Immer an der Idee/Vision dranbleiben, auch bei Rückschlägen

Treffen Sie auticon auf der Langen Nacht der Startups in Berlin

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz unseren Lesern vor
auticon ist das erste und einzige Unternehmen in Deutschland, das ausschließlich Menschen im Autismus-Spektrum als IT-Consultants beschäftigt.
Unseren Kunden aus Industrie und der Dienstleistungsbranche bieten wir an 7 Standorten in Deutschland, sowie in London und Paris, professionelle Leistungen im IT-Consulting an.
auticon-Consultants haben Fähigkeiten, die sie von anderen unterscheiden: sie haben ein genuines Qualitätsbewusstsein, sind enorm detailgenau und entdecken bisher unbekannte Muster auch noch in komplexesten Datenmengen. Sie erkennen diese Muster schnell, sicher und unbestechlich.
Hinzu kommt bei unseren Consultants die Fähigkeit zum „vertikalen Denken“ – das auch nicht-autistischen Menschen vertraute logische Denken auf Basis bekannter Muster. auticon-Consultants denken also nicht nur logisch, sondern ziehen auf Basis dieser Analysen scharfsinnige und weitsichtige Schlussfolgerungen. Dadurch finden sie immer wieder hochinnovative Lösungen.
Durch diese außergewöhnliche Fähigkeit der Mustererkennung und ihre hohe Innovationskraft überzeugen sie durch systematische Arbeitsweise, Detailgenauigkeit und Konzentrationsfähigkeit – Eigenschaften, die insbesondere in der IT-Qualitätssicherung wertvoll sind.
Die auticon-Consultants im Autismus-Spektrum sind echte Querdenker mit System.“

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Der Gründer von auticon, Dirk Müller-Remus, ist selbst Vater eines autistischen Sohnes, der mit 14 Jahren die „Asperger-Autismus“ Diagnose erhielt. In der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Autismus fiel ihm auf, das trotz überdurchschnittlicher Begabung von Autisten in speziellen Bereichen die Defizite, u.a. alltagsrelevante Themen, sich nicht mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes deckten. Auch in der gängigen Literatur stehen in einer eher defizit-orientierten Gesellschaft immer noch die Schwächen im Vordergrund.
Aus dieser Situation entstand die Idee, auticon zu gründen, mit dem Fokus, die Stärken der Autisten mit den Anforderungen und der Arbeitsplatzsituation im 1. Arbeitsmarkt zu kompatibel zu machen.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie Ihr Startup finanziert?
Ganz sicher war die generelle, fehlende Erfahrung im Markt eine große Herausforderung, da es bis dato keinen vergleichbaren Wettbewerb oder Vorbilder in Deutschland und Europa gab, an denen man sich hätte orientieren können.
Eine weitere Frage war, ob man nun als gemeinnützige Gesellschaft oder als profitorientierte GmbH in den Markt eintritt; Gespräche mit Vertretern der Wirtschaft gaben einem Sozialunternehmen mit dem Fokus „IT-Beratung“ keine Chance und so entstand 2011 die auticon GmbH.
Die Finanzierung des Risikokapitals wurdezu Beginn des Unternehmens vom Social Venture Fund getragen, der explizit und ausschließlich in soziale Projekte investiert, die sich wirtschaftlich nachhaltig tragen. Ein Business Plan wurde erstellt und mittlerweile gab es 6 Kapitalerhöhungen mit ca. 15 namhaftenKapitalgeber aus dem In- und Ausland.

Wer ist die Zielgruppe?
auticon unterstützt Kunden aus der Industrie und der Dienstleistungsbranche (Banken, Finanzen, Telkos, Versicherungen, Handel, IT, Verkehr, Post/Medien) in IT-Fragen in den Bereichen:
1. QM und Testing, auch Automation
2. Anwendungsentwicklung (Java, C++, C#, PHP, ABAP, usw.)
3. Datenbankentwicklung (SQL, DWH, ETL, Modellierung, usw.)
4. Datenanalyse/Reporting (BI, Analytics, Reporting, Statistik, usw.)
5. Security, Compliance, Prozessmanagement, Migration, Wertschöpfung (auch SAP)

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Lange Nacht der Startups zu bewerben?
Wir sind über mehrere Empfehlungen, u.a. ausgesprochen durch die Deutsche Bank und „Land der Ideen“ auf die Idee gekommen, uns für die „Lange Nacht der Startups“ zu bewerben.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen die es auf die Lange Nacht der Startups geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von dem Event?
Wir freuen uns natürlich sehr über die Nominierung und Gelegenheit, an diesem repräsentativen Event als Teilnehmer und „Aussteller“ mit vielen anderen internationalen, innovativen Startups dabei zu sein.
Neben der Präsenz von auticon im Kontext des Events erhoffen wir uns Kontakte zu interessanten und potenziellen Kunden sowie Investoren, aber auch der Austausch mit anderen internationalen Startups steht im Fokus.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Jungunternehmer? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch das Event viele Interessenten und auch Medien auf Sie aufmerksam werden?
Trotz vieler Auszeichnungen, zuletzt der Verleihung des „Gründerpreises 2015“ sowie zahlreichen Medienbeiträgen und großem Medienecho über auticon nutzen wir gerne die Gelegenheit, im geeigneten Kontext auf auticon und unsere Arbeit aufmerksam zu machen. Marktpräsenz, nachhaltiges Wachstum und Innovation stehen dabei im Vordergrund.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
Auticon wird sich zu einem exzellenten IT-Unternehmen entwickeln. Die Technologien der Zukunft „Internet of things“, „Smart Machines“, „Künstliche Intelligenz“ usw. sind wie geschaffen für die Denkweise von Autisten. Sie basieren allesamt auf der Erkennung von Mustern aus dem Alltag oder betrieblichen Umgebungen, die mittels geeigneter Algorithmen abgebildet und optimiert werden sollen. Im Idealfall sollen selbstlernende Systeme geschaffen werden, die auch in der Lage sind, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Wenn wir es richtig gut anstellen, sind wir hoffentlich in 10 Jahren so weit, dass wir aus unseren Ideen Lösungen konzipieren können, die wir dann als Produkte verkaufen oder lizenzieren können. Das wäre dann eine ganz andere auticon als die heutige.

Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ein ganz wichtiger Ratschlag: Immer an der Idee/Vision dranbleiben, auch bei Rückschlägen. Analysieren, was kann man gut, was weniger gut und bei Bedarf externe Kompetenzim Team integrieren.Ein weiterer wichtiger Imperativ für nachhaltigen Erfolg: Immer offen sein für kontinuierlichen Austausch, neue Ideen und Veränderung.

Bildquelle Bernd Brundert

Wir bedanken uns bei Roman Hinz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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