Freitag, Dezember 2, 2022

Authentisches Marketing – Darf’s ein bisschen weniger sein?

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

47 Sekunden. Dann liefert die Suchmaschine: 3.700.000 Ergebnisse zu „sei authentisch“. Letzte Zweifel sind ausgeräumt: Authentizität ist Pflicht. Bei der Partnersuche, bei der Wahl des Jobs und im Marketing. Aber was bedeutet authentisches Marketing? Muss ich mein Privatleben in Social Media ausbreiten, um echt zu wirken? Was ist gut und was ist des Guten zu viel?

Ein stimmiges Bild der Persönlichkeit

Das Wort Authentizität stammt aus dem Griechischen, setzt sich aus den Worten Selbst und Sein zusammen und bedeutet genau das: Ich selbst sein, echt sein. Wenn von Authentizität die Rede ist, wird von Menschen wie Unternehmen Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit erwartet, kein künstliches Image. Ich selbst benutze im Marketing gern den Begriff stimmig, vor allem beim Aufbau einer Personenmarke. Das Personal Branding sollte die Persönlichkeit des Gründers oder der Gründerin stimmig widerspiegeln – mit Werten und Meinungen, mit Fails und Erfolgen. 

Leichter kann Marketing kaum sein: Statt uns Werbestrategien ausdenken zu müssen, können wir unseren KundInnen von uns und unserem (Geschäfts)leben erzählen. Du hattest eine bedeutende Erkenntnis in deinem Business? Schreib einen Blogartikel. Etwas in deiner Branche regt dich auf, du siehst das komplett anders? Sprich in einem Livestream auf Social Media darüber. Du hast einen neuen Ansatz entwickelt, der für dich das Problem XY nach zehn Jahren Trial & Error endlich gelöst hat? Wunderbar. Entwickle einen Kurs und vermarkte ihn mit deiner persönlichen Erfolgsstory zu dieser Problemlösung. 

Persönlichkeit entscheidet

Bei dieser Art von Marketing erleben unsere Follower, wie wir sind und was wir tun. Wir bieten ihnen einen Mix, je nach Persönlichkeit. Durchsetzungsstark, rebellisch, frech? Mitfühlend, sanft und lustig? Natürliche Unterschiede werden sichtbar. Das kommt bei den Menschen gut an. 

Das Potential zur Differenzierung ist die zweite große Stärke des authentischen Marketings. Auf einem immer stärker wachsenden Markt kann ich mich mit meiner Persönlichkeit von anderen abheben, bin unverwechselbar. Wenn hundert Unternehmen ein ähnliches Angebot machen wie ich, werden die Kundinnen und Kunden dann bei mir kaufen, wenn ihnen meine Persönlichkeit – die ja stimmig in meiner Marke gespiegelt ist – gefällt. 

Trennen zwischen persönlich und privat

Heißt das, ich muss jetzt jeden Tag auf Social Media zeigen, was ich esse, wie ich meinen Tag verbringe und welche Hochs und Tiefs es in meinem Leben gibt? Nein. Wieviel wir im Netz preisgeben, bestimmen wir zu jederzeit selbst. Wir setzen die Grenzen. Ich zum Beispiel trenne zwischen privat und persönlich. 

Persönlich ist, wenn ich darüber poste, wie ich meinen Business-Alltag mit Kind organisiere. Das ist ein Thema mit Mehrwert für andere Selbstständige mit Kind oder mit Kinderwunsch. Ob ich dagegen noch ein zweites Kind möchte, geht nur meinen Mann und mich etwas an. Das ist für mich privat.

Für eine Unternehmerin, die Familienmanagement als Businessthema gewählt hat, wäre der Aspekt „zweites Kind‘ aber vielleicht businessrelevant. Der direkte Kontext entscheidet.

Als Faustregel gilt: dem eigenen Gefühl folgen. Sich weder von Followern treiben lassen, die gern mehr Privates wüssten noch mit echten Learnings, Fails und Gefühlen hinterm Berg halten, weil wir Angst haben, Schwächen zu zeigen.

Authentisches Marketing macht uns nahbar und damit attraktiv. Doch wie viel Nähe wir zulassen, was wir im Marketing von uns preisgeben, das bleibt uns überlassen.

Autor

Kristin Woltmann: Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz als Holistic Business Coach begleitet die gelernte Bankkauffrau und studierte Betriebswirtin Kristin Woltmann Frauen auf dem Weg zu ihrem eigenen Business. 

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Fotocredit: Lukas P. Schmidt

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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