Sonntag, Oktober 24, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Amparo hat eine neue Methode zur Anpassung eines Prothesenschaftes (der Teil einer Prothese, der Stumpf und mechanisches Bein verbindet) entwickelt

Stellen Sie sich und das Startup Amparo doch kurz unseren Lesern vor!

Amparo ist ein im Jahr 2018 gegründetes Start-up-Unternehmen, das eine neue Methode zur Anpassung eines Prothesenschaftes (der Teil einer Prothese, der Stumpf und mechanisches Bein verbindet) entwickelt hat. Traditionell ist die Herstellung eines Prothesenschaftes ein langer und langwieriger Prozess, der bis zu 20 Stunden in Anspruch nimmt und große Spezialmaschinen erfordert. Wenn das Bein sein Volumen verändert, was in den ersten 6-12 Monaten nach der Amputation häufig vorkommt, muss der Schaft weggeworfen und ein neuer angefertigt werden. Die innovative Lösung von Amparo, der Confidence Schaft, kann mit Hilfe vollständig transportabler, leichtgewichtiger Werkzeuge direkt auf den Stumpf eines Amputierten aufgesetzt und neu geformt werden, wenn sich das Volumen des Stumpfes eines Amputierten ändert. Kurz gesagt, jetzt kann ein Amputierter in einem kurzen Termin mit einer voll funktionsfähigen Prothese versorgt werden.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als Universitätsprojekt stand das Gründungsteam von Amparo vor der Herausforderung, eine bessere Lösung für Unterschenkelamputierte zu finden. Der Erfolg dieses Projekts veranlasste das Team, noch einen Schritt weiter zu gehen und sich um eine Finanzierung für die Entwicklung eines funktionierenden Prototyps zu bewerben. Bald darauf wurde dem Gründerteam von Amparo klar, dass der Prototyp die Lebensqualität von Amputierten auf der ganzen Welt wirklich verbessern könnte, und so wurde Amparo geboren.

Welche Vision steckt hinter Amparo?

Amparos Vision ist es, innovative, kosteneffiziente und qualitativ hochwertige Produkte anzubieten, die die Mobilität wiederherstellen, Komfort für Prothesenträger bieten und langfristigen Gesundheitsproblemen vorbeugen.Amparos oberstes Ziel ist es, den 90% der Amputierten weltweit, die derzeit keinen Zugang zu moderner prothetischer Versorgung haben, Zugang zu verschaffen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war wohl die Marktakzeptanz. Innovation braucht immer ein bisschen Zeit, bis sie sich etabliert hat. Finanziert wurden wir von verschiedenen lokalen Förderprogrammen und durch eine Finanzierungsrunde von Business Angels.

Wer ist die Zielgruppe von Amparo?

Während unsere Produkte letztlich für den Gebrauch durch Amputierte bestimmt sind, ist unsere Zielgruppe die der Orthopädietechniker. Bei unseren Produkten handelt es sich um medizinische Geräte, die (laut Gesetz) von einer ausgebildeten Fachkraft angepasst werden müssen.

Wie funktioniert Amparo? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Amparo bietet eine schnelle, direkt anpassbare Lösung, die überall mit einem Stromanschluss durchgeführt werden kann. In dieser Hinsicht bietet Amparo eine einzigartige prothetische Lösung. Einer der Hauptvorteile der von uns geschaffenen Methode besteht darin, dass die Amputierten ihre Rehabilitation ohne Unterbrechung oder Wartezeiten beginnen oder fortsetzen können. Außerdem sind unsere Produkte wiederverwendbar, wenn sich an der Körperstruktur etwas ändert. Das spart Kosten und Abfall.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

In der Orthopädietechnik sind Veränderungen auf jeden Fall zu spüren. Die meisten Patienten mit Amputation sind über 70. Das bedeutet, die Kunden unserer Kunden sind in der Risikogruppe und müssen durch besondere Maßnahmen geschützt werden. Viele Sachen lassen sich zwar mit Schutzausrüstung umgehen, aber wo es geht, werden Termine erstmal geschoben. Außerdem werden unsere persönlichen Beratungs- und Schulungstermine auch erstmal geschoben, was sich natürlich auf unseren Umsatz auswirkt.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben ziemlich schnell unsere Arbeitzeit erstmal reduziert und haben alle, für die es möglich ist, ins Home Office geschickt. In unseren Räumlichkeiten gelten derzeit besondere Hygieneregeln. Darüber hinaus beobachten wir den Markt genau und entwickeln Konzepte um das beste aus dieser Zeit zu machen. Sobald es wieder Sinn macht, werden wir dann wieder zurückkommen, voller neuer Ideen und Energie!

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Home Office war für uns immer ein heißdiskutiertes Thema. Wir dachten immer, dass es wegen der Natur der Arbeit nicht für alle machbar wäre und jetzt musste es einfach umgesetzt werden. Und es klappt erstaunlich gut! Auch wenn alle es vermissen, sich zu sehen und mal ‘nen Kaffee zusammen zu trinken, werden wir in Teilen bestimmt Home Office in unseren Alltag integrieren.

Amparo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen natürlich weiter wachsen. Dazu wollen wir unser Portfolio erweitern, unter anderem um eine Oberschenkel-Variante unseres jetzigen Produkts. Außerdem wollen wir noch mehr Partnerschaften knüpfen, um mit unseren Prothesen mehr Menschen zu erreichen, die sonst keinen Zugang zur Prothesenversorgung gehabt hätten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Team first. Ein gutes und eingespieltes Team ist alles.
  2. Das große Ganze im Blick behalten – jederzeit.
  3. Innovation braucht viel Geduld.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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