Wir suchen Start-Ups mit Potential zum “Category Killer”

b10 Venture Capital investiert in B2B Pre-Seed Startups

Stellen Sie sich doch unseren Lesern kurz vor!
Henri Kühnert: Ich bin Henri, Co-Founder und Geschäftsführer von b10.vc.
Daniel Höpfner: Und ich bin Daniel, 2. Gründer und Geschäftsführer von b10. Bevor wir begonnen haben mit unserem Venture-Capital-Fund in junge Start-Ups zu investieren, haben wir beide selbst mehrfach erfolgreich gegründet: Ich PressMatrix und Henri TIC-mobile, die an die Sinner Schrader AG verkauft wurde.
Henri: Wir beide investierten unser Geld in Start-Ups wie quandoo und Sensorberg bis wir 2015 beschlossen b10 aufzubauen.

Stellen Sie uns doch kurz b10 Venture Capital vor!
Henri: b10 investiert in einer sehr frühen Phase (Pre-Seed) in Start-Ups. Wir investieren weiterhin unser eigenes Geld und helfen den Gründern ihre Companies groß und erfolgreich zu machen.
Daniel: Dabei arbeiten wir anders als die meisten VCs und agieren als Operational Investor an der Seite der Gründer. Unser Team von Spezialisten aus den Bereichen Recruitment, UX/UI, Content/PR, Finance und Fundraising unterstützt aktiv unsere Portfolio-Companies beim Aufbau ihres Unternehmens.

In welche Startups investiert b10 Venture Capital?
Henri: Wir fokussieren uns auf B2B Themen und suchen gezielt Teams oder Unternehmen, die initial aus Berlin heraus eine globale Company aufbauen wollen.
Daniel: Wir suchen Start-Ups mit Potential zum “Category Killer”. Heisst, sie können ihre Marktnische dominieren und aus dieser heraus weiter erfolgreich wachsen.

Was muss ein Start-Up mitbringen, damit es das Interesse von b10 weckt?
Henri: Am Anfang stellen wir immer die gleichen drei Fragen:
Frage 1: Was ist das Marktproblem?
Frage 2: Wie löst Euer Produkt/Service dieses Marktproblem?
Frage 3: Könnt ihr als Team 1. und 2. zusammenbringen?
Wer diese souverän beantworten kann, gewinnt schnell unser Interesse.

Daniel: Vor allem müssen Gründer unbedingt den Willen zum Erfolg zu haben – er muss voll hinter seiner Idee stehen und wirklich wollen ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Außerdem muss das Start-Up wirklich unique sein und nicht ein Abklatsch einer Idee, die wir schon zehnmal gesehen haben.

Wie sieht der perfekte Pitch aus?
Henri: Die Gründer müssen uns von ihrer Produktvision überzeugen. Wenn wir die Vision schnell verstehen und auch teilen sind wir an Bord. Und stehen dem Gründerteam zur Seite, um die Vision Realität werden zu lassen.
Daniel: Wichtig ist auch, dass wir vom Team überzeugt sind. Wir wollen verstehen, was die Gründer antreibt und warum sie das eigentlich machen. Auch ist uns wichtig, dass die Gründer eine Vision haben, die beschreibt, wo die Firma in 5 Jahren stehen soll. Das heißt nicht, dass alles perfekt sein muss – die Gründer müssen nur erkennen, wo sie stehen und was Ihre Stärken und Schwächen sind.

Welche Start-Ups haben Sie in Ihrem Portfolio?
Henri: Fliit baut das Operating-System für Last-Mile-Delivery und hat gerade eine signifikante Seed Finanzierungsrunde abgeschlossen. Der Logistikmarkt ist reif für Disruption – ein Markt über 100 Mrd. Euro schwer kommt gerade ins rutschen und Fliit wird eine wichtige Rolle dabei spielen. Eines unserer erfolgreichsten Start-Ups, CarJump, wurde vor kurzem von Peugeot (PSA) gekauft und heißt jetzt Free2Move. Wir unterstützen aktuell noch Free2Move bei der Integration in PSA.

Daniel: Recht neu in unserem Portfolio ist GET IT DONE. Das Start-Up liefert und installiert Produkte für Shops und Hersteller und schafft so ein perfektes Einkaufserlebnis für die Endkunden. Käufer können dank der Heim-Services von GET IT DONE einen neuen Herd bestellen und gleich die Installation zur Wunschuhrzeit am Wunschtag dazu buchen.

