Sich nicht von Mansplaining unterkriegen lassen

BEARS WITH BENEFITS Nahrungsergänzungsmittel in Form von Gummibärchen: Beauty Bärchen

Stellen Sie sich und das Startup BEARS WITH BENEFITS doch kurz unseren Lesern vor!

BEARS WITH BENEFITS sind eine neue Generation von Nahrungsergänzungsmitteln in Form von leckeren Gummibärchen. Dabei handelt es sich um hochkonzentrierte Beautyvitamin-Komplexe, die wir gemeinsam mit Pharmazeuten und Ernährungsmedizinern für die natürliche Schönheit von innen entwickeln. Unser erstes Produkt, die „Ah-mazing Hair Vitamins“ für gesunde Haut, Haare und Nägel entwickelte sich aus dem Stand zu einem Kategorie-Bestseller auf Amazon – die deutschlandweite Listung bei Douglas folgte prompt. Heute sind wir mit unseren Bärchen neben Douglas auch deutschlandweit bei dm, Rossmann, QVC und Flaconi gelistet sowie bei BIPA in Österreich und bei Marionnaud in der Schweiz. Zudem betreiben unseren eigenen Onlineshop und bauen eine Community zum Thema „Beauty Empowerment“ auf. Wir haben mittlerweile 6 eigene Formulierungen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben in der einerseits sehr großen und wachsenden, andererseits aber doch recht innovationsfreien Kategorie der Nahrungsergänzungsmittel sowie in dem allgemeinen Trend der Kosmetikindustrie hin zu „natural beauty“ eine große Chance für ein modernes, cleanes, feminines Nahrungsergänzungsmittel gesehen, dass wir als „Beauty Produkt“ für Schönheit von innen positionieren.

So haben wir 2018 BEARS WITH BENEFITS in München gegründet. Auslöser war, dass wir, wie wahrscheinlich viele Frauen in Deutschland, zwischen Büro, Kita und Yogastudio hin und her gehetzt sind und nebenbei versucht haben, uns ausgewogen zu ernähren, entsprechend einzukaufen und frisch zu kochen. Mit dem Ergebnis, dass wir immer müder aussahen, die Haare immer unfrisierter und das schlechte Gewissen immer größer wurde.

Wir wollten einen Weg finden, wie wir ein gutes und gesundes Lebensgefühl einfach und ohne zusätzlichen Stress in den Alltag integrieren können. Dabei haben wir festgestellt, dass die vorhandenen Nahrungsergänzungsmittel irgendwie aus der Zeit gefallen schienen. Angefangen bei überflüssigen künstlichen Zusätzen, die verstaubte und maskulin-rationale Produktpräsentation, die eher an bittere Arznei erinnert, als an eine positiv besetzte Beautyroutine, nach der wir ja eigentlich gesucht hatten.

Das war die Geburtsstunde von BEARS WITH BENEFITS: Ein Beautyprodukt, dessen Einnahme man nicht vergisst, sondern das man gerne zu sich nimmt und sich jeden Tag aufs Neue darauf freut. Mit natürlichen Inhaltsstoffen, vegan wo es geht, mit oder ohne Zucker erhältlich und ohne künstliche Zusätze oder Allergene.

Was war bei der Gründung von BEARS WITH BENEFITS die größte Herausforderung?

Unsere größte Herausforderung war es, die richtigen Partner zu finden. Wir sind selbst Marketingexperten und stark in der Exekution, wollten aber auch aus R&D Perspektive von Anfang an ein erstklassiges Produkt auf höchstem Qualitätsniveau. Wir wollten vom üblichen „Standard“ abweichen, mit einer ganz individuellen und hochpotenten Formulierung und einzigartigem Packaging – clean, vegan und nachhaltig. Als Start-up war es nicht einfach, noch ohne relevante Mengen und Historie hier einen Fuß in die Tür zu bekommen und sich Gehör zu verschaffen. Heute produzieren wir in Deutschland mit einem tollen Team aus Pharmazeuten und Ernährungsmedizinern.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Absolut! Lieber unperfekt starten, als perfekt zu warten. Wir haben bewusst ein digital optimiertes Packaging entwickelt und damit unsere ersten Schritte auf Amazon gemacht. Wir hatten hier schnell sehr hohe Conversionrates und konnten so auch schnell erste Learnings und wertvolles Kundenfeedback sammeln. Dieses ist permanent in die Produktentwicklung eingeflossen. Unsere Produkte sind daher nicht „im stillen Kämmerchen“ entwickelt, sondern aktiv durch Feedback aus der Community immer wieder an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet und sehr „nah“ dran. Heute betreiben wir diese Methode auch aktiv mit unseren Instagram-Followern und stehen in regem Austausch mit unserer Community. 

Welche Vision steckt hinter BEARS WITH BENEFITS?

Wir möchten den europäischen Markt für Nahrungsergänzungsmittel revolutionieren und diese angestaubte Kategorie für eine neue, weibliche Zielgruppe öffnen. Wir möchten die Nummer 1 im Bereich Beauty Food werden. Als BEARS WITH BENEFITS glauben wir, dass jede Frau ihre eigene, natürliche Schönheit besitzt, die wir mit unseren hochkonzentrierten Beautyvitamin-Komplexen von innen heraus unterstützen und zum Strahlen bringen.

Unser Ziel: Mit unseren Produkten eine einfache, hochwirksame Beautyroutine zu schaffen, die Spaß macht und Frauen dabei unterstützt, ihre individuellen Schönheits- und Gesundheitsziele in jeder Lebenssituation und mit jedem Lebensstil zu erreichen. Eingebettet in einen positiv besetzten, ganzheitlichen Ansatz: „Beauty Empowerment“. Das Verständnis des eigenen Körpers, seiner Signale und Bedürfnisse zu schärfen und proaktiv zu beeinflussen. 

