Sonntag, April 11, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

AW Academy Schule für Erwachsene mit Fokus auf Accelerated-Learning-Programmen

Stellen Sie sich und das Startup AW Academy Deutschland doch kurz unseren Lesern vor!

Ich heiße Frida Ericson und bin Mitgründerin der AW Academy, einer Schule für Erwachsene mit Fokus auf Accelerated-Learning-Programmen, die Teilnehmern innerhalb kürzester Zeit einen industrieübergreifenden Karrierewechsel ermöglicht. Gleichzeitig verantworte ich die  Position des Head of Research und Marketing bei der AW Academy Group. Davor arbeitete ich als Candidate Coordinator bei der schwedischen Personalberatung Academic Work. Meine Karriere begann ich direkt nach meinem Uni-Abschluss in Human Ressources in der Personalabteilung eines schwedischen Freizeitparks. Natürlich ließ ich dort keine Gelegenheit aus, Achterbahn zu fahren.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als ich 2010 bei Academic Work anfing, war ich im Geschäftsfeld IT, Personalbeschaffung und Rekrutierung von IT-Profilen tätig. Der Personalbedarf im IT- und Tech-Bereich der Kunden von Academic Work war immens. Sehr oft erhielten wir Fragen wie „Wie finde ich am besten neue Talente für mein Unternehmen?“. Gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen wollte ich eine Lösung für dieses Problem finden. Bei unseren Recherchen wurden wir auf die Lernmethode des Accelerated Learnings in Amerika und Großbritannien aufmerksam. Wir adaptierten das Modell dieser IT-Bootcamps für den schwedischen Markt und kombinierten es mit einem motivationsbasierten Rekrutierungsprozess. So schafften wir ein neuartiges Ausbildungsprogramm, dass ehrgeizigen Menschen die Chance bietet, innerhalb kürzester Zeit einen Quereinstieg in eine neue Branche zu vollziehen. Seit Anfang 2018 sind wir auch auf dem deutschen Markt aktiv.  

Welche Vision steckt hinter AW Academy Deutschland?

Das Ziel von AW Academy ist es, den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in verschiedensten Branchen zu decken und persönliche Entwicklungen von Arbeitnehmern zu fördern. Bei unseren Ausbildungsprogrammen greifen wir auf die Lernmethode des Accelerated Learning zurück – also auf die Vermittlung von sehr viel Wissen innerhalb kürzester Zeit. Damit helfen wir unseren Teilnehmern Fähigkeiten zu erlangen, die die Industrie benötigt. Gleichzeitig fördern wir die Karriere von wirklich ehrgeizigen Menschen, die mit uns einen Jobwechsel in nur zwölf Wochen vollziehen können. Im direkten Anschluss an das Programm  bieten wir den Absolventen eine unbefristete Festanstellung. Parallel unterstützen wir Unternehmen dabei, mit neuen Mitarbeitern zu wachsen, die über sehr gefragte Fähigkeiten verfügen oder bestehende Mitarbeiter über unsere Reskilling-Programme umzuschulen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als Gründer eines Unternehmens glaubt man von Anfang an an seine Idee. Manchmal war es für uns aber sehr schwer, zu warten, bis andere das erfolgversprechende Konzept unseres Businesses auch erkannt und verstanden haben. Da wir einen völlig neuartigen Rekrutierungsprozess und ein innovatives Ausbildungsmodell auf dem schwedischen Markt etablieren wollten, dauerte es eine Weile, Menschen und Unternehmen von dieser neuen Methodik zu überzeugen. Motivation statt Vorkenntnisse, ein kostenfreies Intensivtraining für schwer zu findende Kompetenzen und eine Jobgarantie im Anschluss – das klang für viele zu schön, um wahr zu sein. Die Überzeugungsarbeit kostete uns viel Kraft und Geduld, denn eigentlich wollen wir einfach sofort loslegen! 

