Risikobereitschaft und Ehrgeiz beweisen

arranja Einkaufs und Lieferservice: persönliche Shopper geht im lokalen Einzelhandel einkaufen und liefert im gewünschten Zeitfenster

Stellen Sie sich und das Startup arranja doch kurz unseren Lesern vor!
Sehr gerne. Hinter arranja stehen die drei Gründer Robert Moder, Dimitar Shulikov und Atanas Yordanov. Gegründet wurde das Unternehmen 2015 in Starnberg bei München. Der Onlinegang erfolgte dann Mitte 2016.

Was ist arranja? In wenigen Worten erklärt, mit arranja wird der Einkauf im lokalen Einzelhandel online erledigt. Der Kunde schreibt seine individuelle Einkaufsliste, der persönliche Shopper geht im lokalen Einzelhandel einkaufen und liefert im gewünschten Zeitfenster.

In einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft verstehen wir uns als Schnittstelle zwischen Endverbrauchern und lokalen Einzelhändlern. Dabei stehen wir für lokales, ökologisches und soziales Wertebewusstsein. Wir bieten dem Endverbraucher über eine Plattform einen individuellen, nachhaltigen und bequemen Einkauf aller Bedarfsgüter des täglichen Lebens im lokalen Einzelhandel inklusive Lieferserivce (Same Day Delivery).

Wie ist die Idee zu arranja entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Begonnen hat alles mit einem zunächst sehr einfach erscheinenden Bedürfnis, nämlich Lebensmittel aber auch allgemeine Konsumgüter des täglichen Lebens online zu bestellen. Die Anforderungen im Beruf nehmen stetig zu, die wenige Freizeit die bleibt möchte man lieber mit der Familie genießen, Sport treiben oder einfach nur erholen – gut dann bestellen wir einfach online! Nur so „einfach“ war das doch nicht. Bei den ersten Gehversuchen war keinesfalls alles schlecht aber wirklich zufrieden?

• Die Abhängigkeit an das verfügbare Angebot in Online-Shops war ein wesentlicher Punkt.
• Das persönliche Verständnis für die Qualität und Frische war öfter ein anderes.
• Die Tatsache dass man schon kurzfristig die lieb gewonnenen und gewohnt guten Produkte vom lokalen Einzelhändler vermisst.
• Der Verpackungsmüll bei Artikel dessen Kühlkette gewährleistet werden muss und die verbundenen zusätzlichen Kosten kamen nicht gut an.

So kamen schlussendlich folgende Fragen auf:

• Wie ist es möglich alle Produkte über „eine Plattform“ zu bestellen?
• Wie kann man die Qualität und Frische gewährleisten, die man aus dem stationären Handel seit Jahren gewohnt ist?
• Muss ich wirklich auf die Produkte meines favorisierten Bäckers, Metzgers oder z.B. Obst- und Gemüsehändlers verzichten wenn ich online bestellen möchte?

Aus diesen Erfahrungen heraus wurde die Idee für arranja geboren.

Mit dem zusammenfinden des Gründerteams hatten wir vergleichsweise Glück und Vorteile gleichermaßen. Wir verfügen über ein eingespieltes Team, welches bereits seit über 10 Jahren in dieser Konstellation im Bereich Entwicklung von Online-Applikation tätig ist und schon vor der Gründung von arranja eine feste Größe war. Das Gründerteam geht aus der Internetagentur Progressive Media GmbH hervor und kann auf eine langjährige Erfahrung mit namhaften Referenzen zurückblicken.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Aus unserer Sicht, ist es die größte Herausforderung, nie das Ziel aus den Augen zu verlieren und immer auf neu gewonnene Erkenntnisse mit Augenmaß zu reagieren.

