, dass wir ein Unternehmen mit gesundem Wachstum und ohne übertriebene Rendite- und Wachstumsansprüche sind und bleiben. 

beeskin Bienenwachstücher nachhaltige Alternative

Wer ist die Zielgruppe von beeskin?

Unsere Kernzielgruppe sind Frauen ab 30 Jahren, die gerne auf Plastik verzichten. Allerdings gibt es auch immer mehr junge Menschen, die sich für Nachhaltigkeit interessieren und von unseren Produkten überzeugt sind.

Was ist das Besondere an Bienenwachs?

Bienenwachs hat von Haus aus eine antibakterielle Wirkung durch die Substanz Propolis, welches im Wachs enthalten ist. Während Plastikfolie die Feuchtigkeit im Inneren einschließt und schnell Schimmel entstehen lässt, erzeugt das Bienenwachs eine Diffusion und hält die Luftfeuchtigkeit im Inneren konstant.

Wie ist das Feedback?

Das Feedback ist durchweg sehr positiv und die meisten unserer Kunden sind von beeskin überzeugt. So bewerten uns 90 Prozent der Kunden mit fünf von fünf möglichen Sternen, weitere acht Prozent geben uns vier von fünf Sternen. 

beeskin, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir möchten unser gesundes Wachstum in den kommenden Jahren beibehalten und möglichst viele Menschen davon überzeugen, auf Plastikfolie zu verzichten. Ein Export nach Amerika oder Asien kommt dabei für uns nicht infrage, sondern sehen unser Kerngeschäft aus Nachhaltigkeitsgründen in Europa. Wir möchten einen „New Deal“, bei dem die Interessen unserer Stakeholder berücksichtigt werden. Wir sehen unsere Mitarbeiter nicht als Maschinen, sondern als Menschen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Habt keine Angst, verfolgt eure Ideen und gebt niemals auf.

Stellt nicht das Geld, sondern euer Interesse an der Tätigkeit in den Vordergrund.

Arbeitet mit euren Partnern stets auf Augenhöhe und entwickelt so langanhaltende und vertrauensvolle Partnerschaften.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christina Sauer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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