Dass wir als Entrepreneure in einem großen und erfolgreichen Rekrutierungs- und Personalunternehmen tätig waren, verhalf uns dazu, finanzielle Mittel zu erhalten, die wir nutzten, um in einen tollen Campus zu investieren und den weiteren Aufbau des Unternehmens voranzutreiben. Eine erneute Herausforderung bestand darin, mit dem Modell in weitere Märkte mit anderen Bildungssystemen zu expandieren. Auch hier mussten wir Kandidaten und Partnerunternehmen zunächst von dem neuen Ausbildungskonzept überzeugen. 

Wer ist die Zielgruppe von AW Academy Deutschland?

Zum einen zählen zu unserer Zielgruppe ambitionierte Menschen, die gerne einen neuen Karriereweg einschlagen und sich mit unserer Hilfe dafür das nötige Know-How aneignen möchten. Zum anderen arbeiten wir aber auch mit vielen Partnerunternehmen zusammen, die durch unsere Ausbildungs- und Umschulungsprogramme ihren Fachkräfteengpass in den Griff bekommen. 

Wie funktioniert die AW Academy Deutschland? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

AW Academy Schule für Erwachsene mit Fokus auf Accelerated-Learning-Programmen

Es gibt drei Grundvoraussetzungen, um an einem unserer Programme erfolgreich teilnehmen zu können:  Die Kandidaten müssen über eine logische Denkweise sowie eine große Portion an Motivation verfügen und vorab einen Online-Test bestehen. Unsere Teilnehmer werden mithilfe eines motivationsbasierten und primär anonymisierten Rekrutierungsprozesses ausgewählt. Während andere Anbieter großen Wert auf bereits vorhandene Fachkenntnisse und Berufserfahrungen legen, konzentrieren wir uns auf Soft Skills. Diese können anders als Hard Skills nur schwer erlernt oder antrainiert werden. Mit diesem Ansatz haben auch Quereinsteiger die Möglichkeit, in einem neuen Beruf durchzustarten. 

Etwa vier Wochen vor dem Start des Intensivtrainings lernen sich die Teilnehmer persönlich, ihren Trainer und die Program Manager von AW Academy kennen. Das leitet dann auch die 4-wöchige Prestudies-Phase ein, in der sich alle Teilnehmer nötiges Grundwissen selbständig erarbeiten und erste Aufgaben erfüllen. Im Anschluss findet normalerweise das 12-wöchige, sehr praxisbezogene Präsenztraining statt – momentan läuft alles online ab. Der Fokus liegt hierbei ausdrücklich auf der Durchführung von Übungen und der Umsetzung von Projekten. Innerhalb kürzester Zeit eignen sich die Teilnehmer so ein enormes Know-How an. Nach erfolgreichem Abschluss arbeiten die Absolventen in unbefristeter Festanstellung bei Partnerunternehmen und deutschen Kunden des Personalvermittlers Academic Work. Auch an dieser Stelle unterscheiden wir uns signifikant von anderen Anbietern, die oftmals nur die Ausbildung an sich übernehmen, aber keine Jobgarantie bieten.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir haben unser Konzept in einer Nacht- und Nebelaktion umgestellt und weiterentwickelt. Als COVID-19 ausbrach, bekamen wir von der Regierung die Empfehlung, die Ausbildungen vor Ort schnellstmöglich in Fernschulungen umzuwandeln. Der Übergang zu den Online-Schulungen gelang reibungslos – unsere Qualitätsansprüche blieben dabei gleichbleibend hoch. Grundvoraussetzung hierfür ist eine klare, transparente und eindeutige Kommunikation. Ironie und Sarkasmus können schriftlich und digital nämlich schnell falsch verstanden werden. 

Einige der Umstellungen werden wir auch zukünftig beibehalten, andere aber nach und nach wieder analogisieren. Eine Umarmung und persönliche Glückwünsche nach einem erfolgreichen Abschluss lassen sich beispielsweise nur schlecht virtualisieren und sind real viel schöner. Unser kurzfristiger Change von Präsenz- auf Online-Trainings wird darüber hinaus zur konkreten Etablierung eines neuen Business-Modells führen: Online-Bootcamps für Einzelpersonen. Außerdem werden wir den Anteil von Online-Sessions an unserem Ansatz des Blended Learnings weiter vergrößern.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

