Roboter für die digitale Bildung

Warum die digitale Zukunft im Kindergarten anfängt

Anna Iarotska gründete ein Tech-Startup, um Kinder spielerisch an die Themen der Robotik und des Programmierens heranzuführen. Und das schon in Kindergarten und Grundschule. Doch das Konzept richtet sich nicht nur an die Kleinsten, sondern stellt ebenfalls Materialien für den Unterricht zu Verfügung und erleichtert dadurch Lehrpersonen den Einsatz des digitalen Lerntools, auf fächerübergreifende Art und Weise. Ein Beitrag über Hemmschwellen und neue Potenziale im Lehr- und Lernalltag und Coding als Sprache der Zukunft.

Unsere Zukunft wird maßgeblich von der Digitalisierung geprägt sein. KI, Robotics und Coding werden zu alltäglichen Begriffen und unsere Arbeit wird durch intelligente Technologien erleichtert. Digitale Lösungen und Produkte sind schon heute ein ganz selbstverständlicher Begleiter zu jeder Tages- und Nachtzeit, die wachsende Beliebtheit smarter Geräte macht dabei vor keiner Generation Halt – die Bildschirmzeit steigt über alle Altersgruppen hinweg tendenziell an.

Der passive Konsum von Videos, Spielen und Social Media Content bestimmt viele Pausen unserer Freizeit:

Von der Bushaltestelle über das Wartezimmer, bis hin zum heimischen Sofa. Doch nur die wenigsten Anwender wissen, welche Algorithmen am Werk sind oder welche Informationen wohin fließen. Wer sich einmal an die Materie heranwagt, bemerkt schnell, dass all die Programme und Gadgets, welche stets unseren Alltag bestimmen, von Menschen erschaffen wurden und genau die Aufgaben übernehmen, wofür sie entwickelt wurden. Alleine deshalb ist es wichtig, unsere Kinder bereits früh an diese Felder heranzuführen.

Die rasend schnellen Entwicklungen im Zeitalter von Big Data und Social Media finden dabei nicht nur im Privaten statt, sondern prägen auch Wirtschaft, Politik und das Gesellschaftsbild. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, ist es wichtig, die Generation der Digital Natives zu wappnen. Seit dem 17. Mai ist dieser Weg endlich auch politisch bereitet – der Digitalpakt ist von der deutschen Bundesregierung beschlossen. Nach langer Diskussion soll die Digitalisierung  nun auch in Deutschland Einzug in Klassenzimmer und Lehrpläne haben.

Noch mehr Bildschirme, noch mehr Technik im Leben unserer Kinder. Muss das denn sein? Fakt ist: Kinder kommen sehr früh mit Technologie in Berührung. Wichtig ist aber, dass auch ein adäquater Umgang mit neuen Medien, digitalen Tools und Gadgets erlernt wird. Eine verantwortungsvolle Nutzung der Medien muss das Ziel sein. Ebenso Kinder aus der Rolle des passiven Nutzers in eine hinterfragende Position zu bringen, die sie zum Gestalter der Werkzeuge der Zukunft macht. Gleichzeitig liegt es in unserer Verantwortung, den Nachwuchs für die Anforderungen der Berufswelt von morgen zu wappnen. Das digitale Lernen soll sich dabei in das pädagogische Konzept eingliedern. Das analoge Grundkonzept bleibt bestehen, die smarte Technik hilft, den Unterricht von Vorschul-, Grund- und weiterführenden Klassen abwechslungsreicher und anschaulicher zu gestalten und an den entsprechenden Stellen sinnvoll zu erweitern.

Dass dabei die Qualifizierung und Akzeptanz von Bildungsträgern und PädagogInnen ungleich wichtiger ist, als die technische Ausstattung, und den Schlüssel zum Erfolg darstellt, gilt es hierbei besonders zu beachten. Ein Lösungsansatz kann hier sein, Kinder mittels technisch ausgestattetem Spielzeug, wie beispielsweise einem Roboter-Baukasten-Set, spielerisch und intuitiv an Bau und Funktionsweise von Robotik und Coding heranzuführen. Ganz nach dem Motto: nicht gesteuert werden, sondern Technologie selbst steuern.

