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Treffen Sie Anna Feuerbach auf dem W.I.N Innovation Summit in Berlin

Stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor

Ich bin Anna Sophia Feuerbach und mache als Mental Health Expertin das Tabuthema psychische Erkrankungen besprechbar.
Ich führte lange ein Leben wie aus dem Bilderbuch: 1er Abitur, Akademiker-Laufbahn, berufliche und persönliche Erfolge. Doch hinter der Fassade der heilen Welt begleiteten mich Ängste, Depressionen, schließlich eine Essstörung. Ambulante und stationäre Therapien halfen, meine Leistungsfähigkeit zu erhalten.
2016, am Höhepunkt meiner Karriere als Biochemikerin und gleichzeitig dem körperlichen und seelischen Tiefpunkt, beschloss ich mein Schweigen zu brechen, alle Masken fallen zu lassen und mir endlich zu erlauben, ich selbst zu sein. 


Das war der Wendepunkt in meinem Leben und in der Rückschau auch der Startpunkt meiner Selbständigkeit – auch wenn ich daran damals nicht im Geringsten dachte.
Ich begann unter dem Namen „Seelenschluckauf“ zu bloggen, mit überwältigendem Feedback. Ich erlebte, wie viele Menschen mit psychischen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und wie sehr Scham und Angst vor Abwertung und Ausgrenzung diese Menschen im Stillen leiden lässt. Es zeigte sich, wie sehr diese Gesellschaft Vorbilder braucht, Menschen, die öffentlich zu sich und ihren vermeintlichen Fehlern stehen, die authentisch und ehrlich ihre Erfahrungen teilen. So wurde die Aufklärung, Entstigmatisierung und Prävention psychischer Erkrankungen zu meinem Herzensthema. 

Seit 2018 setze ich mich mit meiner persönlichen Erfahrung gepaart mit meiner fachlichen Expertise als Wissenschaftlerin dafür ein das Tabuthema psychische Erkrankungen besprechbar zu machen. In über 60 Präventionsveranstaltungen an Schulen, Universitäten und in Unternehmen durfte ich seither meine Vision ein Stück weit Wirklichkeit werden lassen. Meine Vision, das Thema psychische Erkrankungen offen dorthin zu bringen, wo es im Geheimen schon lange ist: in die Mitte unserer Gesellschaft.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Anna Sophia Feuerbach aus?

Ich starte meist langsam in den Tag. Als klassische Nachteule kann ich bis abends spät produktiv sein, komme morgens aber nur langsam in die Gänge. Die Selbständigkeit gibt mir zum Glück die Möglichkeit meinem Biorhythmus zu folgen.
Die Vormittage verbringe ich meist im Home-Office: E-Mail-Korrespondenz, Seminare und Vorträge ausarbeiten, Texte für meinen Blog und Social Media schreiben, Websitepflege, Weiterbildung, Buchhaltung. 

Zweimal wöchentlich gebe ich in der Praxis einer lieben Kollegin 1:1 Beratung. 

Am frühen Nachmittag nehme ich mir eine Auszeit mit Sport oder einem Spaziergang in der Natur. Diese Pause lasse ich nur in Ausnahmefällen ausfallen, da ich dabei neue Energie sammeln und den Kopf frei bekommen kann. In dieser Pause kommen mir außerdem die besten Ideen.
Die Abende gehören dann wieder dem Business. Wenn ich nicht selbst Seminare oder Workshops gebe, tausche ich mich gerne auf Netzwerkveranstaltungen aus oder besuche interessante Vorträge. 

Wenn größere Präventionsveranstaltungen anstehen, bin ich auch mal mehrere Tage deutschlandweit unterwegs. 

Gerade diese Abwechslung, der Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen, die Vielfalt der Aufgaben, die ständige Erweiterung meines Horizonts, das liebe ich an meiner Selbständigkeit.

 Über welches Thema werden Sie auf dem W.I.N Innovation Summit sprechen?

