Vergesse nie zu leben, oder wie man so schön sagt: „Work smart not hard“.

antiallergy: Kennzeichnungspflichtige Allergene und Zusatzstoffe sicher erkennen

Stellen Sie sich und das Startup Better Life doch kurz unseren Lesern vor!
Wie man auf dem Bild nur unschwer erkennen kann, bin ich mit 52 Jahren sicherlich nicht der typische Gründer. Infiziert wurde ich vom Startup-Virus in Berlin, als ich noch für die HRS-Gruppe Startups im Themenbereich Travel gründete. Besonders inspiriert war ich von der Zusammenarbeit erfahrener „Alter Hasen“ mit jungen, innovativen und unkonventionell denkender Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Fachbereichen. Mit 50 erfüllte ich mir meinen Traum und machte mich 2015 nach über 25 Jahren Tätigkeit in der Geschäftsleitung der HRS Gruppe und PTV AG selbständig. 2 Jahre später gründete ich mit „Better Life“ mein 3. Startup und sicherlich auch nicht mein Letztes.

Better Life wurde Anfang 2017 ins Leben gerufen und hat sich zum Ziel gesetzt, Allergene und allergieauslösende Zusatzstoffe in verpackten und unverpackten Produkten leichter und effizienter zu erkennen und „Compliance-konform“ auszuweisen.

Better Life unterstützt damit Restaurants, Krankenhäuser, Schulen oder Online Bestellplattformen, die EU Gesetzgebung zur Ausweisung von Allergenen und Zusatzstoffen (EU-Verordnung 1169/2011) sowohl informationstechnisch als auch organisatorisch anwendbar zu machen.

Wie ist die Idee zu antiallergy entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zu Better Life entstand durch meine Tätigkeit als Geschäftsführer in der Kinderhilfsinitiative Kiggi.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Kindergärten erfuhr ich, dass diese Schwierigkeiten hatten, die EU Verordnung 1169/2011 umzusetzen. In Einzelfällen führte die Situation dazu, dass es zu Strafen seitens der Ordnungsbehörden kam, da die Allergene und Zusatzstoffe gar nicht oder zumindest nicht gesetzeskonform ausgewiesen wurden. In der praktischen Umsetzung behalf man sich oftmals dadurch, dass man die in den Produkten eingesetzten und auf den Verpackungen aufgedruckten Lebensmittelinhalte ausschnitt und auf ein Blatt Papier klebte. Eine automatische Erfassung und Detektion mittels Scanner und dahinterliegenden Datenbanken gab es nicht. Diese Lücke zu schließen war Aufhänger der Idee von Better Life. Schnell erkannten wir, dass nicht nur Kindergärten, sondern auch Kantinen, Catering-Services, Krankenhäuser und Restaurants die gleichen Probleme hatten.

Die eigentliche Stärke von Better Life ist das Team. Wir vier Gründer kennen uns bereits seit vielen Jahren und sind auch -über die Arbeit im Unternehmen hinaus- eng befreundet. Jeder von uns kennt seine Stärken und Schwächen und weiß, dass er sich bei Problemen zu 100% auf den Anderen verlassen kann. Damit können wir unsere Zeit voll auf die Umsetzung unserer Ideen und Produkte setzen und verlieren uns nicht in kontraproduktiven Auseinandersetzungen.

Welche Vision steckt hinter antiallergy?
Die langfristige Vision von antiallergy ist, Korrelationen zwischen Essverhalten und klassischen Ernährungskrankheiten der Gesellschaft zu erkennen. Hierzu hat Better Life eine Reihe von Produkten entwickelt, die in die Erreichung dieses Ziels einzahlen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung bestand darin, ein Geschäftsmodell zu finden, mit denen sich die Investitionen von Anfang an finanzieren ließen. Auch wollten wir keine fünf Jahre warten, um mit dem ersten Produkt in den Markt zu treten. Weiterhin galt es, unsere knappen zeitlichen Ressourcen möglichst effizient zu nutzen. Damit waren die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen definiert, unter denen das erste Produkt entstehen musste.