Lehrkräfte können auch ohne Vorwissen und quer durch alle Fachbereiche hinweg in die Welt des Programmierens eingeweiht werden – durch Workshops sowie Lehrmaterialien werden sie dazu befähigt, als Coach und Mentor für ihre SchülerInnen zu agieren. Passives Lernen im Frontalunterricht, welches das Hoheitswissen allein dem Lehrer zubilligt, ist sowieso längst passee. Kinder lieben es, eigenverantwortlich und allein durch ihre Neugier angetrieben zu arbeiten. Unsere Erfahrung zeigt dazu: Bereits Kinder ab fünf Jahren können auf diese Weise hervorragend lernen. In diesem Alter arbeitet das kognitive Fähigkeitenentwicklungszentrum auf Hochtouren, technische Skills können immens gefördert und Gelerntes bis in das hohe Alter abgespeichert werden. Im Ergebnis entstehen viele neue Möglichkeiten für Schüler und Lehrer, bei der Ideen und Kreativität fachübergreifend voneinander profitieren können und die Bereiche Informatik, Mathematik, aber auch Kunst in Schulfächer mit unendlich viel Potenzial verwandeln.

Pädagogen verlassen dabei die Rolle der Allwissenden und schaffen ein Lernumfeld, in dem Kinder zu Entwicklern und Tüftlern heranwachsen, ihr Wissen teilen und soziale Kompetenzen weiter ausprägen. Die Technologie ermöglicht ein offenes Spiel und schafft dabei eine neue Dimension der Kreativität, die den Kids dazu verhilft, sich auszudrücken und ihre Talente zu entdecken.

Mehr noch als ein Umdenken in den Klassenzimmern, muss die gedankliche Brücke auch in den privaten Köpfen geschlagen werden:

Die Millenials wachsen gegeben des aktuellen technologischen Fortschritts mit anderen Gadgets auf, als es sich die Generation X jemals erträumen vermochte. Es liegt daher in der Natur der Sache, dass viele Lehrer, Schuldirektoren und Bildungsverbände noch Berührungsängste haben. Doch wer nur das Wissen weitergibt, was er selbst erfahren hat und damit den Zugang zu neuen Themen versperrt, vorenthält Kindern wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen.

Eine heranwachsende Generation, die vor vielen neuen Aufgaben steht, ist heute gefragt, die richtigen Schritte zu wählen und Technologien adäquat und sinnvoll einzusetzen. Ein Blick auf das allgemeine Stimmungsbild im Lehrumfeld zeigt sich dabei mehrheitlich als optimistisch und engagiert: Es gibt bereits viele Akteure, die sich dafür einsetzen, ihren Schülern Neugierde, Begeisterung und Selbstbewusstsein im Themenkomplex Coding zu vermitteln.  

Über den Autor:

Anna Iarotska (35) ist gebürtige Ukrainerin, studierte an der London School of Economics International Development, forschte im Silicon Valley von China und gründete 2014 mit Yuri Levin das Startup Robo Wunderkind in Wien. Für die bunten Roboter-Module, die sich kinderleicht zusammensetzen und via App programmieren und steuern lassen, wurde die junge Pionierin bereits vielfach ausgezeichnet: Kinder lernen ab einem Alter von fünf Jahren spielerisch den Umgang mit Technik, Robotik und Coding.

In mehr als 15 Ländern erhältlich, lehren zudem bereit über 200 internationale Bildungseinrichtungen mit Robo Wunderkind, darunter 50 allein im deutschsprachigen Raum. Das eigens dafür angefertigte Lehr- und Lernmaterial entspricht den deutschen Standards und befähigt Lehrkräfte, Roboter-Technik intuitiv in den Lehrplan aufzunehmen und an Schüler weiterzugeben. Die Modul-Sets von Robo Wunderkind zielen dabei auf das früheste kognitive Bewusstsein der Kids ab, beugen dem passiven Technikkonsum vor und stärken Neugier und Selbstbewusstsein, sich für die viel nachgefragten MINT-Fächer zu begeistern.

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