Habe eine klare Vision, welches Problem du mit deinem Produkt lösen willst

Azimo macht Geldtransfer schneller, günstiger und einfacher

Stellen Sie sich und das FinTech Startup Azimo doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Dora und bereits seit 2014 Teil des Azimo-Teams. Ich bringe langjährige Erfahrungen aus dem Finanzsektor ein und engagiere mich für mehr Vielfalt innerhalb der FinTech-Branche.

Als Head of Business Development bin ich maßgeblich daran beteiligt, das Partnernetzwerk von Azimo in über 190 Ländern aufzubauen und das Geschäft in neuen Märkten zu etablieren und zu entwickeln. Es ist eine stetig wachsende Aufgabe, da das Unternehmen und das Netzwerk rasant wächst – zu meinen täglichen Aufgaben gehören neben der Beziehungsarbeit zu den Partnerbanken und dem Aufbau von strategischen Partnerschaften auch das Fundraising und die Planung und Durchführung der internationalen Expansion.
In meiner Freizeit bin ich als Business-Coach für die Cartier Women’s Initiative Awards tätig. Nachdem ich in früheren Rollen stets eine von nur sehr wenigen weiblichen Mitarbeitern war, engagiere ich mich heute stark für Gleichberechtigung in der Arbeitswelt.

Wie ist die Idee zu Azimo entstanden?
Ursprünglich kommt die Idee für Azimo von unserem Co-Gründer Michael Kent, der vor Azimo bereits einen Offline-Geldtransfer Service namens Small World Financial Services gegründet hat. Er hatte schon früh die Idee, dass der “Mobile Technology” Trend auch zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen könnte. Er schloss sich mit Marta Krupinska zusammen, die bereits Erfahrung als Gründerin eines Startups gesammelt hat und der ebenfalls das Problem bewusst war, wie kompliziert es bisher war, Geld in das Heimatland zu senden.

Heute, vier Jahre später, hat Azimo das weltweit größte digitale Zahlungsnetzwerk geschaffen und verbindet so bereits über eine Millionen Menschen, die Geld an ihre Familien und Freunde in ihren Heimatländern schicken – zu einem Bruchteil der Kosten, die von traditionellen Anbietern erhoben werden.

azimoWarum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Unsere Gründerin Marta Krupinska stammt ursprünglich aus Polen. Als Expat in London erlebte sie früh die Herausforderung und die hohen Kosten der klassischen Anbieter für Auslandsüberweisungen, wann immer sie aus ihrer neuen Heimat in ihr Mutterland Geld schicken wollte. Damals erkannte sie, dass es bisher noch keine benutzerfreundliche und günstige Möglichkeit für Auslandsüberweisungen gab. Dieses Problem veranlasste sie, Azimo 2012 zu gründen.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Anfangs wurden wir von Angel Investoren, engen Freunden und der Familie finanziert. Unsere erste institutionelle Finanzierung bekamen wir dann von e.ventures, einem globalen Venture Investor mit Sitz in Deutschland. Heute werden wir von einer Reihe namhafter Investoren unterstützt, darunter Frog Capital, Rakuten und viele mehr. Bisher haben wir 46 Millionen Dollar in der A- und B- Finanzierungsrunden aufgenommen.

Wer ist die Zielgruppe von Azimo?
Wir konzentrieren uns auf eine oft übersehene Bevölkerung: Migranten, die regelmäßig ein Teil ihres Einkommens nach Hause senden, üblicherweise nach Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa. Dies bedeutet, dass wir bemüht sind ihre Kosten gering zu halten, damit ihr hart verdientes Geld dahin kommt, wo es hin soll und sie dabei nichts an unfairen Überweisungsgebühren einbüßen müssen. Also ist unser Durchschnittskunde womöglich jemand, der nicht in seinem Heimatland wohnt, jedoch monatlich finanzielle Unterstützung dorthin schickt.

Erst kürzlich haben wir außerdem ein neues Feature veröffentlicht, das es Nutzern kinderleicht ermöglicht, sowohl international als auch Inlandsüberweisungen kinderleicht zu verschicken. Demzufolge lebt unser ursprünglicher Nutzer häufig nicht in seinem Mutterland und versenden Geld in die Heimat. Neuerdings teilen sich aber auch Freunde die Rechnung für das gemeinsame Abendessen über Azimo, bezahlen die Taxirechnung oder den gemeinsamen Urlaub.

Wie funktioniert Azimo?
Unser Geschäftsmodell ist leicht erklärt: Rücküberweisungen zu fairen Konditionen. Dazu setzen wir auf einen reinen Onlineservice ohne teure Repräsentanten und Infrastruktur in den einzelnen Ländern. Das Prinzip ist ebenso einfach: Nach der Registrierung geben Nutzer die Details der Transfers in ein Online-Formular ein. Jede beliebige Summe kann auf Konten, an kooperierende Geldempfangsstellen, Mobile Wallets und sogar an Privatadressen versendet werden. Der Sender erhält dann eine automatisierte Statusmeldung. Die Überweisung trifft in der Regel binnen eines Werktags beim Empfänger ein. Seit kurzem bieten wir darüber hinaus die Möglichkeit an, Geld direkt zwischen Telefonnummern zu senden. Laut einer offiziellen Studie finden es über 80% der Nutzer nervig, ständig nach IBAN Nummern fragen zu müssen. Wir haben eine Lösung entwickelt, die es ermöglicht, Transaktionen ohne diesen lästigen Schritt abzuwickeln. Und das sowohl für Inlandstransaktionen als auch für Auslandstransaktionen.

Was sind die Vorteile?
Bei Azimo dreht sich alles darum, den Geldtransfer schneller, günstiger und einfacher zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Wunsch, es unseren Kunden zu ermöglichen, jederzeit und von jedem Ort Geld ins Ausland zu überweisen.

Azimo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir haben bereits seit Ende 2016 ein paar ziemlich innovative Features! Zum Beispiel haben wir seit kurzem den Facebook Messenger in unser System integriert. So kann man kinderleicht über den Messenger Geld an seine Facebook Freunde senden. Außerdem haben wir einen Facebook-Chatbot entwickelt, über den Nutzer kinderleicht aktuelle Wechselkurse erfahren können, ohne lange in der Warteschlange eines Kundenservices fest zu hängen. Wir sind ein Technologie-Unternehmen, weswegen es zu unserer DNA gehört, ständig an neuen innovativen Lösungen zu arbeiten.

Unser langfristiges Ziel ist es, Azimo zu einem Verb zu machen. Statt: „Ich muss Geld ins Ausland überweisen“, möchten wir, dass Menschen irgendwann sagen: „Ich muss azimoen.“

Auch für 2017 haben wir eine volle Produkt Roadmap mit jeder Menge spannender Neuheiten. Leider kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel mehr verraten, aber wir arbeiten täglich an Lösungen, die es deutlich einfacher machen werden, Geld ins Ausland zu senden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
● Habe eine klare Vision, welches Problem du mit deinem Produkt lösen willst:
deine Mission und generelles Ziel muss sehr klar definiert sein bevor du startest.
● Entwickle eine detaillierte Roadmap um deine Kernziele zu erreichen: eine Idee in die Tat umzusetzen braucht strategisches Denken. Frage dich so etwas wie: “Warum hat das vor mir niemand gemacht und welche Hürden gibt es?
● Immer flexibel bleiben: ein Unternehmen aufzubauen ist kein gerader Weg. Man sollte flexibel sein und immer auf den Markt hören.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Dora Ziambra für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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