Bayern Kapital investiert in Foodtech-Start-up Delicious Data

Bayern Kapital investiert zusammen mit einer Reihe weiterer namhafter Investoren im Rahmen einer Seed-Runde in Delicious Data aus München.

Das Foodtech-Start-up hat eine Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) auf Basis Künstlicher Intelligenz entwickelt, mit der Warenverkäufe in der Gastronomie prognostiziert werden können. Das vermindert das Wegwerfen nicht verbrauchter Nahrungsmittel, ermöglicht nachhaltigere Betriebsabläufe und kann für Gastronomiebetriebe im Ergebnis Kosten reduzieren. Neben Bayern Kapital beteiligen sich Myke Näf (Gründer von Doodle), Clarissa und Michael Käfer (Käfer Capital), die GeMü Beteiligungs GmbH sowie ein weiterer Privatinvestor an Delicious Data. Die Finanzierung und das Investorennetzwerk wurden über das BayStartUP-Netzwerk arrangiert.

Delicious Data (vormals noyanum) wurde 2017 gegründet und verfolgt seitdem die Idee, durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz die große Menge an Lebensmittelabfällen in der Gastronomie zu reduzieren und damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in diesem Sektor zu leisten. Laut aktueller Schätzungen auf Basis von Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wandern bei Großverbrauchern jedes Jahr allein in Deutschland etwa 1,9 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Abfall. 

Eine der Ursachen dafür ist, dass Kantinen, Mensen und Restaurants Essen vor- und zubereiten, welches dann nicht ausreichend nachgefragt wird. Meist entsteht diese Situation durch Unsicherheiten in der Planung. Der von Delicious Data entwickelte Algorithmus setzt hier an und kann auf Basis von Künstlicher Intelligenz Warenabsatzzahlen prognostizieren. Dazu analysiert das Programm die Verkaufshistorie eines Gastronomiebetriebs und kombiniert diese mit externen Faktoren wie Wetter oder Urlaubszeiten.

Im Ergebnis können sich Gastronomen bzw. Küchenleitungen auf präzise Prognosen für die benötigte Anzahl an Essen stützen. 

Das ermöglicht detaillierte Tages- und Einkaufsplanungen, spart Kosten, reduziert Lebensmittelabfälle und ermöglicht nachhaltigere Betriebsabläufe. Die SaaS-Lösung von Delicious Data richtet sich an gastronomische Großbetriebe wie Hochschulmensen, Betriebskantinen, Krankenhäuser oder die Systemgastronomie. Die Software befindet sich bereits im Livebetrieb bei über 30 Hochschulmensen. 

Mittlerweile wird die Software in drei Betrieben bei Deutschlands zweitgrößtem Cateringdienstleister Aramark getestet. Das entspricht aktuell Essensprognosen für rund 30.000 Gäste täglich.

Das Start-up plant, die Mittel aus der Seed-Runde für die Weiterentwicklung des Prognosesystems, für die Gewinnung neuer Kunden sowie für die Einstellung neuer Mitarbeiter zu verwenden. Im nächsten Schritt möchte Delicious Data in die Marktsegmente Hotellerie, Freizeit- und Verkehrsgastronomie vorstoßen.

Dr. Georg Ried, Geschäftsführer von Bayern Kapital, sagt: „Delicious Data trifft mit seiner Software den Nerv der Zeit und verbindet Nachhaltigkeit mit erhöhter Wirtschaftlichkeit in einem milliardenschweren Sektor. Wir waren beeindruckt, wie ausgereift das Produkt bereits ist und welche Einsparungen an Lebensmitteln und Kosten es im realen Betrieb ermöglicht. Das Team von Delicious Data unterstützen wir gerne dabei, neue Kundengruppen anzusprechen und die Software weiter zu verfeinern. Im Markt besteht großes Potential, was letztlich auch der Umwelt zugutekommt.“

Quelle IWK GmbH

redaktion

Startups sind mit ihrer Innovationskraft und Kreativität der Motor der globalen Wirtschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir bieten akribisch recherchierte Informationen über Gründer und Startups. Neben Porträts junger Unternehmer und erfolgreicher Startups und deren Erfahrungen liegt der Fokus auf KnowHow von A bis Z sowohl für Gründer und Startups als auch für Investoren, Ideengeber und Interessierte. Wir begleiten, Startups von der Gründungsphase bis zum erfolgreichen Exit.

Schreibe einen Kommentar

X