Wenn man eine Idee hat, einfach machen und nicht lange fackeln

ANIMUS optimiert die Kommunikation, Service und Information zwischen Bewohnern und Immobilienunternehmen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen ANIMUS doch kurz vor unseren Lesern vor!
C. Richter: Unser Startup ANIMUS ist eine Quartierssoftware, die den aktuell noch unbelegten digitalen Platz rund um die Wohnung belegt. Wenn Sie Ihre Freunde treffen wollen, nutzen Sie Facebook. Wenn Sie shoppen wollen, nutzen Sie Amazon. ANIMUS nutzen Sie zukünftig für alles rund um Ihre Wohnung. Ob Sie eine Wohnungsreinigung buchen möchten, einen Mangel melden oder den anderen Bewohnern ankündigen wollen, dass es bei Ihrer Geburtstagsfeier demnächst etwas lauter werden könnte: Für all dies nutzen Sie ANIMUS. Als White-Label Softwarelösung ist ANIMUS für jedes Immobilienunternehmen die Möglichkeit eine eigene, individuelle und personalisierte App zu erstellen. Mit der App verbinden wir das Immobilienunternehmen wieder mit den Bewohnern. Alle Informationen, Services und Kommunikation stammen aus einer Hand, aus einer App. In der Immobilienbranche existiert bisher nur eine analoge Servicewelt. Mit ANIMUS führen wir die Unternehmen in das digitale Zeitalter. Verwaltungsprozesse, die Nachbarschaft, Smart Home Geräte im Haushalt und externe Dienstleister wie der Wäscheservice sind in ANIMUS verbunden.

Wie ist die Idee zuANIMUSentstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
T. Götzen: Die Idee zu ANIMUS kam in unserem Familienunternehmen. Als Projektentwickler und Immobilienverwalter stand für meinen Vater der Servicegedanke immer ganz oben. Jede unserer Immobilien hat einen physischen Service-Point, wo wir als Verwalter stets für die Bewohner ansprechbar sind. Wir müssen uns da aber auch an Öffnungszeiten halten und sind nicht 24/7 für unsere Bewohner erreichbar. Daher der Gedanke, man müsse dies doch mit einer App lösen können, wo die Bewohner zu jeder Zeit auf unsere Services zugreifen können. Bisher gab es dafür keine einheitliche Lösung. Jedes Immobilienunternehmen hat selber versucht etwas zu schaffen und stößt dabei an Grenzen. Also kam die Idee mit ANIMUS eine einheitliche Lösung zu entwickeln, die jedes Immobilienunternehmen für sich nutzen kann.
C. Richter: Thomas kam dann auf mich zu. Wir kannten uns bereits aus dem Studium, haben uns beide beruflich in eine ähnliche Richtung entwickelt. Uns gefiel die Idee gemeinsam etwas so Großes zu schaffen. Das es etwas Großes wird, da arbeiten wir seit mittlerweile zwei Jahren dran und sind auf einem guten Weg.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
C. Richter: Die größten Herausforderungen bisher waren, Investoren und Immobilienunternehmen von unserer Idee genauso zu begeistern, wie wir es sind. In vielen Gesprächen mit Unternehmen fiel der Satz: „Es lief doch prima in der Vergangenheit.“ Auch wenn die meisten Unternehmen intern sehr gut aufgestellt sind und die Konfigurierung einer personalisierten App kaum Mehrarbeit erfordern, würde, scheuen viele noch den Schritt ins digitale Zeitalter.
T. Götzen: Die anfängliche Finanzierung stammte von Familie und Freunden bzw. haben wir uns selbst finanziert. Durch unser Immobilienunternehmen hatten wir das Glück, Büroräume nutzen zu können. Das erspart schon einiges an Kosten. Das wichtigste war aber, Investoren zu finden bzw. an Wettbewerben mit unserer Idee teilzunehmen. Zum einen gab es dadurch finanzielle Förderung, Coachings für uns beide zur Weiterentwicklung und Publicitiy für ANIMUS. Nichts ist wichtiger als ein gutes Netzwerk. Wenn das einmal steht, geht vieles einfacher.

Wer ist die Zielgruppe von ANIMUS?
T. Götzen: Unsere Zielgruppe setzt sich zusammen aus allen Menschen, die in Wohnungen leben. Jeder, der in einer organisierten Wohnungsgesellschaft wohnt, kann ANIMUS nutzen. Wenn das Unternehmen oder die Gesellschaft sich dafür entschließt, ANIMUS zu nutzen als digitale Quartiersapp. Wir beziehen uns nicht auf jung oder alt. Das simple Design und die einfache Handhabung machen es auch für ältere Generationen möglich, die App zu nutzen. Die Aufteilung in unterschiedliche „Kacheln“, wie wir sie nennen, schafft einen Überblick und strukturiert die einzelnen Servicefelder der App.