Wer ist die Zielgruppe von BEARS WITH BENEFITS?

Unsere Zielgruppe sind Frauen jeder Altersklasse. Mit unseren inzwischen 6 Produkten sprechen wir z.B. junge Frauen mit Problemhaut genauso wie ältere Frauen mit Zeichen erster Hautalterung an. Und natürlich sind wir mit unserem fröhlichen, positiven Packaging besonders attraktiv für die „Generation Instagram“ und nutzen diesen Marketing-Kanal intensiv. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist zwar groß, aber andere Anbieter sind oft deutlich geringer dosiert, oder mit künstlichen Farbstoffen, Trennmitteln oder Füllmitteln versetzt, worauf wir vollständig verzichten. Zudem sind unsere Beauty-Bärchen die einzigen, die ganz ohne Zucker auskommen und wir entwickeln die Produkte gemeinsam mit Pharmazeuten und Ernährungsmedizinern in Deutschland. Zudem suggeriert der Markenauftritt von Mitbewerbern meistens: Du bist krank, hast einen Mangel, musst etwas optimieren. Nahrungsergänzungsmittel sind oft sehr altbacken, freudlos, maskulin und rational, dies schließt große Teile der relevanten Zielgruppe wie junge, feminine Millenials aus. Diese suchen mit dem Trend zu natürlicher Schönheit gezielt Beauty-Produkte, mit denen sie bestimmte Beautyneeds von innen unterstützen können und die gleichzeitig ihrem Lebensgefühl entsprechen. Bei klassischen Nahrungsergänzungsmitteln werden sie da nicht fündig.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Als Beauty- bzw. Health-Produkt gehören wir glücklicherweise zu keiner gebeutelten Branche. Im Gegenteil – das Bewusstsein für Gesundheit und ein starkes Immunsystem in der Bevölkerung wurde sogar deutlich gestärkt. Auch sind wir zum Glück schon sehr breit distribuiert: Kunden wie dm und Rossmann hatten keine Filialschließungen und haben weiterhin geordert. Zudem funktionieren unsere Produkte gerade online sehr stark. Daher konnten wir die temporäre Schließung der stationären Douglas-Filialen zum Glück gut kompensieren. Und es hat sich natürlich bewährt, dass wir als Unternehmen ohne Fremdinvestoren äußerst lean aufgestellt sind, keine unnötig großen Kostenblöcke haben und sehr flexibel und problemlos auf das Arbeiten im Homeoffice umstellen konnten.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben von Anfang an auf eine breite Distribution geachtet und neben dem Geschäft mit Retail-Partnern auch unseren eigenen Onlineshop aufgebaut. Unser Shop hat zwar erst vor 4 Monaten eröffnet, trägt aber inzwischen schon relevant zu unserem Umsatz bei. Damit konnten wir ausgefallenes Filialgeschäft auffangen und Marketing-Budgets gezielt einsetzen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Vor allem zeigt die Krise, wie wichtig die Bereitschaft zu Change ist. Das gilt für Start-ups genauso wie für alteingesessene Unternehmen. Die Pandemie hat gezeigt, wie schnell sicher geglaubte Strukturen einbrechen können und verlangt eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit. Es wird belohnt, breit aufgestellt zu sein und sich nicht auf einen einzigen Absatz- oder Marketing-Kanal zu verlassen. Und Kosten im Zweifel schnell herunterfahren oder Budgets neu verteilen zu können. Während der Einzelhandel geschlossen war, waren die Preise auf Google, Facebook und Instagram beispielsweise so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Wer hier schnell reagieren konnte, hat davon profitiert.

BEARS WITH BENEFITS, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir uns als #1 in der Beautyfood-Kategorie. Wir expandieren derzeit stark in Europa und tasten uns auch bereits in erste außer-europäische Märkte wie Asien oder Südamerika vor. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Done is better than perfect: Gerade Frauen neigen gerne mal zu Perfektionismus. Wir sagen: lieber schnell in einem kleineren „Testmarkt“ loslegen, die Thesen über den Markt, das eigene Produkt und die Kunden schnell aktiv prüfen, ggf. überdenken und kontinuierlich besser machen! Dabei kann man auch ruhig seine eigene Geschwindigkeit gehen und muss nicht gleich zu viel auf einmal machen. Wir haben bewusst mit einem Produkt bei Amazon „gelernt“, den dort vorhandenen Traffic genutzt, das Produkt optimiert und darüber unseren Business Case geschaffen. Mit diesen Verkaufszahlen konnten wir erst DOUGLAS überzeugen, dann dm, Rossmann, QVC usw.

Sich nicht von „Mansplaining“ unterkriegen lassen: Gerade in der Anfangszeit hat man uns so oft erzählt, was nicht geht. Und manche Männer wollen einem dann auch gleich die Welt und das eigene Business erklären. Damit sollte man sich nicht zufrieden geben! Es gibt immer einen Weg – man muss nur hartnäckig und am Ball bleiben und darf sich nicht so schnell abspeisen lassen.

Netzwerk-Power: Inzwischen gibt es im Start-up Bereich so viele tolle Frauen, die einen bereitwillig unterstützen und Türen öffnen. Das gilt natürlich besonders für die Beauty- und Fashion-Branche, wird aber auch in anderen Branchen immer stärker. Wir haben von Tina Müller (CEO Douglas) bis Lea-Sophie Cramer (Ex-CEO Amorelie) schon so viel tolle Unterstützung von starken Frauen erfahren dürfen und möchten auch unsere Erfahrungen aktiv weitergeben! 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Marlena Hien und Laurence Saunier für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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