Montag, April 19, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

baiki ist ein universelles Befestigungsband, mit dem sich mit einem Handgriff diverse Gegenstände sicher am Fahrrad befestigen lassen

Stellen Sie sich und das Startup baiki doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Mathias (32): Ingenieur, Unternehmer und leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Mit der Unterstützung von Freunden und Studienkollegen habe ich baiki entwickelt – ein innovatives und praktisches Spanngummi fürs Fahrrad. baiki ist ein universelles Befestigungsband, mit dem sich mit einem Handgriff diverse Gegenstände sicher am Fahrrad befestigen lassen – egal ob Jacke, Flasche, Werkzeug oder Handy. Das gleichnamige Startup habe ich im September 2019 gegründet und seit Dezember 2019 wird baiki online und lokal in ganz Deutschland verkauft.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Um meine Idee(n) Realität werden zu lassen und sie mit anderen zu teilen. Ich denke, wenn man eine Idee hat, die einen nicht mehr loslässt, dann sollte man sie unbedingt weiterverfolgen. Denn nur so kann man sehen, was daraus mit der eigenen Leistung entstehen kann und erleben, wie sie bei Anderen die gleiche Begeisterung erzeugt.

Welche Vision steckt hinter baiki?

Die Vision, den Alltag mit Fahrrad leichter zu machen. Egal ob auf der ausgedehnten Tour durch die Berge oder auf dem kurzen Stadtweg zum Bäcker – immer hat man irgendetwas dabei, von dem man nicht so recht weiß, wohin damit. Luftpumpe? Halterung abgebrochen. Fahrradschloss? Zu groß für die Trikottasche. Die Regenjacke hängt in den Speichen, aber ein Rucksack nervt beim Fahren.

Mit baiki lassen sich alle Gegenstände und Kleinigkeiten im Handumdrehen sicher am Fahrrad befestigen. Egal was, egal wo. baiki ist flexibel und hält Dinge jeder Form. Und wenn man diese dann braucht, sind sie mit einem Handgriff wieder gelöst, ohne langes Kramen und Suchen in der Fahrradtasche.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die grundlegende Idee ist aus der eigenen Erfahrung beim Fahrradfahren und dem Wunsch nach einem schnellen und vor allem universellen Befestigungstool entstanden. Die ersten Versuche mit Gummibändern in Form einer 8 waren schnell gemacht. Doch der Weg bis zum fertigen Produkt hielt viele Herausforderungen bereit:

So wurde die ganz besondere Form mit Hilfe 3D-gedruckter Prototypen und computersimulierter Optimierung der Geometrie immer weiter optimiert; bis zum fertigen Produkt mit seinen vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Ebenso musste das ideale Material gefunden werden, das flexibel, stark, rutschfest und gleichzeitig beständig gegen Wasser, Öle, Kälte und Sonne ist.

Als Neugründer stellen natürlich auch der Gründungsprozess, die Entwicklung von Produktion und Vertriebsnetz sowie die Finanzierung große Herausforderungen dar. Dank meiner Erfahrungen aus dem Studium Engineering and Management und der Unterstützung von Studienkollegen und Gründernetzwerken konnte ich diese Herausforderungen meistern und das Startup schließlich vollständig eigenfinanziert gründen.

Wer ist die Zielgruppe von baiki?

baiki ist perfekt für alle, die gerne mit dem Fahrrad unterwegs sind und dabei einen kleinen, praktischen Helfer dabeihaben möchten, der ihnen im wahrsten Sinne des Wortes einiges abnimmt. Auf dem täglichen oder spontanen Weg mit dem Rad durch die Stadt genauso wie auf ausgedehnten Touren. baiki passt an jedes Fahrrad, egal ob puristisches Stadtrad, E-Bike für Touren oder Mountainbike und hält dort auch spontan alle Dinge, die man sonst in die Tasche stopfen müsste oder am Lenker baumeln hätte.

Und darüber hinaus haben Andere noch viele weitere kreative Einsatzmöglichkeiten gefunden: Eine Kundin hat erzählt, sie verwendet baiki, um den nassen Regenschirm am Riemen ihrer Handtasche zu befestigen, wenn sie unterwegs ist. So muss der nasse Schirm nicht in die Tasche und auch nicht in der Hand getragen werden. Und ein Fotograf verwendet baiki, um bei Shootings Reflektoren schnell hier und da zu befestigen. Der praktische Nutzen von baiki geht also offensichtlich noch weit über die ursprünglich anvisierte Zielgruppe hinaus.

