Du brauchst gute Nerven!

artrium ist eine Online Galerie, bei der die User mitbestimmen, welche Kunst gefördert und ausgestellt wird

Stellen Sie sich und das Startup artrium doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind Roger Barth und Ludwig Romberger. Als Gründer werden wir durch verschiedene Kuratoren und Kenner der Szene unterstützt, die auch einen Teil des artrium-Kuratoriums bilden. Verantwortlich für die technische Entwicklung der App und von der Stunde null immer mit dabei, ist der Wiener Marc Edem.

artrium ist eine Online Galerie, bei der die User mitbestimmen, welche Kunst gefördert und ausgestellt wird. Wir bieten Künstlern aus der ganzen Welt eine einzigartige Plattform, ihre Arbeiten vorzustellen und mit der Community (den Usern) in den direkten Diskurs zu treten. Bei uns wird die artrium-Community zum Nachwuchsförderer, denn die Online Galerie ermöglicht in Verbindung mit einer App und regelmäßigen pop-up Ausstellungen Künstlern und Kunstliebhabern den Eintritt in die Kunstwelt erleichtern.

Wie ist die Idee zu artrium entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Auf einer gemeinsamen Reise nach Kolumbien stellten wir fest, dass dort ganz anders über Kunst geredet wird. Es geht um Empfindungen und Eindrücke, die beim Betrachter entstehen. Hinzu kommt: Kunst findet in Kolumbien überall statt, nicht nur in Galerien. Das hat uns beeindruckt. Wir sind selbst Kunstfans, jedoch kein Teil der Kunstelite. Es hat uns inspiriert, wie offen der Umgang mit Kunst in Kolumbien ist und wie hier jeder seinen Platz finden kann. Daher wuchs in uns die Idee, eine Online Galerie in Verbindung mit einer App und regelmäßigen Veranstaltungen zu entwickeln.

artrium soll ein Ort sein, an dem Künstler eine Plattform erhalten, auf der sie ihre Kunst Menschen auf der ganzen Welt zeigen und sich mit ihnen austauschen können. Am Ende sind es die User, die entscheiden, welche Kunst auf unseren pop-up Ausstellungen ausgestellt wird. Der klassische Mechanismus des Kunstmarktes wird so um eine weitere Facette ergänzt, denn wenn besonders viele Menschen sich für etwas begeistern, ebnet dies im Idealfall Künstlern den Weg ins Rampenlicht – so funktioniert artrium. Dabei ist es uns eines besonders wichtig, egal ob digital oder in einer pop-up Galerie: die Arbeit von noch nicht oder weniger bekannten Künstlern, soll der Allgemeinheit zugängig gemacht werden.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Wir sind beide viel herumgekommen, haben an exotischen Orten gearbeitet und dabei enorm viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln können. Es war schon immer unser Wunsch, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Dass wir eine Online Community, die digital und analog funktioniert, ins Leben rufen und auf diesem Weg Künstler und Kunstfreunde zusammenbringen, hätten wir damals natürlich nicht gedacht. Kunst spielte in unser beider Leben schon immer eine große Rolle – nur das wie und was wir daraus machen wollen, ist uns erst in Kolumbien so richtig klargeworden.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war, den passenden Investor zu finden. Das ist so wichtig, denn mit der Person muss man neben dem ganzen Finanziellen, auch menschlich gut zusammenpassen. Und wir hatten Glück, denn kurz nach dem wir unseren Wohnsitz nach Berlin verlegt haben, wurden wir einer etablierten Kunstsammlerin vorgestellt. Nicht nur das es menschlich perfekt gepasst hat, sie ist auch noch progressiv und hat das Potential und den Wert der Verknüpfung von Digital und pop-up-Events sofort erkannt. Ihre Energie hat uns wahnsinnig beflügelt.

