Immer auf Feedback hören

Atlas Biomed gentechnologische Gesundheitstests den DNA-Test und den Mikrobiom-Test

Bitte stellen Sie sich und das Startup Atlas Biomed doch kurz vor

Mein Name ist Sergey Musienko. Ich bin diplomierter Bioinformatiker und habe über zehn Jahre Erfahrung im Umgang mit Technologien, die sich den gesundheitlichen Bedürfnissen widmen. Ein Gebiet, das mich schon immer interessiert hat. 

2016 habe ich das in Großbritannien ansässige Gesundheitsunternehmen Atlas Biomed gegründet, mit dem wir uns auf personalisierte, gentechnologische Gesundheitstests spezialisiert haben. Mit Atlas Biomed haben wir zwei Produkte entwickelt: den DNA-Test und den Mikrobiom-Test, die direkt an die Verbraucher gehen. Auf dem deutschen Markt ist aktuell der Mikrobiom-Test erhältlich, der Verbrauchern den direkten Einblick in ihren Gesundheitszustand ermöglicht und Empfehlungen gibt, wie dieser durch Ernährung, Bewegung und Lebensstilveränderung verbessert werden kann. Dazu analysiert der Mikrobiom-Test die Darmbakterien, das so genannte Mikrobiom, einer Person auf ihre Fähigkeit hin, Nährstoffe zu metabolisieren und zu synthetisieren, vor Krankheiten zu schützen und Ballaststoffe abzubauen. 

Der DNA-Test von Atlas Biomed bewertet die genetischen Marker einer Person hinsichtlich komplexer Krankheitsrisiken, des Trägerstatus für erblich bedingte Erkrankungen, Ernährung, Sport und Abstammung. Der DNA-Test wird im Laufe des Jahres auch in Deutschland verfügbar sein. 

Unsere Mission liegt darin, mit evidenzbasierten Technologien die Krankheitsprävention und Gesundheitsvorsorge voranzutreiben und positive Lebensstilveränderungen zu fördern, bevor Krankheiten auftreten können. Mit unseren beiden Tests bieten wir Verbrauchern somit eine ganzheitliche Sicht auf die persönliche Gesundheit. Unsere Produkte sind derzeit in Großbritannien, Deutschland, Schweden, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Österreich, Finnland, Polen und Irland erhältlich. 

Wie ist die Idee zu Atlas Biomed entstanden?

Als Absolvent des Moskauer Instituts für Physik und Technologie studierte ich im Jahr 2011 an der Singularity University, einem Think-Tank im Silicon Valley, das Bildungsprogramme sowie ein Gründerzentrum umfasst. Dort habe ich erkannt, dass die Zukunft in integrativen, persönlichen Profilen basierend auf funktionellen Genom-Analysen liegt, die Informationen über den Körper auf molekularer Ebene sammeln. Danach habe ich ein sehr erfahrenes Team von Wissenschaftlern und Bioinformatikern zusammengestellt, das die wegweisenden Produkte von Atlas Biomed entwickelt hat: den direkt an den Verbraucher gehenden DNA-Test und Mikrobiom-Test. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Der Betrieb eines biomedizinischen Start-ups unterscheidet sich stark von einem typischen IT-Startup. Es erfordert Menschen mit sehr spezifischem Fachwissen in Wissenschaft und Medizin, die eng mit Designern und Entwicklern zusammenarbeiten und einen beispiellosen Fokus auf den Datenschutz und die Zuverlässigkeit der Testergebnisse legen.

Atlas Biomed hält sich insbesondere an strenge gesetzliche Anforderungen in Bezug auf medizinische Teststandards und Datenschutz, die je nach Land und Region unterschiedlich sein können. Hinzu kommt, dass wir tatsächlich ein physisches Produkt vermarkten, so dass es logistische Faktoren gibt, ganz zu schweigen von kulturellen Besonderheiten und sprachlichen Unterschieden, die unsere Kundschaft auszeichnen.

Der Charakter unseres Unternehmens und unserer Dienstleistungen hat uns zu einem schlanken und flexibelen Unternehmen gemacht – wir haben Kandidaten mit hochspezialisierten Qualifikationen ausgewählt, kombiniert mit der Fähigkeit, sich anzupassen und in neuen Bereichen zu wachsen. Atlas Biomed gibt es schon seit einigen Jahren, dennoch gehen wir jeden Tag auch neue Wege und das bringt zwangsläufig auch spannende neue Herausforderungen mit sich. Denn schließlich sind Herausforderungen der Funke, der Innovationen anregt.

Wer ist die Zielgruppe von Atlas Biomed?

