Andreas Kunze : Steckt euch hohe Ziele – nur mit einer großen Vision könnt ihr Großes erreichen

Treffen Sie Andreas Kunze auf der StartupCon in Köln

Stelle dich doch unseren Lesern kurz vor!
Ich bin Andreas Kunze, CEO und Mitbegründer von KONUX.
KONUX ist ein IIoT-Unternehmen aus München, das deutsche Ingenieursqualität mit der Geschwindigkeit und Innovationskraft des Silicon Valley verbindet. Seit der Gründung 2014 ist es KONUX’ Mission mit Sensordaten und künstlicher Intelligenz komplexe technische Probleme zu lösen und unseren Kunden den Schritt zur Digitalisierung zu ermöglichen. Unsere Technologie kombiniert Sensorikdaten und smarte Analytik, und ermöglicht unseren Kunden in Echtzeit den Zustand ihrer Maschinen und ihrer Infrastruktur überwachen. Dadurch werden Maschinenprobleme nicht erst erkannt, wenn es bereits zu spät ist, sondern können rechtzeitig behoben werden. Das hilft beispielsweise der Deutschen Bahn, einem unserer größten Kunden, Verspätungen durch Wartungsarbeiten zu minimieren und die Sicherheit ihrer Arbeiter zu erhöhen.
Ich habe ursprünglich Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität München studiert. Meinen Master und das dazugehörige Stipendium für die Stanford University habe ich jedoch abgebrochen, um mich ganz KONUX zu widmen. Seit unserer Gründung 2014 sind wir rasant gewachsen und haben mittlerweile mehr als 20 feste Mitarbeiter. Zu unseren Investoren gehören Andy Bechtolsheim, der damals als Erster in Google investiert hat, Michael Baum, Mitgründer der erfolgreichen Software-Firma Splunk, der größte industrielle VC in Deutschland namens MIG, oder NEA, der größte Silicon Valley Fonds.

Was waren für euch bei der Gründung der Konux GmbH die größten Herausforderungen?
Andreas Kunze: Für uns war die größte Herausforderung den passenden “Product-Market fit” zu finden. Zu Beginn waren wir davon überzeugt, dass die Sensorik alleine alle Probleme des Kunden lösen wird. Aber das war nicht das eigentliche Problem unserer Kunden. Sie sind nicht nur an präziser Messtechnik interessiert, sondern es fehlt ihnen insbesondere die Datenanalyse und Interpretation, um aus den erhobenen Daten echten monetären Wert zu ziehen. In diesem ganzheitlichen Ansatz liegt der eigentliche Mehrwert für den Kunden und ich bin stolz darauf, dass wir dies früh erkannt haben und uns auf diesen Bedarf anpassen konnten.

Wer sind eure Kunden?
Andreas Kunze: Momentan digitalisieren wir unter Anderem das Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn und überwachen den Zustand von Weichen, die der kritischste Teil der Bahninfrastruktur sind. Unsere Kombination aus Sensorik und dazugehöriger Analysesoftware hilft dann der Deutschen Bahn ihre Kosten für Inspektionen und Instandhaltung deutlich zu senken. Zudem werden Zugverspätungen reduziert und die Sicherheit ihrer Bahnmitarbeiter wird erhöht, da sie seltener Wartungen auf den Gleisen durchführen müssen.
Die Bahnbranche sowie Industrieunternehmen können unsere ganzheitliche Lösung nicht nur für die Überwachung von Weichen nutzen, sondern Sensordaten in den unterschiedlichsten Bereichen erheben und auswerten. Weitere Beispiele sind Züge sowie Aufzüge, Industriepumpen oder Werkzeugmaschinen. Unsere Technik kann in all diesen Fällen dafür genutzt werden, Maschinenausfälle oder ähnliche Probleme vorherzusagen und ihnen rechtzeitig entgegenzuwirken.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Andreas Kunze aus?
Andreas Kunze: Kein Tag ist bei mir wie der Andere. An einem Tag treffe ich mich mit unseren Investoren, an Anderen mit Kunden, dann arbeite ich wiederum mit meinem Team zusammen, um alle internen Prozesse zu verbessern. Oder aber ich gebe Interviews wie dieses hier.

Über welches Thema wirst du auf der StartupCon referieren?
Andreas Kunze: Bei der IndustryCon werde ich über das Thema Industrie 4.0 und die digitale Transformation von Industrieunternehmen sprechen.

Hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?
Andreas Kunze: Meiner Meinung nach hat sie das. Immer mehr Startups in Deutschland bekommen eine Finanzierung und haben so die Möglichkeit, ihre Ideen umzusetzen. Ich denke, dass die zunehmende Digitalisierung ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist und dass Cloud Computing diesen Trend ermöglicht, und somit der “Enabler” dessen ist.

Welches sind die größten Fehler junger Gründer?
Andreas Kunze: Wenn es um das Wachstum ihrer Firma geht sollten Gründer zum Einen darauf achten, dass neue Mitarbeiter nicht nur fachlich top sind, sondern dass sie auch zur Unternehmenskultur passen. Flache Hierarchien und schnelle Entscheidungswege können nur dann funktionieren, wenn das Team auch menschlich auf einer Wellenlänge ist und alle an einem Strang ziehen. Außerdem ist es sehr wichtig, nicht zu bürokratisch und zu “corporate” zu werden. Gerade das Managementteam sollte sich nicht auseinanderleben und plötzlich verschiedene Ziele verfolgen.
In Bezug auf das Geschäftliche laufen Gründer Gefahr, zu starr an ihrer ursprünglichen Businessidee festzuhalten und nicht zu erkennen, was der Kunde eigentlich will. Eine realistische Einschätzung des Marktes in der Anfangsphase ist genauso wichtig wie Offenheit für eventuelle leichte Kursänderungen später. Ein weiterer häufiger Fehler, gerade bei Tech Startups, ist ein zu laxer Umgang mit Deadlines. Kunden, egal ob im B2B oder B2C, verzeihen solche Fehler nicht.

Welches war das letzte Buch das du gelesen hast?
Andreas Kunze: Das war ein Buch von Daniel Goleman namens “Focus – The Hidden Driver of Excellence”.

Wo siehst du dich in den nächsten fünf Jahren?
Andreas Kunze: Mein Ziel ist es, unseren Kunden den Schritt in die Digitalisierung zu ermöglichen. Und das möchte ich auch noch in 5 Jahren tun. Außerdem möchte ich gerne zurückblicken und stolz sagen: “All diesen Unternehmen haben wir geholfen digital zu werden und effizienter zu arbeiten.”

Welche 3 Tipps hast du für Gründer?
1) Legt den Fokus immer auf den Kunden und tut alles dafür, dass ihm das Produkt weiterhilft und er es deshalb kauft.
2) Wenn ihr nicht wisst, was die nächsten Schritte sind oder wie ihr eine Aufgabe angehen sollt, gibt es immer jemanden, der die Antwort kennt. Ihr seid höchstwahrscheinlich nicht die Ersten mit diesem Problem und es ist besser sich Rat zu holen als zu raten. In manchen Fällen hilft sogar Google mit einem ersten Denkanstoß.
3) Steckt euch hohe Ziele – nur mit einer großen Vision könnt ihr Großes erreichen.

Wir bedanken uns bei Andreas Kunze für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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