Am Puls der Zeit: Wie Innovation-Hubs den Change Prozess unterstützen

Digitalisierung ist DAS Schlagwort unserer Zeit! Sie zieht sich durch alle Lebensbereiche, verändert unseren Berufsalltag und vor allem unsere Gewohnheiten. Die digitale Revolution ist somit ein ganzheitliches Phänomen, das tiefgreifende Veränderungen in unserer Gesellschaft auslöst.

Den Wandel als Chance verstehen

Doch insbesondere für traditionelle Unternehmen, wie sie beispielsweise in der Entsorgungsbranche zu finden sind, stellt die digitale Transformation eine große Herausforderung dar. Eingespielte, analoge Prozesse müssen in Bits und Bites übersetzt, Geschäftsmodelle angepasst und Kundenwünsche noch besser bedient werden. Um auch in Zukunft erfolgreich bestehen zu können, müssen Unternehmen die Digitalisierung jedoch als Chance verstehen – und dies gilt es auch als Mindset bei den Mitarbeitern zu verankern.

Innerhalb der Unternehmensstrukturen wird dieser Veränderungsprozess idealerweise proaktiv und vorausschauend gestaltet, statt als Reaktion auf die digitalen Maßnahmen des Wettbewerbs mal eben schnell eingeführt. Hier ist das richtige Verständnis entscheidend, denn Digitalisierung geht zwangsläufig mit einem Wandel der Unternehmenskultur einher und ist kein bloßes Organisationsentwicklungs- oder Prozessthema. Dieser Kulturwandel ist jedoch oftmals leichter geplant als umgesetzt. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten Veränderungsprozesse ein hohes Maß an Unsicherheit, nicht selten werden sie daher blockiert oder ignoriert.

Vorteile der Digitalisierung auf neuen Wegen kennenlernen

Soweit die Theorie, doch wie gelingt der Wandel in der Praxis und worauf ist dabei zu achten? Ein konkretes Beispiel ist die ALBA Group: Mit der Digitalstrategie wurde ein Fahrplan festgelegt, an dem sich das gesamte Unternehmen, die einzelnen Fachbereiche und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientieren können. Ein zentrales Element der Umsetzung ist dabei das ALBA BluehouseLab. Das Team versteht sich als Treiber des internen Kulturwandels – Agilität, neue Ideen und digitale Trends werden aktiv ins Unternehmen getragen. Dazu werden disruptive Leuchtturmprojekte umgesetzt und Ideengeber aus anderen Abteilungen mit Rat und Tat unterstützt. So wird beispielsweise mit smarten Containern oder autonomen Kehrmaschinen experimentiert. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Aufbau eines guten Netzwerks. Es werden langfristige Partnerschaften angestrebt, um die entwickelten Ideen schnell zu realisieren. Denn ohne interne und externe Partner kann weder eine erfolgreiche Umsetzung gelingen noch der Change-Prozess vorangetrieben werden.

Moderne Arbeitsmethoden als Wegbereiter

Dennoch ist es zu kurz gedacht, wenn die bloße Implementierung eines Labs die Innovationsfähigkeit eines traditionellen Unternehmens per se steigern soll – ein Wandel der Unternehmenskultur ist harte Arbeit und erfordert Geduld und Nervenstärke. Daher hat das BluehouseLab die weitere Aufgabe, moderne Arbeitsmethoden zu etablieren. Diese sind unabdingbar, um mit allen Kolleginnen und Kollegen die ausgetretenen Pfade zu verlassen und Innovationen erfolgreich im Unternehmen einzuführen! In Abstimmung mit den einzelnen Fachbereichen werden dazu Innovations- und Methodenworkshops angeboten. Mit den Veranstaltungen sollen Perspektiven der Digitalisierung aufgezeigt und Bedenken diesbezüglich abgebaut werden.

Das Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis für die Notwendigkeit von (digitalen) Innovationen zu schaffen. Mit Hilfe von Design Thinking, Lean Start-up und agilen Sprints lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die aktuellen Trends in der Entsorgungsbranche kennen, beschäftigen sich mit Methoden zur Ideengenerierung und entdecken, dass Fehler eine wichtige Rolle im gesamten Entstehungsprozess spielen. Bei der Konzeption werden insbesondere drei Aspekte berücksichtigt:

1.) Multidisziplinäre Teams:

Die Workshops werden für jede Abteilung und jede Position angeboten und werden bunt gemischt durchgeführt. Es soll vermieden werden, nur eine bestimmte Ebene anzusprechen. Wir möchten einen übergreifenden Austausch bestärken, damit gegenseitiges Verständnis fördern und eine gemeinsame Ideenentwicklung anregen.

2.) Flexibler Raum:

Eine offene Kultur braucht offene Türen. Für die Workshops treffen sich alle Kolleginnen und Kollegen abseits des Büros. Optische Flexibilität befeuert wilde Ideen, die sich nicht von vornherein durch Grenzen beschränken. Durch gezielte Übungen und anschauliche Beispiele ermutigen wir alle Teilnehmer, diese uneingeschränkte Denkweise in den Arbeitsalltag mitzunehmen.

3.) Regelmäßige Wiederholung:

Um die Themen immer wieder aufzugreifen und über neueste Entwicklungen zu informieren, versenden wir interaktive Updates zu aktuellen Entwicklungen und unseren Projekten. In Form einer kleinen Aufgabe motivieren wir unsere ehemaligen Workshop-Teilnehmer, ihre Erfahrungen mit ihren Teamkollegen zu teilen und rufen so die Inhalte der Kurse immer wieder in Erinnerung.

Mit dieser Schleife aus Training, Information und Kommunikation mobilisieren wir unsere Kolleginnen und Kollegen, um sich an unseren 170 Standorten aktiv als Innovationsbotschafter zu engagieren. Denn nur, wenn sich die Unternehmenskultur öffnet, können Ideen wachsen und die Entsorgungsbranche verändern. Oder wie es der Informatikpionier Alan Kay einmal treffend formuliert hat: Die beste Möglichkeit, die Zukunft vorherzusagen, ist es, sie zu erfinden.

Über die Autorin

Als Creative Engineer schult Kristin Bauermeister die ALBA-Mitarbeiter in agilen Arbeitsmethoden wie Design-Thinking, Scrum und Lean Change Management. Darüber hinaus arbeitet sie an neuen Formaten und Projekten, wie beispielsweise an einer unternehmensweiten Plattform für virtuelles Ideenmanagement. Ziel dieser Maßnahmen ist es, bestehende Prozesse und Strukturen nachhaltig zu verändern und die Organisation damit innovationsorientierter aufzustellen.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

redaktion

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