AppLovin: Marketing Automation and Analytics

AppLovin : Mobile Marketing Plattform

Stellen Sie sich und das Unternehmen AppLovin doch kurz vor!
J.H: Mein Name ist Johannes Heinze und ich kümmere mich seit 2014 bei Applovin von Berlin aus um die internationale Expansion. Applovin wurde vor knapp vier Jahren in Palo Alto gegründet und hat sich seitdem zur größten unabhängigen Mobile Marketing Plattform entwickelt. Wir beschäftigen mittlerweile etwas mehr hundert Mitarbeiter an acht Standorten und arbeiten mit tausenden Mobile App Entwicklern rund um den Globus zusammen.

Sie sind seit 2014 im Unternehmen als Managing Director. Was sind Ihre Kernaufgaben?
J.H: Knapp die Hälfte unsere Belegschaft sitzt an unserem Hauptsitz in Palo Alto und fokussiert sich auf die Produktentwicklung. Die weiteren Standorte kümmern sich um Vertrieb und Kundenbetreuung. Ich verantworte hierbei Europa und Asien.

Wie hat sich das Unternehmen AppLovin seit dem Start entwickelt?
J.H: Außergewöhnlich ist, dass AppLovin bis auf eine Seedrunde, getragen von dem Unternehmen nahe stehenden Business Angels, kein weiteres Risikokapital erhalten hat. Man kann somit behaupten, dass wir das Unternehmen mehr oder minder zu der heutigen Größe von mehreren hundert Millionen Dollar Umsatz gebootstripped haben. Applovin verarbeitet mittlerweile knapp 50 Milliarden Werbeanfragen und 150 Terabyte Daten pro Tag. Damit erreichen wir mehr als eine Milliarde Menschen.

Wo liegt der USP des Unternehmens?
J.H: Dies fängt schon bei der Unternehmenskultur an. Wir haben uns die ersten zwei Jahre fast ausschließlich auf die Entwicklung unserer Plattform fokussiert, erst nachdem die 100 Millionen Dollar run rate geknackt wurde, begannen wir Schritt für Schritt Vertriebsleute anzuheuern und zu internationalisieren. In der Regel ist es in unserem Vertical genau anders herum.
Obwohl die Business Seite mittlerweile zahlenmäßig mit unserem Tech- und Produkt-Team gleichgezogen hat, sind wir weiterhin darauf fokussiert, unsere Technologie soweit wie möglich zu hebeln, Prozesse zu automatisieren und so effizient wie möglich zu arbeiten. Das Produkt ist hierbei eine konsequente Umsetzung dieser Philosophie, da wir Marketingabläufe automatisieren, Resultate ständig messen und programmatisch entsprechend der Ziele unserer Partner optimieren. Dies geschieht mit minimalen menschlichen Einfluss, global und in Echtzeit. Das ist letzten Endes das Faszinierende an Mobile Ad Tech: es lässt sich in einem globalen Umfeld, eine ungemein effiziente Technologie bauen, die unter Einsatz von relativ überschaubaren Mitteln rasant skaliert.

Wie hat sich der Markt für mobile Werbekampagnen entwickelt?
J.H: Ich bewege mich in dem Umfeld schon seit einigen Jahren und es ist schon beeindruckend, was da passiert ist. Anfang 2009 war ich dabei als sich vielleicht hundert App Entwickler einmal im Monat zum Mobile Monday in San Francisco trafen, um sich über die Entwicklung für den wenige Monate zuvor vorgestellten App Store auszutauschen. Heute gibt es Millionen von Apps, monatlich werden Milliarden in die Vermarktung von Apps gesteckt und Smartphones sind nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Ich hatte das Glück, die Entwicklung der schnellst wachsenden Consumer-Electronic Kategorie und dessen Software-Ecosystem mitverfolgen zu können und mit ausgesprochen intelligenten und engagierten Leuten einen kleinen Teil dieser Infrastruktur bauen zu dürfen.

Wer ist die Zielgruppe von AppLovin?
J.H: Anfänglich waren wir sehr fokussiert auf Spieleentwickler, da dies das erste Vertical war, welches auf Smartphones ernstzunehmende Umsätze durch In-App Käufe erzeugte. Heute arbeiten wir mit einem bunten Mix von Werbetreibenden zusammen, da heute in Apps nicht nur digitale Schwerter gekauft, sondern auch Flüge, Kleidung und Essen bestellt werden. Dies ist essentiell, da es unser erklärtes Ziel ist, messbare und nachhaltige Resultate zu zeigen und nicht auf esoterische Werte wie im klassischen Marketing zu optimieren.

Wie funktioniert AppLovin?
J.H: Im Prinzip muss man sich das so vorstellen: Jede App adressiert eine bestimmte Zielgruppe und integriert Werbeformate, um diese zu vermarkten. Unsere Werbetreibenden legen im Vorfeld fest, welche Ziele Sie in der Regel erreichen beispielsweise ROI nach X Tagen und schicken uns die entsprechenden Umsatzdaten, damit wir den Return auch messen können. Dann legt unser Algorithmus los, kauft Werbung ein, identifiziert die passende Zielgruppe, misst, inwieweit die Nutzer die Ziele erreichen und legt auf Basis dessen den richtigen Preispunkt fest. Damit ergibt sich über die Zeit ein stabiles Setup, das sich der Umsatzkurve unserer Partner anpasst. Als Werbeformate setzen sich hier Video und native Inhalte durch, die tiefer in die App integriert werden können und letzten Endes deutlich besser funktionieren als Banner.

AppLovin, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
J.H: Kurz- und mittelfristig geht es uns darum, unser internationales Geschäft weiter auszubauen. Hier ist insbesondere China ein enormer Wachstumsmarkt, der uns noch für eine Weile beschäftigen wird und mittlerweile für viele unsere Partner nach oder mit den USA die wichtigste Region geworden ist. Langfristig wollen wir uns als das Unternehmen positionieren, dass über alle relevanten Kanäle hinweg Werbung für Apps einkaufen kann. Man muss sich hier vor Augen halten, dass die Formate hier immer weiter konvergieren und somit über verschiedenste Geräte hinweg Inhalte beworben werden können. Apps sind heute schon auf Smartphones, -Watches und -TVs. Morgen wohl auf Virtual Reality Headsets, Autos und jeglichen Geräten, denen man noch ein Display aufschnallen, und somit die Vorsilbe Smart- verpassen kann.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
J.H: Um ehrlich zu sein habe ich nur einen Tipp für Sie, dafür aber einen Wesentlichen. Product First! Konzentriert euch auf das Produkt, dass ihr rausbringen wollt. Steckt eure Energie und Leidenschaft hinein! Wenn das Produkt gut ist, kommt alles Weitere von allein!

Wir bedanken uns bei Johannes Heinze für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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