Samstag, Dezember 4, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

AmaliTech bietet der Jugend aus Afrika Beschäftigungschancen und europäischen Unternehmen Zugang zu jungen, motivierten Digital-Talenten

Stellen Sie sich und das Startup AmaliTech doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Martin Hecker und ich habe vor knapp 2 Jahren das Social Business AmaliTech gegründet. Zuvor war ich 26 Jahre bei der Boston Consulting Group in den Bereichen Digitalisierung und Technologie tätig.

AmaliTech ist ein Geschäftsmodell mit doppeltem Nutzen. In Europa besteht ein IT-Fachkräfte Mangel – in Afrika stehen viele ICT-Hochschul-Absolvent:innen vor einem ausgeschöpften Jobmarkt. Die Mission von AmaliTech besteht darin, der Jugend Afrikas nachhaltige Beschäftigungschancen und europäischen Unternehmen einen direkten Zugang zu jungen, motivierten Digital-Talenten zu bieten. Als Non-Profit Unternehmen fließen alle Überschüsse in die Unterstützung der lokalen Gemeinden und in die Ausbildung der nächsten Generation von IT-Talenten in Afrika.  

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Während einer Reise nach dem Studium durch verschiedenste Teile der Welt lernte ich vor allem Afrika kennen und lieben. Die Affinität zu Afrika blieb ein Leben lang und es entwickelte sich der Wunsch, mich für die Menschen dieses Kontinents zu engagieren. Es gab leider nie den passenden Zeitpunkt, doch vor drei Jahren konnte ich meine Vision umsetzen. 

Ausschlaggebender Punkt für die Geschäftsidee war, dass Europa die schnellst alternde Bevölkerung der Welt hat. Das heißt bis 2030 wird es in Europa 1,1 Millionen offene ICT-Stellen geben. Afrika hingegen hat großes Potenzial mit ca. 2 Millionen ICT-Hochschul-Absolvent:innen jährlich, jedoch stellt der Arbeitsmarkt in Afrika keine passenden Arbeitsplätze zur Verfügung. Wir möchten mit unserem Geschäftsmodell die digitale Kompetenzlücke zwischen Afrika und Europa schließen.

Welche Vision steckt hinter AmaliTech?

Mit AmaliTech möchten wir in Afrika langfristige, qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen und somit zum nachhaltigen Wirtschaftswachstum im Land und vor allem zur Verbesserung des Lebensstandards in Afrika beitragen. Weiterhin haben wir uns als Ziel gesetzt, eine gleiche Anzahl von Frauen und Männern und darüber hinaus eine repräsentative Anzahl von Menschen mit Behinderung in unser Ausbildungsprogramm aufzunehmen, um ein diverses Arbeitsfeld zu schaffen und Gleichberechtigung zu fördern. Durch unser sechsmonatiges, anspruchsvolles Training, welches unsere Mitarbeitenden durchlaufen, können wir in Europa qualitativ hochwertige Digital-Dienstleistungen zusichern und somit den Fachkräftemangel ausgleichen.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ich denke die größte Herausforderung war die Entwicklung unseres Recruiting-Prozesses, um geeignete Kandidat:innen zu finden, und die Entwicklung des anspruchsvollen Trainingsprogramms, um internationale Qualitätsstandards gewährleisten zu können. Sowohl das erfolgreiche Recruiting als auch das spezialisierte Trainingsprogramm zählen heute zu unseren Kernkompetenzen.

Finanziert wird das Projekt von privaten Investor:innen und Spender:innen. Ebenso werden wir durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit unterstützt. Das langfristige Ziel ist, dass sich das Projekt selbstständig trägt. Dementsprechend werden Überschüsse aus unserem Dienstleistungsangebot in die Trainings Center und in soziale Projekte vor Ort investiert.

Wer ist die Zielgruppe von AmaliTech?

Unsere Kund:innen und Partner:innen sind Startups und mittelständische Technologie- und Digital-Unternehmen, die bereit sind, in einem integrierten und agilen Arbeitsmodell mit unseren qualifizierten Mitarbeiter:innen zusammenzuarbeiten. Über diese, gewinnen wir auch zunehmend Zugang zu Firmen mit denen wir gemeinsam Technologie-Projekte umsetzen.

Wie funktioniert AmaliTech? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

AmaliTech stellt ein dezidiertes Team aus hochqualifizierten Technikexpert:innen zur Verfügung, welches eng mit dem/der Kund:in zusammenarbeitet. Für die effektive Kommunikation setzen wir modernste Kollaborations-Tools ein und arbeiten mit unseren Kund:innen und Partner:innen in einer agilen Projekt-Methodik.

Wir bieten hochwertige Dienstleistungen zu attraktiven Konditionen an, doch unser besonderes Alleinstellungsmerkmal ist der soziale Aspekt, mit dem wir der afrikanischen Jugend eine Perspektive eröffnen möchten. Jedes Unternehmen, das mit uns zusammenarbeitet, wird so Teil dieser großen Aufgabe und hilft uns weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

AmaliTech, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben unser Projekt in Takoradi, Ghana begonnen. Hier arbeiten zurzeit 140 Mitarbeiter:innen. Ein weiteres Trainings-, sowie Service-Center wird in Kumasi, Ghana eröffnet und wir sind mitten in der Planung eines Standortes in Kigali, Ruanda. Mein Team und ich arbeiten auf Hochtouren daran, unser Ziel zu erreichen, in 5 Jahren ca. 1000 junge Menschen in Jobs gebracht zu haben.

Ein weiteres Anliegen ist es, soziale Projekte in Ghana auszubauen. Aktuell fokussieren wir uns auf drei Projekte. Die ersten beiden verfolgen das Ziel, Frauen und Menschen mit Behinderung den Zugang zum Digitalen-Sektor zu ermöglichen und zu vereinfachen. Zusammen mit den SOS Kinderdörfern in Ghana organisieren wir ein drittes Projekt – „Coding for Kids“ zielt darauf ab, Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren die Fähigkeiten und die Leidenschaft des Programmierens näherzubringen. Den aktuellen Stand aller Projekte findet man auf unserer Webseite unter Social Impact.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Entwickele dein Geschäftsmodell mit einem klaren Fokus und einer überzeugenden Idee wie du Umsatz generieren kannst.

Finde das beste Team, denn ein Top Team kann eine auch eher durchschnittliche Geschäftsidee zum Erfolg führen, umgekehrt geht es nicht.

Hab den Kunden immer im Fokus deines Tuns; die Vielzahl der Aufgaben in einem Startup erlaubt allzu leichte Ablenkung.

Wir bedanken uns bei Martin Hecker für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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