Realistisch bleiben

Assetizr: Bilder einfach am Desktop zuschneiden und bearbeiten

Stellen Sie sich und das Startup Assetizr kurz unseren Lesern vor!

Das Team von Assetizr ist noch recht klein, wir sind Florian, Michael und Lukas. Wir wohnen und arbeiten in Berlin und kennen uns von einem Coding Bootcamp. Lukas war der Lehrer und hat Florian und Michael als Schüler unterstützt und anschließend angeheuert! Seit Oktober sind wir als Startup-Agentur und Produktschmiede am Potsdamer Platz tätig. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich (Lukas) bin bereits 2017 mit einem anderen Startup nach Berlin gekommen und habe dort 1 1/2 Jahr gearbeitet. Dort war ich schon Co-Founder, hatte jedoch eine Junior-Rolle. D.h. ich war definitiv in den Entscheidungsprozess eingebunden, das letzte Wort hatte dann aber mein Co-Founder. Anschließend wollte ich meine eigenen Ideen umsetzen und wo geht das besser, als in einem eigenen Unternehmen.

Welche Vision steckt hinter Assetizr?

Assetizr ist als Side Project gestartet. Die Idee entstand durch unsere eigenen Probleme. Als Entwickler oder Designer muss man häufig Bilder in Webseiten oder Apps einbinden, diese müssen gut aussehen, dürfen aber nicht zu groß sein. Oftmals führt dann kein Weg an großen Programmen wie Photoshop oder Affinity Designer vorbei. Diese sind super, aber der Workflow ist definitiv zu umständlich. Andere Tools gibt es natürlich, aber sind von der Funktionalität, dem Design oder der Handhabung einfach veraltet. Zukünftig soll Assetizr alles verwalten können, was online assets angeht, also Bilder, Videos, Texte o.ä. Wir wollen zusätzlich zu dem jetzigen Tool eine cloud-basierte Teamablage schaffen, in der Historien und Teamkollaboration einfach abgebildet werden. Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit soll bei Assetizr immer an erster Stelle stehen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung bei uns war sicherlich die App korrekt zu vermarkten und anschließend ein Bezahlmodell einzuführen. Die initiale Rückmeldung war sehr positiv, jedoch war es nicht ganz klar, wie wir Assetizr monetarisieren konnten. Finanzierung spielt natürlich weiterhin eine große Rolle, gerade im Hinblick auf Wachstum. Wir finanzieren das Produkt derzeit zu 100% organisch und stocken das Budget aus den Erlösen unserer anderen Tätigkeit auf.

Wer ist die Zielgruppe von Assetizr?

Hauptsächlich Internet-Professionals (Webentwickler und Designer) und Agenturen, so glauben wir. Die Zielgruppe kann sich durchaus anders entwickeln, als man erwartet. So war unser erster zahlender Kunde ein Student im Bereich Machine Learning. Dort ist es oftmals notwendig eine große Anzahl an Bildern, ein sogenanntes “Training Set”, in ein bestimmtes Format zu bekommen. Assetizr ist perfekt dafür ausgelegt, wir können mehrere hundert Bilder auf einmal handhaben. 

Wie funktioniert Assetizr? Wo liegen die Vorteile?

Assetizr ist hoffentlich selbsterklärend, also am besten herunterladen und ausprobieren! Um die Funktionsweise kurz zu erklären: Man zieht per Drag’n’Drop Bilder in das Fenster von Assetizr. Anschließend werden die Bilder aufgelistet und automatisch optimiert. Man kann weitere Outputs pro Bild hinzufügen und auch die Bildausschnitte wählen, also Bilder einfach zuschneiden. Das Umwandeln in andere Formate klappt auch mit einem Klick. Inzwischen kann Assetizr aber noch viel mehr. So kann man sich lizenzfreie Bilder direkt aus der App herunterladen (natürlich werden diese auch wieder optimiert) oder ein Bild in vorgefertigte Formate bringen. Das ist insbesondere für Social Media Agenturen hilfreich, die ein Bild auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlichen wollen.

Wie ist das Feedback?

Das Feedback ist bisher unglaublich gut. Wir sind ohne große Erwartungen an den Markt gegangen und hatten in der ersten Woche bereits 1.000 Downloads. Nach dem ersten Monat waren es dann knapp 4.000 Nutzer. Viele Blogger haben Assetizr gefunden und anschließend Artikel darüber veröffentlicht. Dies war auch die Entscheidung Version 2.0 zu entwickeln, die jetzt seit ca. 2 Wochen online ist.

Assetizr, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Schwer zu sagen. Im Idealfall sind wir, wie oben beschrieben, dann Markführer im Bereich Online Assets, also sozusagen eine bessere Dropbox , bei der User Metadaten hinterlegen können, Bilder & Videos direkt bearbeiten können und automatisch auf verschiedenen Social Media Plattformen posten können. Dies ist aber noch ein weiter Weg und das wichtigste ist es Feedback der Nutzer in den Entscheidungsprozess zu integrieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Generell fällt es mir schwer hier etwas zu sagen, dass nicht klischeebehaftet klingt. Oftmals hat man diese Ratschläge schon so oft gehört, dass diese ihre Wirkung verlieren. Das heißt natürlich nicht, dass sie weniger wahr sind.
1. Der wichtigste Tipp ist, dass mein einfach mal machen sollte. In den allermeisten Fällen schlagen die ersten Versuche als Gründer fehl, daher ist es besser früh zu versuchen und sich dann anzupassen beziehungsweise zum richtigen Zeitpunkt das nächste Projekt anzugehen.

2. Man muss realistisch bleiben, aber man kann die Realität ruhig etwas dehnen. Aussagen wie “gibt es doch schon” oder “das funktioniert doch nie” hört man allzu häufig. Oftmals muss man da auf sich selbst vertrauen und seine Ideen umsetzen, auch wenn es Gegenwind gibt.

3. Es ist wichtig, dass man den Bezug zu sich selbst nicht verliert. Viele gründen nur, um von sich sagen zu können, dass sie ein Startup haben oder weil das gerade “in” ist. Letztlich wird man so nicht sonderlich viel erreichen. Wenn man nicht gerne viel und lange arbeitet wird man als Gründer in den ersten Jahren nicht glücklich. D.h. man muss mit Leidenschaft dabei sein. Wenn man das ist kann es aber auch vorkommen, dass man sich keine Zeit mehr für etwas anderes nimmt. Hier ist es wichtig auf sein Bauchgefühl zu hören. Wenn man Lust hat, ist es kein Problem 60–70 Stunden in der Woche zu arbeiten. Wenn man aber merkt man braucht eine Pause, dann sollte man sich die auch nehmen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Florian, Michael und Lukas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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