Wer ist die Zielgruppe von artrium?
Wir richten uns an alle, die Kunst lieben oder machen. Frauen, Männer, erfolgreiche oder aufstrebende Künstler, jung oder alt– wir schließen niemanden aus. Da wir neben der Online Community, die App und immer wiederkehrende Veranstaltungsreihen haben, führen wir auf diese Art unterschiedliche Altersgruppen zusammen, was unheimlich spannend ist.

Welche Künstler findet man online und auf der App? Wie werden die Künstler ausgesucht?
Auf unserer App findet man Künstler aus aller Welt mit den unterschiedlichsten Ansätzen. Ob Fotografie, Malerei, abstrakte Kunst oder Street-Art hier wird jeder fündig. Unsere Künstler finden wir, in dem wir immer und überall unsere Augen und Ohren offenhalten. So geschehen mit dem Mexikaner Quillermo Arturo und seiner spanischen Frau Amanda Arrou-tea. Ihre Arbeiten haben wir zufällig entdeckt, waren total begeistert und wollten das Künstlerduo unbedingt ausstellen. Daraufhin haben wir sie für unser jüngstes Projekt begeistern können und zeigen nun ihre Arbeiten im Rahmen des Berlin Art Bangs THE HAUS. Sie stellen also nicht nur oben im THE HAUS aus, sondern auch in unserer pop-up Galerie im Keller und sind gleichzeitig auf unserer artrium-App vertreten.

Welche Künstler werden in den Vernissagen ausgestellt?
Wir haben auf unserer App eine Rubrik, in der sich die Künstler zu einem bestimmten Thema für eine Ausstellung bewerben können. Nur, wenn die User unserer Community deren Kunst für gut befinden und entsprechend bewerten, werden sie ausgestellt. Das funktioniert und am Ende sind alle glücklich, denn Gäste wie Künstler wollen sich ja wirklich kennenlernen, entdecken und unterstützen.

Worin liegt ihr USP?
Der USP liegt eindeutig in der Verknüpfung der digitalen mit der analogen Welt. Der Kunstmarkt befindet sich allmählich im Wandel, auch wenn er sich bisher vor der Digitalisierung gesträubt hat. Hier schlummern einige Potentiale. Wir wissen, dass es nicht ausreicht, Kunst auf einer App zu zeigen, die Menschen sollen sie auch erleben können, denn nur so können sie die ganze Dimension erfassen und sich in die Werke der Künstler verlieben. Davon lebt Kunst. Aber wir wollen vor allem die Kultur des Austausches fördern. Wie wir es in Kolumbien erlebt haben, so einen ungezwungenen Umgang mit der Kunst, das wünschen wir uns auch für Deutschland.

artrium, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Mit artrium.me möchten wir ein Zeichen in der Kunstwelt setzen, denn wir verknüpfen die digitale mit der analogen Welt, dass gelingt bisher kaum einem Vertreter der Kunstszene. In fünf Jahren sind wir dann hoffentlich soweit über den deutschsprachigen Raum hinaus aktiv zu ein und dabei die Welt zu erobern. Aber Spaß beiseite. Wir wollen natürlich unsere Community wachsen sehen. Zuerst innerhalb Deutschlands, dann des deutschsprachigen Auslandes und dann – ach, treffen wir uns doch einfach in fünf Jahren wieder.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Du brauchst gute Nerven, denn es gibt zahlreiche Meilensteine, die man immer wieder passieren muss, um aus einem Start-up ein solides Unternehmen zu machen – und das ist unser Ziel.
2. Man muss akzeptieren, dass man selbst das perfekteste Business Model nicht beim ersten Versuch hinkriegt. Je besser man im Aufbau den Markt und seine eigenen Stärken kennen lernt, desto besser kann man auch seine Position finden.
3. Aus einem Hobby oder Leidenschaft einen Beruf zu machen, wie wir mit Kunst, ist zwar nicht einfach, aber weil man automisch Spaß daran hat, lohnt es sich in jedem Fall.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Roger Barth und Ludwig Romberger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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