Jeder Gründer kennt diese Schritte nur zu gut. Es wird die Geschäftsidee und Zielsetzung definiert, Markt- und Wettbewerbsbetrachtungen werden herangezogen, die Konzeption entwickelt, Strategien und Marketingmaßnahmen geprüft bis hin zu umfangreichen SWOT-Analysen, Organisatorische sowie Strukturelle Fragen geklärt. Um all diese Punkte stets aufeinander abzustimmen, benötigt es eine entsprechende Aufmerksamkeit und gute Prozessabläufe während den Entwicklungsphasen. Ständig gibt es neue Erkenntnisse aus verschiedenen Themenbereichen. Hier immer einen guten Überblick zu behalten ist schon eine echte Herausforderung.

Die Finanzierung des Projektes stammt bis zum heutigen Tag aus eigenen Mitteln. Hier greifen wie eingangs erwähnt die Vorteile des Gründerteams. Jedoch ist zu erwähnen, dass wir allmählich an einem Punkt kommen, wo wir aktiv auf Investorensuche gehen sollten. Das betrifft nicht nur ein finanzielles Investment, wir wünschen uns Partner, die mit ihrem Know-how und Herzblut das Projekt mit in die richtigen Bahnen lenken können. Positiv aufgefallen ist uns, dass aus diesem Sektor schon Interessenten proaktiv auf uns zugekommen sind.

Wer ist die Zielgruppe von arranja?
Zur ersten Zielgruppe gehört allgemein der lokale Endverbraucher. Dabei zählen Privatpersonen aber auch Unternehmen, die den lokalen Einkauf erledigen lassen.

Die Grundsituation ist, dass es Online-Shops von großen Supermärkten, wenigen regionalen Online-Shops, oder Lebensmittelspezialisten gibt, aber bisher keine Möglichkeit gab „einen individuellen Einkauf aller Bedarfsgüter im lokalen Handel über eine Online-Plattform“ zu erledigen. In den seltensten Fällen kann oder wird man alle Produkte in einem einzigen Geschäft kaufen. Man möchte wieder zunehmend den regionalen Markt stärken, benötigt Produkte von ganz unterschiedlichen Geschäften, hat seine favorisierten Bezugsquellen und legt dabei Wert auf Frische, Geschmack und Nachhaltigkeit.

Mit arranja werden die Bedürfnisse des Endverbrauchers optimal bedient ohne dabei die Gewohnheiten im Konsumverhalten ändern zu müssen. Die zweite Zielgruppe von arranja ist der lokale Einzelhandel. Mit arranja erhält der lokale Einzelhandel eine lokale Vertriebs-, Logistik- und Marketingplattform.

Um nur einige wenige Beispiele zu nennen:
Bäckereien, Metzgereien, Obst- und Gemüsehändler, Biomärkte, Hofläden, Wochenmarktanbieter, Supermärkte, Discounter, Drogerien, Gastronomie, Getränkehändler, Spielwarenhändler, Gärtnereien, Zoohandlungen, Buchhandlungen, Baumärkte, Elektromärkte, Optiker, Schuhgeschäfte, Sportgeschäfte, Apotheken, Baumärkte und vieles mehr.

Teilenehmende Einzelhändler können ihr Artikelsortiment über arranja dem lokalen Endverbraucher direkt zum Kauf anbieten, verkaufen und mittels arranja-Shopper beliefern.

Welchen Service bieten Sie an?
Kurz gesagt: arranja ist ein individueller Einkaufsservice und Lieferservice. Die Nutzer beauftragen ihren persönlichen Shopper, im lokalen Einzelhandel deren Einkauf zu erledigen und zu liefern. Dabei werden die Artikel vom Einzelhändler der Wahl bezogen, im gewünschten Lieferzeitraum ausgeliefert und bei Bedarf auch mittels ABO wiederkehrende Einkäufe erledigt. Hinzu kommen Themen wie Botengänge, Leergutservice oder auch Markteinkauf.

Wie funktioniert das?
Sehr einfach.

