Marktanalyse und Konkurrenzanalyse sind das A und O!

AmbiGate: virtueller Personal Trainer mit 3D Kamera

Stellen Sie sich und das Startup AmbiGate doch kurz unseren Lesern vor!
AmbiGate ist ein Software Startup und eine unabhängige Ausgründung aus der Universität Tübingen. Wir sind drei Gründer (Stephan, Caroline und Christian) und kommen aus den Fächern BWL, Bioinformatik und Informatik. Wir haben die AmbiGate GmbH 2015 gegründet. Unsere Software wird bereits in verschiedenen Pilotprojekten getestet, befindet sich aber noch in der Entwicklung. Wir haben Preise gewonnen, die uns immer wieder zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die größten unter ihnen waren Weconomy und IKT innovativ.

Wie ist die Idee zu AmbiGate entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Wir drei kennen uns aus Jugend und Unizeiten und waren schon immer ein Dreiergespann, da hat es sich angeboten auch zu dritt zu gründen. Da dann die Idee auch auf unsere Fachbereiche passte, stand dem nichts mehr im Weg. Die Grundidee entstand an der Uni Tübingen über Studien zur Therapiebegleitung mit Gamification und durch Arbeiten, die einer von uns im Human Machine Interface geschrieben hat. Es wurde festgestellt, dass die Motivation positiv beeinflusst wird und Training somit nachhaltiger ist, wenn Videospiele genutzt werden. Um jedoch zu erkennen ob Übungen korrekt ausgeführt werden, wurde an der Uni ein riesengroßes und teures Kamerasystem verwendet. Wir haben das dann auf die Kinect reduziert und es somit alltagstauglich gemacht. Es können aber zukünftig auch andere 3D Kameras auf das System angepasst werden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Von der Idee bis zum Start war die größte Herausforderung die ersten Professoren zu überzeugen, die wir für den Exist Antrag brauchten. Auch die Letter of Intents zu bekommen hat zunächst einige Überzeugungsarbeit gekostet. Hat man aber die ersten im Boot, geht es recht schnell. Die erste Finanzierung lief dann über das Exist Gründerstipendium. Seitdem finanzieren wir uns über Aufträge und sind seither noch gebootstapped, wie man so schön sag. Wir suchen auch aktuell Investoren um unsere weitere Entwicklung noch zu beschleunigen.

Wer ist die Zielgruppe von AmbiGate?
Unsere Zielgruppe sind Menschen, die präventiv, aber auch nachhaltig etwas für ihren Rücken tun wollen. Ebenso solche, die parallel zu einer Physiotherapie oder ihrem Reha Aufenthalt mit einem motivierenden System arbeiten wollen. Außerdem Unternehmen, die ihr betriebliches Gesundheitsmanagement aufpeppen möchten.

Wie funktioniert AmbiGate?
Die 3 Gründer haben einen virtuellen „Personal Trainer “ ins Leben gerufen. Er wird auf einem Screen angezeigt und macht z.B. Rückenübungen vor.
Aber das ist noch nicht alles:
Seine Augen sind eine 3D Kamera, durch sie sieht der Trainer sofort ob der Nutzer die Übungen richtig ausführt. Ist dem nicht so, beschwert er sich umgehend. Das Training findet in einer virtuellen Welt statt und wird durch Gamification zum Abenteuer um die Motivation der Nutzer zu steigern. Es kann für die Betriebliche Gesundheitsförderung, in Reha Zentren oder auch zu Hause, wahlweise parallel zu einer Therapie oder präventiv, eingesetzt werden. Die enthaltenen Übungen werden von entsprechenden Experten, wie z.B. Physiotherapeuten in das System eingespeist.
(Benötigte Technik: PC, 3D Kamera, AmbiGates Software eReha)

Welche Vorteile bietet AmbiGate?
AmbiGate´s eReha System hat den Vorteil, dass es nicht nur Rückenübungen anzeigt, sondern diese auch mit einem Echtzeit Feedback erkennt und Fehler so lokalisieren kann. Damit hat der Nutzer die Garantie, seine Übungen korrekt auszuführen. Außerdem können durch die AmbiMotion Software die wir entwickelt haben alle Arten von Bewegungsabläufen als Referenzdatensätze erstellt werden und durch das Echtzeit Feedback auf Korrektheit in der Ausführung geprüft werden. Demnach sind wir was den Markt betrifft recht breit aufgestellt. Beginnen aber derzeit mit Rückenübungen für Menschen, die zu viel sitzen.

Wie ist das Feedback?
Das Feedback von den bisherigen Tests ist durchweg positiv. Die Nutzer fanden es besonders gut, dass sie ein Feedback zu ihren Übungen bekommen, was die üblichen Apps nicht anbieten. Auch der Gamification Ansatz kommt bei allen gut an, da der Spaßfaktor im Vordergrund steht und somit das eingestaubte Image des Rückentrainings verändert. Wir sind in stetiger Weiterentwicklung, denn neuer Inhalt, neue Übungen und Games sorgen dafür, Motivation der Trainierenden nachhaltig aufrechtzuerhalten.

AmbiGate, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir starten jetzt primär in der Betrieblichen Gesundheitsförderung und auch in einer Reha Klinik. Danach soll das Produkt auch für Privatpersonen verfügbar gemacht werden. Wir richten uns hier aber nach der Nachfrage. Da wird man sehen, wo die Reise hingeht und wer das Produkt in welcher Ausführung haben möchte. In fünf Jahren sind wir hoffentlich in vielen Unternehmen in Deutschland und vielleicht auch schon in anderen Ländern etabliert. Vorzugsweise dann auch zu verschiedenen Themen die im Allgemeinen mit einem gesunden Lebensstil zu tun haben. Denn Rücken ist nur der Anfang und Rückenschmerzen haben verschiedenste Ursachen, nicht nur den Mangel an Bewegung. Letzten Endes gehört zu einem gesunden Lebensstil das Zusammenspiel von Körper und Geist, Ernährung und Bewegung.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Gründet nur, wenn euer Herz dafür schlägt – lernt es im Pitch rüberzubringen!
2. Marktanalyse und Konkurrenzanalyse sind das A&O!
3. Durchhalten! Durchhalten! Durchhalten! Gründen ist anstrengend aber macht unfassbar viel Spaß!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Caroline Dabels für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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