“Eine psychische Krise – totales Versagen oder wertvolle Chance?“
Jede*r Dritte erleidet im Laufe seines Lebens eine psychische Erkrankung. Ob und wie ich mich davor schützen kann, warum eine psychische Erkrankung keine Schande ist und wie dieses vermeintliche Scheitern der Startpunkt in ein erfüllteres Leben sein kann.

Wer sollte sich Ihren Vortrag nicht entgehen lassen?

Psychische Gesundheit geht uns alle an, unabhängig von Alter, Status oder Beruf. Das zeigen die Statistiken genauso wie meine persönlichen Erfahrungen der letzten Jahre. Darüber sprechen tun wir jedoch selten. Ich freue mich also auf viele mutige Frauen, die diese Tatsache nicht länger ignorieren wollen. Mutige Frauen, die sich trauen, ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema zu reflektieren. 

Natürlich sind auch alle Frauen willkommen, die bisher keine Berührungspunkte mit dem Thema psychische Erkrankungen hatten, sich aber gerne informieren und ihren Horizont erweitern wollen.

Wie wichtig sind Events für das Networking und den Erfahrungsaustausch?

 Mir persönlich sind Events sehr wichtig. So schön es in der heutigen Zeit ist, dass wir Kontakte online rund um die Uhr auch über größere Entfernungen knüpfen und pflegen können, ein persönliches Treffen kann das für mich nicht ersetzen. Ich bin ein sehr empathischer Mensch. Ich sehe anderen Menschen beim Gespräch gerne in die Augen. Gerade bei meinem Thema, das für viele sehr sensibel ist, ist eine vertrauensvolle Atmosphäre für den Austausch wichtig. Das geht nach wie vor am besten live und in Farbe.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

Ich lebe noch immer in dieser wunderbaren Altbauwohnung mit einer tollen Hausgemeinschaft, in der Zusammenhalt und Unterstützung selbstverständlich, Neid und Missgunst unbekannt sind. Diese Haltung trage ich in meinem Business weiterhin konsequent nach außen.

Mein Motto: Suche nach Synergien statt Konkurrenzdenken.

Durch meine Arbeit und die engagierter Kollegen werden psychische Probleme allmählich genauso normal wie eine Erkältung oder ein Beinbruch. Niemand schämt sich mehr dafür, wir können alle jederzeit und überall, im privaten sowie im beruflichen Umfeld offen darüber sprechen. Die Aufklärung von Mitarbeitern und Führungskräften über psychische Erkrankungen durch Experten wie mich gehört in jedem Unternehmen zum Standardprogramm. Betroffene trauen sich zeitnah Hilfe zu holen (heute vergehen dabei durchschnittlich 8 – 10 Jahre) ohne Angst um ihr Ansehen oder ihre Karriere.

Welche drei Tipps haben Sie für Gründer?

Suche Dir Unterstützung. Du musst es nicht alleine schaffen! Egal ob in Form einer Mastermind mit Gleichgesinnten, einem Businesscoaching oder einem tragenden Netzwerk, Gemeinschaft stärkt.

Erteile Perfektionismus eine Absage. „Better done than perfect“ ist zu einem meiner wichtigsten Leitsätze geworden.

Bleibe flexibel und ehrlich zu Dir selbst, erkenne Fehler und korrigiere sie ohne Dich dafür abzuwerten. Selbständigkeit ist nicht geradlinig. Es ist vielmehr ein Prozess der permanenten Kurskorrektur.

Wir bedanken uns bei Anna Feuerbach für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Markus Elsässer

Markus Elsässer ist 48 Jahre jung, Verleger und Herausgeber des StartupValley Magazins. Seine Karriere startete er, in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Er ist ein Auto und Technik begeisterter Querdenker. Verliebt in die Startup-Szene, was Ihn dazu bewogen hat, mit StartupValley Magazine ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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