Umgib dich mit Gleichgesinnten

Stellen Sie sich und das Startup AVERY Fertility doch kurz unseren Lesern vor! 

Mein Name ist Lia Grünhage. Ich bin 31 Jahre alt und war zuletzt als Managing Director bei Amorelie, um den Markt für Lovetoys und unseren gesellschaftlichen Umgang mit unserem Liebesleben zu verändern. Jetzt habe ich mit meinen beiden Mitgründern, Fabian Blatt und Frederik Brandis, etwas gemacht, dass ich selbst vor 5 Jahren nicht von mir erwartet hätte: selbst ein Unternehmen gegründet. Mit AVERY betreiben wir Aufklärung in einem Bereich, der erstaunlicherweise für die meisten Menschen eine Blackbox ist: unsere Fruchtbarkeit. Wir informieren über Möglichkeiten wie Social Freezing und vereinfachen den Zugang zu solchen Behandlungen. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen? 

Wie eben erwähnt, wenn Ihr mich früher gefragt hättet, ob ich jemals gründen möchte, hätte ich mit einem definitiven „Nein!“ geantwortet. Aber die letzten fünf Jahre bei Amorelie haben mit gezeigt, was es bedeutet ein Unternehmen aufzubauen und mehr noch wie viel Spaß es mir macht. Als mir dann die richtige Idee und die richtigen Menschen begegnet sind, war mein nächster Schritt klar. Den Dialog über unsere Fruchtbarkeit anzustoßen und Themen wie Social Freezing zu enttabuisieren, reizt mich weil es eine so große gesellschaftliche Relevanz hat. 

Welche Vision steckt hinter AVERY Fertility? 

Unsere Mission ist es, Frauen rechtzeitig über die Entwicklung ihrer Fruchtbarkeit und die Chancen und Risiken der Möglichkeiten aufzuklären ihre Fruchtbarkeit zu erhalten, sodass sie eine informierte und aktive Entscheidung für sich treffen können. Dadurch dass der erste Schritt online stattfindet, wir aber dennoch mit renommierten Experten in die Beratung gehen, schaffen wir eine gute Basis aus niedrigschwelligem Zugang und professioneller Betreuung. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Die größte Herausforderung war und ist sicher die Kommunikation rund um unser Angebot. Man muss die Leute erstmal dazu bekommen, dass sie einem zuhören, weil sich das Thema Kinder für viele von uns noch so weit weg anfühlt. Aber: „Egal wie jung wir uns als Frau fühlen, unsere Eizellen altern und verlieren konstant an Qualität. Mit 35 ist die Möglichkeit mit diesen Eizellen schwanger zu werden schon sehr eingeschränkt. Deswegen ist es so wichtig sich damit auseinanderzusetzen und zu entscheiden, was es für einen persönlich bedeutet. 

Einer unserer Investoren ist Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer. Das freut mich natürlich unglaublich auf persönlicher Ebene, aber auch weil wir nach Amorelie nun gemeinsam mit ihrem Know-How die nächste gesellschaftliche Veränderung anstoßen können. Außerdem sind noch die beiden Audibene-Gründer Marco Vietor und Paul Crusius sowie Daniel Schroer und Torsten Kurth, Partner im Bereich MedTech bei BCG, als Investoren mit an Board. 

Wer ist die Zielgruppe von AVERY Fertility? 

Grundlegend jeder, der irgendwann eine Familie gründen und gut informiert sein will. Dabei adressieren wir vor allem Frauen von Mitte 20 bis Mitte 30, die Ihre Fruchtbarkeit verstehen wollen, um gegebenenfalls einen Plan B zu haben, wenn der Kinderwunsch akut wird. 

Wie funktioniert AVERY Fertility? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Im ersten Gespräch mit AVERY, das online vereinbart werden kann, informieren Experten unverbindlich über die Entwicklung der Fruchtbarkeit im Alter, Social Freezing und beantworten individuelle Fragen. Sollte Interesse an einem Beratungstermin bestehen, wird dieser bei einem unserer Partnerärzte von uns vereinbart. 

Unsere Aufklärung findet also online und telefonisch statt. Das macht den Zugang viel einfacher, als heute direkt einen Termin beim Spezialisten auszumachen. 

Das Einfrieren von Eizellen bietet die Möglichkeit, die aktuelle Fruchtbarkeit für eine spätere Schwangerschaft zu bewahren. Dies ist relevant, da die Fruchtbarkeit bei Frauen bereits ab dem 30. Lebensjahr abnimmt und eine Schwangerschaft somit immer unwahrscheinlicher wird. Mit 30 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, noch bei ca. 20-25 Prozent pro Zyklus, mit 40 Jahren schon nur noch bei knapp unter 10 Prozent pro Zyklus. Die eingefrorenen Eizellen sind also ein Plan B, sollte eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege nicht mehr funktionieren. 

AVERY Fertility, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Als Frauen lernen wir sehr früh alles darüber, wie wir nicht schwanger werden und können Verhütungsmethoden im Schlaf aufsagen. Über unsere Fruchtbarkeit und wie sie sich im Alter entwickelt, wissen viele von uns nur sehr wenig. Wir möchten, dass es in fünf Jahren selbstverständlich ist, dass wir uns mit unserer Fruchtbarkeit auseinandersetzen, sie verstehen, um dann eine aktive Entscheidung für uns treffen zu können. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

  1. Sit on the other side of the table – ja, man muss beim Gründen überzeugt von seiner Sache und seinen Meinungen sein. Aber gerade am Anfang ist es so wichtig Kritikern zuzuhören und deren Punkte zu verstehen, nur so kannst Du Deine Idee immer besser machen.
  2. On the cliff – am Anfang steht Deine Gründung immer an der Klippe, alles und nichts ist möglich. Das muss man akzeptieren und besser noch diese unfassbar spannende Phase genießen.
  3. Umgib dich mit Gleichgesinnten – in meinem Fall waren das starke Frauen, die keine Angst vor unbequemen Themen haben 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lia Grünhage für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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