All unsere Mitarbeiter befinden sich momentan im Homeoffice. Aber wir hoffen, dass wir schnell zur Normalität zurückkehren können. Um das Team-Feeling aufrecht zu erhalten, haben wir tägliche Video-Update-Calls für alle Angestellten und eine gemeinsame, virtuelle Mittagspause eingeführt. Um auch die Teilnehmer unserer Programme zu schützen, finden alle Trainings momentan digital statt. Die Einführungen in neue Themengebiete durch unsere Trainer, aber auch die Umsetzung von Praxisübungen erfolgen in “virtuellen Klassenzimmern”. So gewährleisten wir, dass die Trainer weiterhin jederzeit für die Absolventen verfügbar sind und sie unterstützen können. Aber auch das Thema Teamwork spielt nach wie vor eine wichtige Rolle: Hierfür nutzen wir Online-Messaging-Tools. Glücklicherweise kommt uns das pädagogische Konzept des Accelerated Learnings in diesen Tagen sehr entgegen. Unsere Leitprinzipien, wie uneingeschränkte Praxisorientierung und voneinander Lernen (peer-to-peer), sind auch in Online-Trainings sehr gut realisierbar. Recruitingprozesse für zukünftige Programme und Gespräche mit neuen Partnern finden derzeit über Videokonferenzsysteme statt. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Jetzt, da wir die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in Europa sehen, sind wir der festen Überzeugung, dass Bildung und Kompetenzentwicklung wichtiger denn je sind. Nur so kann sichergestellt werden, dass Arbeitskräfte über die richtigen Qualifikationen verfügen, um den neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Es gibt immer mehr Unternehmen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie sie ihre Mitarbeiter umschulen bzw. weiterbilden können, um nach der Krise einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern zu haben. An dieser Stelle gibt es für uns als Ausbildungsanbieter viele Möglichkeiten, Lernprogramme auf das Unternehmen und ihre Mitarbeiter genau abzustimmen.

Ich bin sehr froh, dass sich momentan viele Diskussionen um das Thema Kompetenzentwicklung drehen. Darüber, wie man mit der Umschulung von Mitarbeitern starten kann, wie man mit dieser herausfordernden Situation umgehen muss, um aus ihr gestärkt hervorzugehen, und wie wichtig es für Unternehmen ist, genau jetzt damit zu beginnen. Wir durchlaufen aktuell eine interessante Zeit und sind sehr gespannt, was die Zukunft bringt.

AW Academy Deutschland, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir tüfteln ununterbrochen an neuen Ideen zur Gestaltung von innovativen Programmen für unsere Kandidaten und Partnerunternehmen. Erst kürzlich haben wir beispielsweise unser Neuqualifizierungsprogramm gelauncht, das Unternehmen dabei hilft, vakante IT-Stellen mit Mitarbeitern zu besetzen, die in ihrer ursprünglichen Funktion nicht mehr benötigt werden. Veränderte Personal- und Kompetenzbedarfe können so schnell und planungssicher realisiert werden. Zudem bleiben die Firmen wettbewerbsfähig und können betriebsbedingte Kündigungen, Knowhow-Verlust und Recruiting-Kosten minimieren. Demnächst planen wir auch die Einführung von Online-Bootcamps für Einzelpersonen. Neben der Erschließung neuer Branchen, planen wir auch die Eröffnung neuer Standorte sowie die Expansion in weitere Märkte. In fünf Jahren haben wir uns als führender Ausbildungsanbieter in Europa etabliert und sind Anlaufstelle Nummer 1 für Jobwechsler und Unternehmen, die auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Keine Angst vorm Scheitern haben: Aus Fehlern lernt man und sie helfen dabei, sich weiterzuentwickeln. 

2. Freunde, Kollegen und Familie ins Boot holen: Es schafft Verständnis und Engagement, wenn man wichtige Mitmenschen in seine Reise einbezieht. 

3. Denken nicht vergessen: Es ist wichtig über Fehler und Erfolge nachzudenken und von Zeit zu Zeit innezuhalten. Dahinter verbirgt sich automatisch auch ein Motor für weitere Entwicklungen. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Frida Ericso für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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