Eine Idee bis zur Umsetzung zu verfolgen erfordert viel Zeit und Geduld!

Apoly: Rezeptfreie Medikamente online bestellen und von der stationären Apotheke – – liefern lassen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Apoly doch kurz unseren Lesern vor!
Apoly ist eine Plattform für den Einkauf von rezeptfreien Medikamenten im Internet. Besonders ist, dass Apoly nicht als klassische Versandapotheke tätig ist, sondern den Kunden und die stationäre Apotheke vor Ort zusammenbringt.
Auf der Webseite bekommen Nutzer die Möglichkeit Krankheitsbilder entsprechend ihrer Beschwerden auswählen und erhalten darauf basierend Medikamentenvorschläge. Die getätigte Bestellung wird an die im Liefergebiet ansässige Partnerapotheke weitergeleitet und vom Botendienst der Apotheke noch am selben Tag ausgeliefert.

Wie ist die Idee zu Apoly entstanden?
Die Idee für Apoly kam dem Geschäftsführer Luca Christel auf einer Auslandsreise. Als er dort krank wurde, machte er sich auf die Suche nach validen Gesundheitsinformationen vor Ort, um schnell zu genesen.
Da sich der Prozess der Informationsgewinnung – abseits vom heimischen und bekannten System – schwierig gestaltete, verschleppte er die Krankheit und der Heilungsprozess verzögerte sich. Aus dieser unangenehmen Auslandserfahrung entstand die Idee, eine Lösung für die bessere und einfacher zugängliche Informations-bzw. Medikamentenversorgung zu entwickeln.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war es mit Sicherheit, das richtige Team zu finden, um die Apoly Idee zusammen auszubauen und weiterzuentwickeln. Hierbei spielen nicht nur fachliche Fähigkeiten eine Rolle, sondern auch die zwischenmenschliche Beziehung. Durch das Stipendiaten-Netzwerk der Stiftung der deutschen Wirtschaft (sdw) lernten sich die Gründer Luca, Christian und Pascal kennen und sind neben Kollegen ebenso zu guten Freunden geworden – anders geht es auch nicht, wenn man sich gemeinsam Tage und Nächte um die Ohren schlägt.
Apoly finanziert sich bisher durch öffentliche Fördergelder, Eigenmittel und stille Teilhaberschaften Hierzu zählen der Pharmakonzern Merck KGaA, die Stiftung der deutschen Wirtschaft (sdw) und die Sächsische AufbauBank (SAB).

Wer ist die Zielgruppe von Apoly?
Unsere Dienstleistung richtet sich an Kunden, die auf der Suche nach einer schnellen Lösung für einfache gesundheitliche Beschwerden sind und sich Medikamente aus Zeit- oder Mobilitätsgründen lieber liefern lassen, anstatt einen Apothekenbesuch in den ohnehin schon stressigen Alltag zu integrieren. Die sogenannten Digitalen Gesundheitssurfer sind onlineaffin, wollen bei der Bestellung im Internet aber nicht auf Beratung und Datensicherheit verzichten.
Zu unserer Zielgruppe gehört beispielsweise die alleinerziehende Mutter, die Medizin für ihr krankes Kind benötigt, das Haus aber nicht ohne Babysitter verlassen kann. Ebenso der Manager, der sich Medikamente ins Büro liefern lässt, da er die Öffnungszeiten der Apotheke aufgrund langer Arbeitszeiten vermutlich verpassen wird.

Wie funktioniert die Bestellung über Apoly?
Anhand von Postleitzahl und Adresse wird die nächstgelegene Partnerapotheke ausgewählt. Mithilfe des Diagnosetools hat der Kunde nun die Möglichkeit seine individuellen Beschwerden anzuklicken und erhält daraufhin eine Empfehlung für geeignete rezeptfreie Medikamente und die entsprechenden Informationen zu Wirkstoff, Anwendung, und Preis. Über einen zusätzlichen Filter kann der Kunde entscheiden, ob er ein Generikum, ein pflanzliches, homöopathisches oder anthroposophisches Präparat wünscht. Entscheidet sich der Kunde zum Kauf wird die Bestellung an die ausgewählte Apotheke weitergeleitet. Zur Bezahlung bieten wir Barzahlung sowie die gängigen ePayment Methoden an.

Warum sollte man Apoly nutzen?
Das 21.Jahrhundert ist das digitale Zeitalter in dem der eCommerce kontinuierlich wächst und traditionelle Geschäfte, wie Apotheken, massiv und nachhaltig schädigt. Obwohl die meisten online einkaufen, kann sich niemand vorstellen in 15 Jahren in Geisterstädten zu leben, in der nur noch leere Ladenlokale an vergangene belebte Innenstädte erinnern.
Die Nutzer von Apoly genießen die persönliche Beratung eines „echten“ Apothekers, schätzen aber auch die Vorteile des Online-Einkaufes.
Wir glauben, dass der Online-Handel neben dem traditionellen Handel bestehen kann und unterstützen daher die lokale Wirtschaft. Alle Kunden, die dabei auch ein besseres Gefühl haben, als bei der standardisierten Bestellung bei Pharma-Versandriesen, sind bei uns richtig.

Wie ist das Feedback von Apothekern und Kunden?
Oft sind Apotheker zunächst besorgt, weil sie den Online-Handel als Feind der stationären Apotheke wahrnehmen. Das kann ihnen nicht verübelt werden, da die Versandapotheken mit den oft besseren Konditionen in der virtuellen Welt tatsächlich eine sehr große Bedrohung für die traditionelle Apotheke darstellen. Nichtsdestotrotz begreifen die meisten Apotheker, dass der Digitale Gesundheitssurfer nicht mehr wegzudiskutieren ist. Wenn es zu einem persönlichen Gespräch kommt, sind die Apotheker daher meist begeistert von der Idee einer Partnerschaft und der Möglichkeit einen neuen Vertriebskanal zu erschließen.
Die Kunden selbst schätzen vor allem die unkomplizierte Bestellung und schnelle Lieferung.

Apoly, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Derzeit decken wir mit unserer Dienstleistung ca. 40-50% der Stadt Leipzig ab. In 2 Jahren soll Apoly deutschlandweit verfügbar sein.
Außerdem möchten wir gern enger mit den Apothekern zusammenarbeiten und ihre Fähigkeiten sowie Beratungskompetenz in die digitale Welt überführen. Das geschulte Fachpersonal einer Apotheke gibt unserer Plattform Persönlichkeit und bietet Kunden Sicherheit und Vertrauen. Denkbar sind beispielsweise Konzepte für eine Echtzeit-Onlineberatung.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Niemals aufgeben! Eine Idee bis zur Umsetzung zu verfolgen erfordert viel Zeit und Geduld! Das eigens erarbeitete Konzept stößt nicht immer auf Begeisterung. Haltet durch und lasst Euch nicht von Eurer Idee abbringen!
Flexibel sein! Ein frisch gegründetes Unternehmen hat vor allem einen Vorteil: man hat nichts zu verlieren. Man kann immer wieder neues ausprobieren, Versuche analysieren und muss sich auch mal den einen oder anderen Irrtum eingestehen.
Niemals alleine starten! Unser Team ist der Nährboden für alle guten Ideen im Apoly-Gründungsprozess. Gemeinsam verarbeiten wir Rückschläge, lachen über Fehler und freuen uns riesig über Erfolge!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Bastian Winkler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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