Wie funktioniert baiki? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der Clou liegt darin, dass baiki selbst direkt an jedem Teil eines Fahrrads ohne weitere Hilfsmittel befestigt werden kann, auch wenn dort keine Schrauben, Ösen oder ähnliches vorhanden sind. baiki hält zum Beispiel an Rahmen, Lenker oder Sattelstütze und bietet dort durch seine besondere Form starke und flexible Schlaufen, um Gegenstände unterschiedlicher Geometrie und Größe sicher zu halten. Genau da, wo klassische Spanngummis mit Haken scheitern. Diese besondere, funktionale Form ist einzigartig und international als Design Patent geschützt.

baiki ist darüber hinaus unendlich oft wiederverwendbar und durch sein rutschfestes und weiches Material kann nichts verkratzen oder beschädigt werden. Außerdem ist baiki ganz klein und mit nur rund 10 g sehr leicht und kann somit immer dabei sein – von Anfang an im Einsatz oder für alle Fälle in der Hosentasche.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die geschäftliche Ausrichtung des Unternehmens umfasst zwei Bereiche, die beide durch die mit Corona einhergehenden Einschränkungen betroffen sind:

Zum einen das Endkundengeschäft, das Fahrradbegeisterte oder auch Menschen, die ein Geschenk suchen, direkt adressiert. Der Vertrieb läuft in diesem Bereich sowohl online als auch über den regionalen, stationären Verkauf in Fahrradgeschäften und Geschenkeläden. Dieser lokale Vertriebsweg ist durch die verordneten Ladenschließungen zumindest für eine gewisse Zeit fast vollständig weggefallen, wobei der Vertrieb über den eigenen Online-Shop sowie die großen Marketplace-Plattformen davon unberührt bleiben.

Zum anderen wird baiki erfolgreich B2B als individueller Markenträger vertrieben, wobei eine Individualisierung durch Farbe, Aufdruck und weitere Merkmale mit den jeweiligen Kunden abgestimmt wird. Da viele dieser Kunden im Bereich Fahrradtourismus tätig sind und baiki dort auch im Rahmen von Messen zum Marketing eingesetzt wird, ist auch dieser Bereich spürbar betroffen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Eine wichtige Reaktion ist sicherlich die Reduzierung von laufenden Kosten in den Bereichen, in denen der Absatz eingebrochen ist. Dabei wird natürlich trotzdem der Kontakt zu den Kunden aufrechterhalten, da – auch wenn der zeitliche Ablauf noch nicht genau abzusehen ist – ich doch davon ausgehe, dass mit der Zeit die Beschränkungen nach und nach aufgehoben werden und auch in diesen Bereichen wieder mehr Umsatz erzielt werden kann.

Der Fokus liegt aber nun natürlich erst einmal auf dem Direktvertrieb über den Online-Handel, wobei dies weitere Herausforderungen unter anderem im Bereich Logistik mit sich bringt, die sich jedoch alle meistern lassen. Alles in allem entstand für baiki aus den Einschränkungen glücklicherweise bisher keine existenzbedrohende Situation, aber Wachstumspläne und -ziele mussten in dieser jungen Phase des Unternehmens angepasst werden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Gerade im Bezug auf die Nutzung des Fahrrads als individuelles Fortbewegungsmittel sehe ich durchaus auch Chancen für baiki, die kurzfristig aus dieser Krise entstehen können. So wächst bei vielen Menschen zur Zeit der Wunsch nach individueller Fortbewegung abseits des ÖPNV, insbesondere in Städten. Hier ist das Fahrrad als Alternative oft die erste Wahl und baiki kann dort sowohl auf täglichen Strecken als auch beim Einkaufen oder auf spontanen Wegen vielseitig eingesetzt werden.

Mittelfristig gehe ich davon aus, dass der lokale und nationale Tourismus in den europäischen Ländern im Vergleich zu internationalen Reisen profitieren wird, was auch zu einer stärkeren Nachfrage im Bereich des Fahrradtourismus führen wird. Hier stehe ich bereits mit vielen B2B Kunden im Kontakt, die sich auf diese baldige Entwicklung vorbereiten, mit dem entsprechenden Potential auch für baiki.

baiki, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Trotz der noch sehr frühen Phase nach der Gründung und der der momentan herrschenden wirtschaftlichen Einschränkungen konnte sich baiki bereits über die Erwartungen hinaus entwickeln. Das clevere Befestigungstool wird online und offline erfolgreich in ganz Deutschland an End- und Businesskunden vertrieben.

Zurzeit bereite ich den Verkaufsstart in weiteren Ländern vor, mit besonderem Blick auf Österreich und Schweiz, als ersten Schritt zur weiteren Internationalisierung des Geschäfts. In fünf Jahren wird baiki international auch über die nächsten Nachbarländer hinaus einen festen Platz im Markt für Fahrradzubehör eingenommen haben.

Und währenddessen läuft die Produktentwicklung natürlich weiter. Es werden bereits weitere Varianten und eigenständige Produkte entwickelt, die bald das Sortiment über das erfolgreiche Initialprodukt hinaus erweitern werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Nicht nur bei einem Produkt selbst gilt: Jede Entwicklung ist ein ständiger, sich anpassender Prozess. Dabei ist nichts in Stein gemeißelt und man sollte flexibel und offen auf jedes Feedback reagieren.

Die Begeisterung, die man für seine eigene Idee hat, sollte man jederzeit nach Außen tragen und offen zeigen. Denn nur diese eigene Begeisterung kann in Anderen das gleiche auslösen. 

Und last but not least ein wohl bekanntes Mantra: Machen! Denn nur so kann man sehen, was aus der eigenen Idee alles entstehen kann!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Mathias Kimmling für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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