Unsere beiden Tests richten sich an alle gesundheitsbewussten Verbraucher, die ihren Gesundheitszustand verbessern und Krankheiten vorbeugen möchten. Besonders Menschen zwischen 25 und 45 Jahren, wobei Frauen und Männer gleich verteilt sind, interessieren sich für unsere Tests. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die Produkte von Atlas Biomed sind speziell darauf ausgelegt, so viele Parameter wie möglich zu integrieren, z.B. DNA, Mikrobiom, Lebensstil, um ein möglichst dynamisches und detailliertes Gesundheitsprofil für die Nutzer zu erstellen, das auf Veränderungen in ihrem Leben hinweist, darauf reagiert sowie potenziell wertvolle Informationen für Ärzte enthält. Zudem sind unsere beiden Tests bei der britischen Zulassungsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte als Medizinprodukte registriert und erfüllen alle erforderlichen “Compliance-Standards” für den Schutz persönlicher und genetischer Daten. 

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Mein Arbeitstag beginnt normalerweise gegen 10 Uhr und endet gegen 21 Uhr. In der Regel lese ich dann viele E-Mails, telefoniere mit dem Team und treffe potenzielle Investoren und Partner. Ich reise ziemlich viel, daher passiert das alles sehr oft von unterwegs.

Atlas Biomed, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Atlas Biomed ist in Großbritannien schnell gewachsen, weshalb wir mit unseren Produkten in weitere Märkte expandiert haben, denn das Interesse an einer ausgewogenen Darmflora seitens gesundheitsbewusster Verbraucher wächst stetig. Unser Ziel ist, noch in diesem Jahr nach Kanada und Japan mit unseren Produkten zu kommen und die Tests in den nächsten Jahren weltweit verfügbar zu machen. In Großbritannien sind wir bereits Marktführer für Mikrobiom-Tests und möchten in den kommenden Jahren auch global der Anbieter für Tests für Verbraucher zur präventiven Gesundheitsvorsorge sein und so vielen Menschen wie möglich die Möglichkeit zu geben, mehr über ihre Gesundheit zu erfahren, positive Veränderungen im Lebensstil anzuregen und sie in eine gesündere Zukunft zu führen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ein vielfältiges Team

Wenn es um das Leben geht, können wir viel von den Bakterien lernen. Im Darm-Mikrobiom sorgt die Vielfalt für mehr Nachhaltigkeit innerhalb des Ökosystems, wodurch es stabiler wird, besser auf Veränderungen reagiert und in der Lage ist, eine größere Bandbreite an positiven Funktionen zu erfüllen. Das Gleiche gilt für Teams: Es braucht Menschen mit unterschiedlichem Fachwissen, Hintergrund und Erfahrungen, um ein tolles Produkt zu entwickeln. In unseren Büros ist es an der Tagesordnung, dass Wissenschaftler, Genforscher und Mediziner Hand in Hand mit Designern, IT-Entwicklern, Marketing- und Vertriebsmitarbeitern arbeiten.

Spaß haben

Überstunden machen und nicht durch Stress verrückt werden ist nur möglich, wenn die Arbeit wirklich Spaß macht. Stress hat wichtige Auswirkungen auf die Gesundheit und das Verhalten des Menschen, und man kann viel Stress haben, wenn man ein Start-up betreibt, deshalb lege ich großen Wert auf das Arbeitsumfeld. Ich möchte, dass jeder meiner Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommt, und dazu gehört auch, dass jeder eine Stimme hat und anerkannt wird. Doch auch  “lustige” Vorteile wie kostenloses Frühstück, schlechte Wortspiele und Sprachunterricht dürfen nicht fehlen. Und hey, wenn ein Balancierbrett oder ein Lauf dabei helfen, den Lösungsansatz für einen komplexen Algorithmus auszuarbeiten, dann mach es!

Immer auf Feedback hören

Die Kunden haben vielleicht nicht immer Recht, aber auf sie zu hören ist unerlässlich. Viel zu viele Unternehmen haben vergessen, wie man zuhört. Es ist ein Problem, dem ich jeden Tag begegne – vor allem in meinem Privatleben. Tatsächlich ist es erstaunlich, wie wenig Verantwortlichkeit heutzutage von den Kunden-Service-Abteilungen verlangt wird. Sei nicht wie diese Unternehmen: Behandle deine Kunden so, wie du behandelt werden willst: als vollwertiger Mensch mit einer Meinung, Gefühlen und Erfahrungen, der sich entschieden hat, Geld für dieses Produkt und nicht für das der Konkurrenz auszugeben.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Sergey Musienko für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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