Zu viel ist immer genug

Welche Auswirkungen die Dosierung der News auf den Erfolg hat

Zu viel ist manchmal zu viel. Doch aus reiner Unerfahrenheit und dem Drang sein Produkt oder Dienstleistung so detailliert wie möglich darzustellen, überschütten Startups gern mal Journalisten und Blogger mit zu viel Information.

Der Trick ist mit Plan und einer guten Dosierung pro Meldung die wirklich relevanten Kontakte über Ihre Neuigkeiten zu informieren. So vermeiden Sie Fehler und schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie nerven nicht und schaffen es ein Thema richtig zu starten und bei Potential sogar über mehrere Schritte zu spielen.

Be prepared – Ein Plan hilft

Wenn Sie Ihre PR selbst betreiben, brauchen Sie einen Fahrplan. Auf diesem Weg behalten Sie den Überblick und definieren wann welche Neuigkeit an wen kommuniziert wird. Versuchen Sie die News nach Relevanz für die verschiedenen Kommunikationskanäle und Empfänger zu clustern. Danach verteilen Sie die Neuigkeit entsprechend ihres Ereigniszeitpunktes in den Jahreskalender.

Sollten Meldungen dabei sein, die nicht an einen Zeitpunkt gebunden sind oder Sie diesen bestimmen können, nutzen sie die Lücken im Plan. Am Ende haben Sie einen Fahrplan für Ihre Kommunikation im Jahr und haben eine möglichst gleichmäßige Dosierung erreicht.

Wie viel ist genug?

Das ist abhängig von der Neuigkeit und auf die Dosierung kommt es an. Dafür sind drei Dinge erfolgsentscheidend:

1. Kanal

Nicht jeder Kommunikationskanal eignet sich für Ihre Neuigkeit. Die Optionen sind:

Social Media
Mittlerweile ist es die Wunderwaffe für Unternehmenskommunikation aber auch Marketing & Sales. Entscheiden Sie bevor Sie den Kanal öffnen, wie Sie kommunizieren wollen und was Sie erzählen wollen. Es sollte zum Kanal passend eine Mischung aus Unternehmensinfos, Produktinfos und Verkaufsangebote auf eine nahbare Art und Weise sein. Euphorie und Geschwindigkeit sind hier der Schlüssel zur Begeisterung.

Business Netzwerke
Beschränken Sie sich auf echte Neuigkeiten, die Ihnen Aufmerksamkeit verschaffen und auf Ihr Unternehmen einzahlen. Die Häufigkeit muss nicht hoch sein, doch die Relevanz sollte es sein. Denn hier pflegen Sie Businesskontakte zum Erfolg Ihres Unternehmens.

Website
Ihr Aushängeschild im Netz. Es erhöht die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit. Nutzen diesen Kanal, um Ihr Unternehmen und Ihr Produkt darzustellen. Doch auch hier bringen Neuigkeiten regelmäßig frischen Wind rein. Achten Sie darauf, dass die News sachlich bleiben und schnell zu erfassen sind.

Newsletter
Er hilft Ihnen alle Personen, die bereits mit Ihnen in Verbindung waren, auf dem Laufenden zu halten. Hier ist eine Mischung aus Business-News und Menschelndem aus Ihrem Startup angemessen. Der Newsletter schafft es, Ihre Fans zu pflegen. Selbstverständlich ist der Newsletter auch ein Tool, um neben Neuigkeiten auf Angebote aufmerksam zu machen. Doch diese verkaufen sich besser, wenn der Empfänger eine emotionale Verbindung zu Ihnen aufgebaut hat.

Pressemitteilung
Anders als bei den anderen Medien heißt es hier nicht „I’ll keep you posted“, sondern die Art der Neuigkeit bestimmt den Einsatz. Haben Sie also etwas wirklich Relevantes wie einen einmaligen Fortschritt als Pionier Ihrer Branche gemacht oder eine noch nie dagewesene Dienstleistung entwickelt, dann nutzen Sie die Pressemitteilung. Die 5 W-Fragen in journalistischem Stil formuliert – ohne Schnörkel exakt auf den Punkt – helfen dem Empfänger informiert zu sein und im Anschluss seinen Lesern einen echten Mehrwert zu präsenteren.

2. Timing

Das Wichtigste ist, dass die Neuigkeit kommuniziert wird, wenn sie neu ist. Das klingt einfacher als es ist. Unterschätzen Sie nicht Ihr Daily Business oder Abstimmungswege mit Ihren Startup-Partnern. Der Plan hilft Ihnen die vorhersehbaren Themen im Jahr zu definieren und sich darauf einzustellen. Doch es kann gerade bei Startups im Laufe des Jahres jede Menge passieren, sodass Sie manchmal auch kurzfristig die Kommunikation einer Neuigkeit vorbereiten müssen.

3. Inhalt

Nicht jeden interessiert alles, das werden Sie von sich selbst kennen. In der Unternehmenskommunikation und PR sind in erster Linie der Neuigkeitswert, der Informationsgehalt und die Relevanz entscheidend.
Dabei ist die erste Ebene der Information ein Teaser, der das Notwendigste mitteilt aber auch neugierig auf mehr macht. Dieses „Mehr“ können im Falle der PR Hintergrundinformationen sein oder das Angebot eines Interviews.
Es lohnt sich also genau zu überlegen, wer wird wann worüber auf welche Art informiert. So gehen Sie der Gefahr aus dem Weg zu nerven.

H2: Fazit:

Seien Sie kommunikativ. Doch überfordern Sie sich nicht. In einem Startup gibt es viel zu tun und umso besser ist es, die Kommunikation bestmöglich zu planen. Die Dosierung bestimmen Sie, die Relevanz der Empfänger.

Bild: Pixabay

Annett Oeding

Annett Oeding berät seit 21 Jahren Geschäftsführer und Vorstände in Kommunikationsfragen. Sie leitete Kommunikationsabteilungen von Konzernen und arbeitete als Pressesprecherin. 2013 gründete sie ihre eigene Strategieberatung für Kommunikation AOSK und unterstützt neben etablierten Unternehmen immer mehr Startups, die sie in unterschiedlichen Phasen kommunikativ berät, trainiert, coacht und begleitet. Alle Informationen finden Sie auch auf http://aosk.de/

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