Dienstag, August 16, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

apprentigo Lern-Community für Auszubildende und Fachkräfte

Stellen Sie sich und das Startup apprentigo doch kurz unseren Lesern vor!

Das EduTech-Startup apprentigo bietet Arbeitgeber:innen eine kollaborative Lern-Plattform, mit der sie ihre Auszubildenden und Fachkräfte mit 21st Century Skills ausrüsten können. Das Pilotprojekt, auf dem apprentigo aufbaut, ist der Lehrlingshackathon, welcher seit 2019 mehr als 600 Lehrlingen beigebracht hat, mit Low-Code-Tools eigene Web-Applikationen zu entwickeln, um reale Probleme zu lösen.  

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Bevor wir apprentigo gegründet haben, haben Peter und ich jahrelang in Großkonzernen gearbeitet. Uns wurde schnell klar, dass die wichtigste Ressource für die digitale Transformation neben der Technologie die Menschen sind, die kreative Lösungen mithilfe von Technologie erarbeiten. Und diese Aufgabe ist bei weiten nicht nur der Chefetage und den Akademiker:innen überlassen – sie durchdringt alle Organisations-Einheiten und Ebenen. Die Fachkräfte und Auszubildenden spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie direkt dort ihre Hand anlegen wo großes Digitalisierungspotenzial besteht. Dadurch wissen sie am ehesten, welche Lösungen gebraucht werden. 

So entstand die Idee von apprentigo: Durch das Lernen im Team wird die digitale Transformation des Unternehmens mitgestaltet. 

Wir haben uns entschieden, die Azubis und Fachkräfte mit der Entwicklung von Apps zu ermächtigen. Warum Apps? Eine App zwingt den Entwickler bzw. die Entwicklerin das Problem und die Lösung sehr spitz zu betrachten. Somit können konkrete und praxisnahe Lösungen entwickelt werden, ganz egal ob diese in Apps münden oder nicht.

Die Job-Profile ändern sich mit der fortschreitenden Digitalisierung und erfordern von Auszubildenden und Fachkräften vermehrt digitale und soziale Kompetenzen, die leider in der traditionellen Berufsbildung nicht ausreichend vermittelt werden. In Österreich entscheiden sich derzeit nur 2,5 % der Lehrlinge für IT-Berufe. In Deutschland ist der Anteil zwar leicht höher, aber nur 9 % der IT-Auszubildenden sind weiblich. Mit apprentigo bieten wir passende Lösungen, um diese Herausforderungen zu adressieren und das Potenzial der Talente zu entfachen.

Welche Vision steckt hinter apprentigo?

Unsere Vision ist es, den Auszubildenden und Fachkräften – sowohl in kleinen und großen Betriebe – in der DACH Region die Möglichkeit zu geben, die digitale Transformation der Betriebe mit zu gestalten, indem sie praxisnahe und einfach digitale und soziale Kompetenzen durch das Lösen von Challenges in Team aufbauen. Um dieses Ziel zu erreichen, sehen wir uns als Partner der Ausbilder:innen, die ihr Berufs-Weiterbildungsangebote um digitale und soziale Kompetenzen erweitern möchten. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir gehören zu den First-Movern in diesem Bereich. Das bringt viele Chancen aber auch einige Herausforderungen mit sich, da wir komplett neue Lösungen entwickeln, die es in der Form für diese Zielgruppe nicht gibt. Jetzt bereiten wir uns auf den Rollout in der DACH-Region vor, um unsere Plattform möglichst vielen Auszubildenden, Fachkräften – und deren Arbeitgeber:innen – zugänglich zu machen. 

Was unsere Finanzierung betrifft: Ja, wir finanzieren uns seit der ersten Stunde an selbst. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, apprentigo zu bootstrappen. Wir kennen uns in unserem Markt gut aus, haben unser Geschäftsmodell validiert und den Bedarf am Markt mit mehr als 150 Unternehmen unter Beweis gestellt.

Das Schöne an apprentigo ist, wir erfüllen einen dringenden Need, den jeder Arbeitgeber und jeder Auszubildende hat. Wir möchten jetzt weitere Traction erzeugen, unseren Product-Market-Fit weiter stärken und uns erst in einigen Monaten mit der Frage beschäftigen, wieviel Wachstumskapital wir aufstellen werden. 

Wer ist die Zielgruppe von apprentigo?

Unsere Zielgruppe sind Arbeitgeber:innen, die in ihre Fachkräfte und Auszubildenden investieren wollen und nach einer Lösung für den Aufbau digitaler und sozialer Kompetenzen in dieser Talente-Zielgruppe suchen. Das kann ein KMU mit fünf auszubildenden Personen sein oder ein Großbetrieb mit tausenden Auszubildenden und Fachkräften. Von Tourismus bis hin zur IT. Die Nutzer:innen unser Plattform sind vorwiegend die Lernenden selbst, die durch das Lösen konkreter Challenges im Team das praktische Wissen erwerben und sich mit Gleichgesinnten vernetzen können. Gleich nach dem Konfuzius Zitat: “Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können.”

Wie funktioniert apprentigo? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

apprentigo ist als Lern-Community für Auszubildende und Fachkräfte einzigartig in Europa. Wir verbinden drei Elemente für die Ausbildungsbetriebe: Up-Skilling, Teamstärkung und Employer Branding.

Arbeitgeber:innen registrieren sich bei apprentigo und bieten ihren Talenten die Möglichkeit, an Blended-Learning Ausbildungsprogrammen mit Gleichgesinnten teilzunehmen. Die Teilnehmer:innen bewältigen gemeinsam in Teams Herausforderungen und lösen praxisnahe Problemstellungen durch die Entwicklung von Applikationen mittels Low-Code-Tools, die ihnen auf der apprentigo-Plattform zur Verfügung gestellt werden. Im Vordergrund steht dabei nicht nur die Entwicklung von live gecodeten Apps, sondern auch die Entwicklung von sozialen Kompetenzen, Problemlösungskompetenzen und das Zusammenarbeiten in Teams – essenzielle Kompetenzen für die neue Welt des Arbeitens. 

apprentigo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

apprentigo soll in erster Instanz das führende EduTech-Startup für die Berufsgruppe Auszubildende und Fachkräfte im DACH-Raum werden. Unser Ziel ist, dass spätestens 2030 die Schlagzeilen nicht mehr vom “Fachkräftemangel”, sondern von der “digitalen Transformationskraft der europäischen Fachkräfte” sprechen.  

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das Gründungs-Team ist entscheidend – es muss komplementäre Kompetenzen aufweisen und sich gut (am besten über Jahre hinweg) kennen. 

Bei Hirings schaue nicht nur die CVs an, sondern die Lebens- und Lernwege der Bewerber:innen.

Lerne deine Zielgruppe, ihre Bedürfnisse, Herausforderungen und Eigenschaften in- und auswendig kennen. Nur wenn du deine Klientel perfekt verstehst, kannst du ihnen Lösungen anbieten, die einen perfekten Match erzielen.

Wir bedanken uns bei den Gründen für das Interview

Gründer:innen-Team (von links nach rechts): Benjamin Ruschin (Board Member), Anna Gawin (CEO) und Peter Gawin (COO) Fotocredit: © Katharina Schiffl

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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