Sonntag, März 7, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Asante Sanaa bringt die Kunst Tansanias auf deutsche Straßen

Stellen Sie sich und das Startup Asante Sanaa doch kurz unseren Lesern vor!

Asante Sanaa bringt die Kunst Tansanias auf deutsche Straßen. Wir unterstützen vom Tourismus abhängige Künstler*innen Ostafrikas, indem wir ihre Kunstwerke auf ökologisch und fair gehandelte Modeartikel bringen. So erhöhen wir die Wertschöpfung vor Ort, schaffen Aufmerksamkeit für tansanische Kunst und Kultur und erzeugen mit unseren Modeartikeln eine einzigartige wandernde Kunstausstellung auf deutschen Straßen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Vor Ort in Tansania haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Entwicklungshilfe von NGO’s oft allein von Spenden abhängig ist. Zum Beispiel ist es durchaus wichtig, für einen Zugang zu Bildung zu sorgen, oftmals können die Kinder und Jugendlichen ihr erlerntes Wissen dann jedoch, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage, nicht nutzen und vertiefen. Im Speziellen konnten wir sehen, dass viele Talente, einzigartige Handwerkskunst und innovative Ideen oft ins Leere laufen. Durch Unternehmensgründung und soziales Unternehmertum können wir den Wirtschaftsstandort Ostafrika nachhaltig fördern. Als Asante Sanaa wollen wir jungen Gründern in Tansania Mut machen, anderen Unternehmen zeigen, dass es sich lohnt, in den Standort Tansania zu investieren und die Wertschöpfung in der Region erhöhen. Wenn wir unternehmerisch erfolgreich sind, inspirieren wir andere.

Welche Vision steckt hinter Asante Sanaa?

Asante Sanaa ist ein Sinnbild für globale kulturelle Vielfalt. Kunst ist universell und verbindet Kulturen über Ländergrenzen hinweg. Der Sinn eines Menschen für Ästhetik ist global ähnlich. Über das Medium Kunst wollen wir den Menschen Tansania näherbringen. Wichtig ist uns dabei, dass jedes Gemälde eine eigene persönliche Geschichte erzählt und dahinter ein(e) Künstler*in steht. Mit dem Tragen eines unserer Produkte entsteht zugleich immer eine Verbundenheit mit dieser Geschichte und somit auch mit dem/der Künstler*in. Diese Verbindung ist unser Ziel, um den einzigartigen Talenten in Tansania eine Plattform zu bieten, damit sie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Da es uns erst seit Mitte September 2020 gibt, war auf jeden Fall eine unserer größten Herausforderungen der Zeitmangel. Von Beginn an war es unser Ziel, den Künstler*innen durch die Corona Zeit zu helfen. Der Tourismus war und ist als Haupteinnahmequelle nahezu komplett eingebrochen, weshalb einige kein Einkommen mehr hatten. Dementsprechend hatten wir einen engen Zeitplan, in welchem wir das Projekt realisieren wollten. Dabei haben uns ab November dann selbst die verschärften Corona Maßnahmen getroffen. Geplante Shootings mussten abgesagt werden und Teammeetings in Persona waren auch nicht mehr möglich. Gleichzeitig ist man natürlich in solchen Zeiten erheblichen Planungsunsicherheiten ausgesetzt, was Preis- und Zeitkalkulationen erheblich erschwert. Wir hatten Glück, dass wir auf die Zuverlässigkeit unserer Partner zählen konnten. So war es uns möglich innerhalb kürzester Zeit die ersten Kunstwerke nach Deutschland zu bringen und somit Sicherheit in unseren Kalkulationen zu erlangen.


Unsere erste Finanzierungsphase belief sich dabei auf Family and Friends, womit wir genügend Grundkapital für die Produktentwicklung hatten. Danach haben wir unsere Crowdfunding Kampagne auf Startnext gestartet, bei welcher man unsere erste Kollektion erwerben konnte. Am 10.01.2021 konnten wir diese zweite Finanzierungsphase erfolgreich mit einer erzielten Funding Summe von 22.239 € abschließen. So können wir die geplante Soforthilfe für die Künstler*innen bieten.

Wer ist die Zielgruppe von Asante Sanaa?