Better Life finanziert sich zu fast 100 % aus eigenen Mitteln. Einen kleinen Zuschuss erhielten wir von der Innowerft, einem SAP angelehnten Inkubator aus Walldorf. Da unser Ziel darin bestand, nach kurzer Zeit mit einer verkaufsfähigen Lösung in den Markt zu gehen, war das Investitionsvolumen überschaubar und ohne weitere externe Mittel umsetzbar.

Wer ist die Zielgruppe von antiallergy?
Je nach Produkt ist die Zielgruppe von Antiallergie unterschiedlich. Mit der API adressiert antiallergy bereits bestehende Systemlösungen im Gastro-, Hotel-, Catering- und Lifestyle-Bereich. Immer dann, wenn es darum geht, Allergene oder allergieauslösende Zusatzstoffe zu erkennen, ist die API von antiallergy gefragt. Unseren „Allergenchecker“ und „Allergentracker“ entwickeln wir für Kunden im Versicherung- und Gesundheitsbereich und werden dort für deren Versicherten im Rahmen von Präventivmaßnahmen eingesetzt. antiallergy verzichtet ganz bewusst darauf, mit eigenen Lösungen in den B2C Markt einzutreten. Vielmehr wollen wir unseren Kunden die Möglichkeit bieten, mithilfe unserer API und APP neue und interessante Geschäftsfelder im B2B2C Umfeld zu erschließen.

Wie funktioniert antiallergy?
Die API von antiallergy funktioniert ganz einfach. Über die API liefert der Kunde einen GTIN- Nummer oder EAN-Code eines Nahrungsmittels an unsere Schnittstelle. Wir liefern dann Informationen zu den Nährwerten, insbesondere aber zu darin enthaltenen Allergenen und Zusatzstoffen zurück. Zusätzlich zeigen wir den Gastronomen, wie die Allergene und Zusatzstoffe auf der Speisekarte compliance-konform auszuweisen sind. Die App Allergenchecker bietet den Nutzern die Möglichkeit, über den Scanner oder Sprach- und Texteingabe das Produkt zu erfassen um sich dann alle relevanten Informationen zum Lebensmittel, inklusiver aller darin enthaltenen Allergenen und Zusatzstoffe, anzuzeigen zu lassen.

Der Allergentracker ergänzt diese Funktionalität um eine Speicher-, Medikations- und Profilfunktion, mit deren Hilfe Dermatologen, Hausärzte und Allergologen unterstützt werden, mögliche Allergien ihrer Patienten schneller und zuverlässiger zu erfassen. Diese Applikation wird allerdings erst Mitte 2018 für den B2B-Markt zur Verfügung stehen.

antiallergy steht also für das „Patienten-Empowerment“ und damit für Chance, selbst einen positiven Einfluss auf den Gesundheitsprozess ausüben zu können.

antiallergy, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
antiallergy sieht sich in der Zukunft als der führende Anbieter von API, mit deren Hilfe sich komplexe Lösungen im Gesundheits-, Gastro-, Lifestyle- und Versicherungsbereich umsetzen lassen. Die Lösung wird sich nicht nur auf den B2B Bereich in Deutschland beschränken, sondern auch Länder in ganz Europa einbeziehen. Langfristig trägt uns die Vision, mit den gespeicherten Daten wichtige Korrelationen zwischen Essverhalten und Gesundheitsentwicklung der Gesellschaft zu erkennen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Mein wichtigster Tipp ist, bei der Gründung sehr viel Augenmerk auf das Team zu legen.
Die beste Idee ist hinfällig, wenn sich das Team wegen einer fehlenden Kommunikationskultur an Nichtigkeiten aufhält und daran zerbricht. Der zweite Tipp bezieht sich auf das Produkt selbst. Hier ist es wichtig so schnell als möglich die Akzeptanz des Produktes im Markt zu testen und nicht zu warten bis dieses fertig entwickelt ist. Der dritte Typ bezieht sich auf die Arbeit selbst. Vergesse nie zu leben, oder wie man so schön sagt: „Work smart not hard“.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christian Riesenberger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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