Wie funktioniert ANIMUS?
C. Richter: ANIMUS kann auf jedem Gerät genutzt werden: ob Laptop, Tablet oder Smartphone ist dabei egal. Hauptsache es besteht eine Internetverbindung. Sobald sich das Immobilienunternehmen dafür entscheidet, mit unserer Software eine eigene App zu erstellen, erhält jeder Bewohner einen eigenen Zugang zum Bewohnerportal. Es besteht aus drei Modulen: einem Verwaltungsmodul, einem Servicemodul und einer Funktion als soziales Netzwerk. Die Wohnungsakte mit allen wichtigen Unterlagen zur Wohnung, ein persönliches Mail-Postfach und die Beanstandungen gehören zum Verwaltungsmodul. Beanstandungen können vom Bewohner mit einem Klick gemeldet werden. Hier liegt der wichtigste Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und Bewohner.
Im Servicemodul sind alle internen als auch externen Services verankert. Hier kann man Gästeappartements buchen, den Hausmeister, eine Wohnungsreinigung oder auch einen Babysitter. Wir verstehen uns als Aggregator von Dienstleistungen rund um die Wohnung – gebündelt, übersichtlich, bewährte Partner, hohe Qualität. Das Zusammenspiel steigert den Komfort und die Lebensqualität der Bewohner, es gibt ihnen das Wichtigste zurück – ihre Zeit. Kundenbindung und -begeisterung der modernen Form.
ANIMUS ist auch als soziales Netzwerk angelegt und geht somit die Anonymität in Großstädten an. Mit ANIMUS ist man von seinen Nachbarn nur einen Klick entfernt. Man kann um Hilfe bitten, gute Restaurants erfragen oder auch vor der nächsten Feier vorwarnen. Mit einer Pinnwand, Terminen und Veranstaltungen aus dem Viertel und einer Chatfunktion können Informationen zu den Bewohnern gelangen und sie können diese untereinander austauschen.

Welche Vorteile haben die Immobilienunternehmen?
T. Götzen: Immobilienunternehmen bieten wir Prozessoptimierung, Kostenreduktion und Kundenbindung.Wir benötigen lediglich Zugang zum jeweiligen ERP-System. Die Unternehmen sind meist gut organisiert und aufgestellt, sodass wir die Daten der Bewohner nur in unser Portal übertragen müssen. Wir übernehmen alles für das Unternehmen. Danach laufen Beanstandungen digital direkt zum richtigen Ansprechpartner, die Unternehmen können die Daten digital verwalten und für sich nutzen. Arbeitsschritte werden vereinfacht und abgebaut. Die Kunden sind zufriedener und bleiben eher in der Wohnung wohnen.

Wo liegen die Vorteile für die Bewohner?
T. Götzen: Wir geben den Bewohnern etwas Wertvolles zurück: Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Mit den angebundenen Services sparen die Bewohner Zeit neben der Arbeit und können sich den Dingen im Leben widmen, die ihnen am meisten bedeuten. Man kann schnell noch eine Wohnungsreinigung beauftragen, falls sich die Schwiegereltern spontan ankündigen und endloses Hinterher-Telefonieren nach Handwerkern entfällt auch. Alles ist direkt und digital erreichbar. Die Kommunikation zum Immobilienunternehmen wird nicht nur gebündelt, sondern auch direkt an die richtigen Personen geleitet. Die Nachbarn sind nicht länger unbekannte Gesichter, sondern sind in ANIMUS direkt ansprechbar, zu jeder Zeit. Mit der Pinnwand, den Terminen und Veranstaltungen verpasst man nichts mehr, was um einen herum im Quartier passiert.
C. Richter: Der Informationsfluss ist direkt und unkompliziert. ANIMUS bietet daher ein Komplett-Paket an Services, Kommunikation und Information für jeden Bewohner. 62% der Bewohner in Port PHOENIX in Dortmund nutzen die Port-Phoenix-App regelmäßig zur Erledigung ihrer täglichen Aufgaben. Für sie sind alle Services stets nur einen Klick entfernt.

ANIMUS, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
C. Richter: Der Weg geht zur Erweiterung des Netzwerks und der Entwicklung weiterer Quartiersapps für die Immobilienunternehmen Deutschlands. Wir konzentrieren uns zurzeit nur auf den deutschen Markt, sind jedoch nicht abgeneigt, sollte sich bereits ein international agierendes Unternehmen für uns interessieren. Jede Aufgabe bringt uns weiter und unserem Ziel, das Leben sowohl der Immobilienunternehmen als auch der Bewohner zu erleichtern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
T. Götzen: Wir könnten jetzt die Tipps aus Büchern für Gründer zitieren, aber am Ende zählt immer das Gleiche. Wir haben uns darangehalten, immer an uns und an unsere Idee zu glauben. Wir haben leider keine Weisheiten, die bisher noch niemand anderes entdeckt hat. Wenn man eine Idee hat, einfach machen und nicht lange fackeln. Sonst hat jemand anderes eine ähnliche oder sogar die gleiche Idee und setzt sie eher um.

Foto: v.l.n.r. Dr. Thomas Götzen, Ronja Baumann und Geschäftsführer Dr. Chris Richter Bildquelle Franziska & Tom Werner

Wir bedanken uns bei Dr. Chris Richter und Dr. Thomas Götzen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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