• Einkaufsliste schreiben

• Persönlichen Shopper wählen

• Der Einkauf läuft

Welche Vorteile bietet arranja?
Die Vorteile zusammengefasst:

• Alles über eine Plattform

Ein Einkauf benötigt in der Regel nicht nur eine Anlaufstelle – den Supermarkt.
Es werden darüber hinaus zum Beispiel lokale Bäckereien, Metzgereien, Obst- und Gemüsehändler, Biomärkte, Drogerien, Reformhäuser, Apotheken oder Getränkemärkte angefahren. All diese Dinge des täglichen Bedarfs können naturgemäß nicht über einen Onlineshop abgedeckt werden.

• Einkauf mit Lieferung beim lokalen Einzelhändler

Favorisierte Einzelhändler vor Ort bieten in der Regel keinen Lieferservice.
Klar, der Händler vor Ort ist mit dem Tagesgeschäft beschäftigt und scheut darüber hinaus die hohen Investitionskosten für durchdachte IT- und Logistiklösungen.

• Keine Kompromisse beim Online-Einkauf

Immer mehr Verbraucher legen Wert auf ökologische, soziale und regionale Nachhaltigkeit der Nahrungsmittel. Der Preis, hierzulande das dominante Kaufkriterium, hat in den vergangenen Jahren zudem kontinuierlich an Bedeutung verloren, die Qualität wird wichtiger. Frische und Geschmack, Herkunft und Nachhaltigkeit – all das findet beim Einkauf mittlerweile ebenso viel Beachtung wie das Preisschild.

• Nützliche Serviceleistungen inklusive

Was passiert mit meinem Leergut? Irgendwann ist der Keller nun mal voll. Was ist, wenn Botengänge erledigt werden müssen um zum Beispiel etwas aus der Apotheke, der Reinigung oder dem Buchladen zu holen? Die Shopper bei arranja sind gerne behilflich.

Wie ist das Feedback?
Mit den Rückmeldungen, der Entwicklung sind wir grundsätzlich sehr zufrieden. Das motiviert uns natürlich zusätzlich den Service kontinuierlich zu verbessern und das Liefergebiet zu erweitern. Wobei man erwähnen muss, dass dieser Markt in Deutschland sich gerade erst beginnt zu entwickeln. In anderen europäischen Ländern, in Asien oder in den USA ist man da schon deutlich weiter.

Besonders freut uns daher das persönliche Feedback von so manchen Kunden. Neulich erhalten wir einen Anruf einer älteren Dame, sie sei sehr begeistert von dieser Lösung und „schicken Sie mir doch bitte Flyer, ich verteile diese für Sie in unserem Ort“. Ein besseres Feedback kann man sich kaum wünschen.

arranja, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In naher Zukunft werden wir die Schnittstelle zwischen Endverbraucher und lokalem Einzelhandel deutlich intensiver abbilden. Wie das genau aussieht, darauf darf man gespannt sein.

Selbstverständlich setzt man sich kurz- sowie mittelfristige Ziele. Aus unserer Sicht müssen wir uns vor allem den Gegebenheiten und Entwicklungen des Marktes anpassen, sein Kerngeschäft bestmöglich verstehen und immer wieder anpassen. Das Ding mit der Glaskugel liegt uns nicht so.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Grundsätzlich spielen Faktoren wie die richtige Idee, zum richtigen Zeitpunkt, das Gründerteam oder die Finanzierung als Grundlage eine Rolle. Tipps hierzu, das wäre aus unserer Sicht vermessen.

Aus den eigenen Erfahrungen heraus können wir sagen:

• Das Ziel nicht aus den Augen verlieren
• Auf Flexibilität achten
• Risikobereitschaft und Ehrgeiz beweisen

Zu letzterem abschließend ein Zitat von Richard Branson: „Ich konnte noch nie einer Herausforderung widerstehen, bei der die Aussicht auf Erfolg gering war und ich das Gegenteil beweisen konnte“.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Robert Moder für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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