Wichtig ist außerdem, ein tolles Team zu formen

Ambiverse bietet Lösungen für automatisches Textverständnis und intelligente Textproduktion

Stellen Sie sich und das Startup Ambiverse doch kurz unseren Lesern vor!
Ambiverse bietet einen Dienst in der Cloud an, der es Computern ermöglicht, die Bedeutung digitaler Texte zu „verstehen“ – und zwar in einer Weise, dass nicht nur Buchstabenfolgen interpretiert werden, sondern die Bedeutungen der einzelnen Wörter im Fokus stehen. Besonderes Augenmerk legen wir auf die korrekte Erkennung mehrdeutiger Namen, denn je nach Zusammenhang bezeichnet „Gerd Müller“ womöglich den Fußballweltmeister oder aber den deutschen Entwicklungsminister.

Wie ist die Idee zu Ambiverse entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Als Grundlage für Ambiverse dienen langjährige Forschungsarbeiten am Max-Planck-Institut für Informatik, insbesondere auch die Dissertation von Johannes, CEO von Ambiverse, der sich während seiner Promotion intensiv mit Modellen zum automatischen Textverständnis beschäftigt hat. Unsere Idee ist, diese spannende und sehr mächtige Technologie auch Unternehmen zugänglich zu machen, die immer größere Mengen an digitalen Texten in immer kürzerer Zeit immer genauer verstehen müssen. Zusammen mit Daniel – wir kennen uns schon aus Studienzeiten und hatten bereits früher ein gemeinsames Projekt auf die Beine gestellt – und den drei weiteren Gründern konnten wir ein tolles Team formen, das neben Expertise im Forschungsumfeld auch Industrie- und geschäftsrelevante Kenntnisse mitbringt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir hatten das große Glück, Ambiverse im Rahmen eines EXIST-Forschungstransfers des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gründen zu dürfen. Dieses Programm bietet neben finanzieller Starthilfe eine Fülle an Coachings und Seminaren, die Einbindung in Netzwerke aus Kontakten und Investoren, interessante Einladungen zu Pitches und relevanten Events usw. – eben alles, was gerade am Anfang so unglaublich wichtig ist. Unsere größte Herausforderung bestand – und besteht noch immer – darin, eine bereits sehr weit entwickelte neue Technologie so am Markt zu platzieren, dass Unternehmen direkt vom Mehrwehrt unserer Textanalysen profitieren können.

Wer ist die Zielgruppe von Ambiverse?
Wir sprechen in erster Linie Unternehmen an, die große Mengen an unstrukturierten Daten verarbeiten und analysieren und dabei unsere Technologie als Baustein in einem größeren Einsatzszenario effizienzsteigernd einsetzen. Da wir unseren Dienst auf Basis eines Pay-as-You-Go-Preismodells anbieten, ist jedoch auch eine gelegentliche Nutzung durch kleinere Unternehmen oder solche mit kleinerem Analysevolumen jederzeit möglich.

Wie funktioniert Ambiverse? Welche Vorteile bietet Ambiverse?
Der Innovationsgehalt unserer Technologie liegt in der besonders präzisen Verknüpfung von mehrdeutigen Wörtern und Phrasen in Texten mit sehr großen Wissensgraphen, die letztlich Objekte der echten Welt strukturiert katalogisieren. Je nach Kontext ist bei „Gerd Müller schoss ein Eigentor“ nämlich von Gerd Müller, Fußballweltmeister anno 1974 oder Gerd Müller, Entwicklungsminister die Rede, beispielsweise wenn er in einer Rede eine unglückliche Formulierung gewählt hat. Unsere Methode zählt zu den weltweit besten ihrer Art, solche Mehrdeutigkeiten kontextbezogen aufzulösen und wurde bereits von IBM als Maßstab für die Leistung solcher Verfahren bezeichnet. Weiterhin bieten wir Unternehmen die Möglichkeit an, in Eigenregie die Textanalyse auf ihre konkreten Herausforderungen zu zuschneiden und genau solche Namen besonders gut zu erkennen, die im jeweiligen Kontext notwendig oder wünschenswert sind.

Wie ist das Feedback?
Das Feedback während der ersten Gründungsphase ist sehr positiv und motivierend. Besonders im Bereich der Nachrichten- und Finanznachrichten-Analyse besteht großes Interesse an einer Integration unserer Technologie in bestehende Lösungsansätze, um deren Qualität zu verbessern. Durch viele, viele Gespräche mit möglichen Kunden und Partnern konnten wir außerdem bereits unzählige Punkte identifizieren, wie wir unsere Lösung noch besser auf die Zielmärkte zuschneiden können.

Ambiverse, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unser mittelfristiges Ziel ist es, das Sprachverständnis von Computern auf eine Ebene zu heben, die dem intuitiven Verständnis eines Menschen in nichts nachsteht. Neben einer Verbreiterung unserer Zielmärkte werden wir insbesondere im Dialog mit Kunden und Partnern an einem stark technologie-getriebenem Wachstum arbeiten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Aus unserer Sicht ist es unglaublich wichtig, nicht nur theoretisch das Geschäftsmodell zu vermessen, sondern ganz konkret mit möglichen Anwendern zu sprechen und dadurch Hypothesen zu bestätigen oder zu widerlegen. Klingt einfach, ist aber in der Praxis gar nicht so leicht umzusetzen. Wichtig ist außerdem, ein tolles Team zu formen, das gemeinsam an der großen Vision arbeitet, und auch mal locker zu bleiben, wenn das ein oder andere Hindernis – egal ob finanzieller, inhaltlicher, oder sonstiger Natur – auf enorme Größe anzuwachsen scheint. Am besten kommt man nämlich voran, wenn man mit Spaß bei der Sache ist!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Johannes Hoffart und Daniel Bär für das Interview.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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