Wie werden die Start-Ups von Ihnen unterstützt?
Henri: Die wichtigste Unterstützung ist unser Investment. Typischerweise ist das eine mittlere 6-stellige Summe, die wir in der ganz frühen Phase – meist noch vor der ersten Finanzierungsrunde – in Start-Ups investieren. Außerdem sitzen die Teams zusammen mit uns in einem Kreuzberger Büro – unserer Heldenmanufaktur. Das fördert nicht nur den Austausch mit unserem Team, sondern auch unter den Gründern selbst. Sie erzählen am Kaffeautomaten vom letzten Treffen mit einer Branchengröße oder pitchen sich gegenseitig neue Ideen.

Daniel: Darüber hinaus, hat jedes unserer Start-Ups, wie eingangs schon erwähnt, kompletten Zugriff auf die b10 Supportorganisation: Finanzen, Recruiting, UX/UI Design, Content/PR, Legal Services oder Fundraising. Unser Team und natürlich auch wir beide helfen an allen Ecken. Wir sagen immer: Hinten schieben und vorne ziehen…

Wie hat sich die Start-Up-Szene in den letzten Jahren verändert?
Henri: Wir freuen uns, dass es mittlerweile viele spannende und einzigartige Ideen gibt, die gestartet werden. Die Zeit der Onlineshops und Advertising Companies ist endlich vorbei.

Daniel: Außerdem ist die gesamte Start-Up-Szene erwachsener geworden. Es gab tolle Exits in den letzten Jahren, so mancher Gründer wurde zum ‘Wiederholungstäter’. Außerdem sind viele erfolgreiche Gründer nun aktive Business Angels oder haben wie wir einen eigenen Fund aufgelegt. Trotzdem sind wir erst ganz am Anfang, die Dynamik die wir in den letzten 10 Jahren im Bereich B2C und eCommerce gesehen haben, werden wir die nächsten 10 Jahre im Bereich B2B sehen. Darauf sind wir sehr gespannt.

Welches sind die größten Fehler Junger Gründer?
Henri: Ein Ego, das dem Erfolg im Weg steht, kann den Unternehmen sehr schaden. Daher unterstützen wir sehr gern starke und selbstbewusste Gründer, die trotzdem eine ergebnisoffene Diskussion nicht scheuen.

Daniel: So mancher Gründer hat zuerst eine meist technische Lösung und sucht danach nach dem passenden Problem – so funktioniert die Start-Up-Welt aber nicht. Insbesondere im B2B Bereich muss ein Start-Up ein Top10 Problem lösen. Man muss in der potentiellen Zielgruppe einen Geschäftsführer nach seinen Top10 Problemen fragen und löst eines dieser. Wenn das Produkt ein Problem löst welches nicht genannt wurde, dann ist dies nur mäßig spannend und hat oft nur wenig Erfolg.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Henri: “Tools der Titanen” von Tim Ferris beschreibt die Rituale erfolgreicher Menschen und ist eine Inspiration für viele Gründer. Insbesondere das von Arnold Schwarzenegger verfasste Vorwort ist uns als b10 ein Ansporn und eine Motivation.

Daniel: Vor kurzem hatte ich wieder “Innovator’s Dilemma” in der Hand. Immer wieder eine Empfehlung für jeden Gründer und eine Mahnung für die Old-Industry.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Henri: Wir werden den Gründerteams geholfen haben, große und bedeutsame Firmen gebaut zu haben.

Daniel: Henri gibt sich da ein wenig bescheiden. Unser Ziel ist es, das b10 einer der wichtigsten Frühphasen-Investoren in Europa wird. Wir haben kontinuierlich 3-4 Firmen jedes Jahr unterstützt und haben das Thema “value add” bzw. “operational VC” nachhaltig beeinflusst durch unseren fokussierten und unterstützenden Ansatz.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?
Henri: Es ist eigentlich ganz einfach: Kämpfen, kämpfen, kämpfen
Daniel: Auch wenn es oft so scheint, Gründen ist nicht hip – ein Unternehmensaufbau ist harte, lange, entbehrungsreiche Arbeit.
Stay healthy – sucht dir ein Ausgleich, lebe gesund, treibe Sport, ernähre dich gesund, sei mit dir im Einklang – du brauchst die Kraft. Eine erfolgreiche Gründung ist kein Marathon, es ist kein Sprint – es ist eine Aneinanderreihung von Sprints, jeden Tag aufs neue.
Be focused – fokussiert euch auf ein Problem und zwar ein Top 10-Prio Problem und löst das richtig. Nur weil es zwischendurch mal schwer wird, kommt von eurer Idee nicht ab.

Titelbild: Die Büroräume von b10 (Building10) und Carjump in Berlin-Kreuzberg. Quelle: b10

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Wir bedanken uns bei Daniel Höpfner und Henri Kühnert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.