Als ökologisch nachhaltiges Label, das fair gehandelte Produkte vertreibt, möchten wir vor allem Menschen ansprechen, die ebenfalls für diese Werte eintreten. Unsere Modeprodukte finden vor allem Anklang in einer jüngeren Zielgruppe, die wir dabei gezielt über soziale Medien erreichen können. Die originalen Kunstwerke hingegen zeigen auf, dass wir damit vor allem ältere Generationen adressieren, die die Einzigartigkeit der Gemälde im Zusammenhang mit dem sozialen Aspekt des Unternehmens wertschätzen und auch die entsprechende Kaufkraft bieten. Die Kunst Tansanias der breiten Masse zugänglich zu machen und in den Alltag zu integrieren, heißt auch verschiedene Produkte für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln. Bei der Produktentwicklung haben wir deshalb genau darauf geachtet verschiedene Produkte für verschiedene Zielgruppen anbieten zu können.

Wie funktioniert Asante Sanaa? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Über unser Künstlernetzwerk in Tansania treffen wir eine Vorauswahl, welche Bilder nach Deutschland versendet werden. Hier werden diese dann digitalisiert ehe wir passende Designs entwickeln, die sich dann auf unseren Produkten und Modeartikeln für den deutschen Markt wiederfinden. Unser Vorteil ist dabei, dass wir bereits über ausgezeichnete Kontakte in Ostafrika verfügen. Außerdem können wir dem Kunden am Ende mehr als nur ein bedrucktes Shirt bieten. Mit dem Kauf eines unserer Produkte wird zugleich eine persönliche Geschichte verbunden und ein direkter sozialer Impact erworben.

Diese Individualität zeichnet uns aus und grenzt uns von anderen Anbietern ab. Darüber hinaus bieten wir dem deutschen Markt etwas Neues und gewissermaßen Exotisches.

Asante Sanaa, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir als Asante Sanaa möchten weiterhin zeigen, dass es auch als Unternehmen möglich ist, die Wirtschaft fair, sozial und nachhaltig zu gestalten und trotzdem erfolgreich zu sein. In fünf Jahren sehen wir uns als etablierte Marke auf dem europäischen Markt, die weiterhin für die Werte Fairness, Solidarität und Nachhaltigkeit steht und einen mindestens mittleren sechsstelligen Jahresumsatz erzielt. Ebenfalls ist langfristig der Aufbau einer eigenen Produktionsstätte in Tansania geplant.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das Projekt Asante Sanaa ist aus einem Team heraus entstanden. Mehr als 13 junge Menschen aus den verschiedensten Fachgebieten haben sich zusammengefunden, um die Vision hinter Asante Sanaa umzusetzen und das Projekt zum Leben zu erwecken.

Für viele angehende Gründer wird es vermutlich nicht der Fall sein, auf ein solch großes Team Zugriff zu haben, vielleicht mag es sogar abschreckend klingen. Unser erster Tipp ist jedoch, dass gerade die Teamgröße in ihrer Diversität dazu beigetragen hat, dass Asante Sanaa einen so erfolgreichen Start hatte. Natürlich müssen es nicht gleich 13 Personen sein, aber durch die Gründung im Team entsteht der Vorteil, dass eine Vielzahl von Kompetenzen eingebracht werden kann. So ist es möglich, von den Stärken der anderen zu profitieren und in kürzerer Zeit mit einigermaßen geringem Aufwand viel zu erreichen.

Natürlich hat die Arbeit in einem Team auch ihre Fallstricke. Der zweite Tipp, den wir sehen, ist, dass die Kommunikation innerhalb des Teams sehr entscheidend ist. Es ist wichtig, Vertrauen untereinander aufzubauen. Ergebnisse und Fehler zu teilen und eine Kultur zu entwickeln, die dafür einsteht, konstruktiv zusammenarbeiten zu können.

Und zu allerletzt ist es entscheidend, mutig seine eigene Idee umzusetzen. Wichtig ist es, an sie zu glauben, darüber zu sprechen und zu versuchen, so schnell wie möglich Feedback von potenziellen Kunden zu erhalten. Außerdem kann es sehr hilfreich sein nach Hilfe zu Fragen. Wenn die eigene Expertise nicht ausreicht oder man selbst nicht weiterkommt. Wenn Menschen merken, dass Gründer*innen für ihre Idee brennen, werden sie oftmals bereit sein sie zu unterstützen. Mit einem mutigen Auftreten ist meist schon die Hälfte geschafft.

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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