Nicht alle Aufgaben alleine bewältigen wollen

In der Männerdomäne – Als Gründerin in der Startupszene

Überdurchschnittlich viele Unternehmensgründer sind männlich – dazu gibt es einige Studien (z.B. hier). Wiederum andere Studien (z.B. hier) besagen, dass Gründerinnen schwerer Kapital bekommen, als die männlichen Kollegen. Wieso ist das so, wo es doch gar keine Studien gibt, die zeigen, dass Startups, die von Frauen gegründet worden sind, weniger erfolgreich sind? Wieso ist die Gründerszene noch immer eine solche Männerdomäne?

Sich nicht selbst ins Abseits schießen

Ob nun im Gespräch mit einem potentiellen Investor für das eigene Unternehmen oder in der Verhandlung um eine Gehaltserhöhung vor dem Chef – Frauen, so hört man es immer wieder, seien oft zu wenig selbstbewusst, ließen sich leicht entmutigen, stellten ihr Licht zu oft unter den Scheffel und verkauften ihre Fähigkeiten unter Wert. Doch warum diesen Klischees weiter Futter geben und diese bestätigen?

Die berüchtigte Generation Y, die die Arbeitswelt unter anderem durch Forderungen nach flexibleren Arbeitszeiten und besserer Bezahlung „aufmischte“, brachte auch einige sehr selbstbewusste junge Frauen hervor. Bei der Unternehmensgründung ist außerdem längst nicht nur das eigene Können gefragt, sondern es kommt maßgeblich auf ein gutes Team an. Wer sich verlässliche, kluge Köpfe in die eigene Firma holt und auch den Rat von erfahrenen Experten annimmt, kann ein sehr gut funktionierendes Unternehmen aufbauen und seine Ziele verwirklichen.

Realität vs. Schreckensmärchen

Als Gründerin darf man sich darauf gefasst machen, dass einem immer wieder Skepsis entgegenschlägt, sei es aus dem privaten Umfeld („Selber gründen – traust du dir das wirklich zu?“) oder seitens potentieller Investoren, möglicher Business Angels oder VCs– meist selbst allesamt Männer („Haben Sie noch einen Mitgründer?“). Auch unter Gründern, besonders in shared workspaces, fällt auf, dass männliche Founder in der Überzahl sind.

Trotzdem fällt am Ende des Tages kaum mehr auf, dass man als Frau in der Gründerszene nur wenige Kolleginnen findet: Egal, ob Gründer oder Gründerin – jeder ist von Stress betroffen, jeder kämpft um Investorengelder, jeder versucht im harten Markt der Startups auf eigenen Füßen zu stehen. Die Klischees, Männer seien, gerade im Digitalbereich, versierter und fähiger, ein Unternehmen zu leiten, existieren vor allem in den Köpfen. Für Gründerinnen gilt es also, den Vorurteilen souverän den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Die Moral von der Geschicht’

Frauen müssen die Quoten selbst in die Hand nehmen und den Studienergebnissen etwas entgegensetzten. „Einfach mal machen“, könnte die neue Devise lauten: Gründen, Selbstbewusstsein zeigen, sich ruhig auch mal als Alleskönner darstellen und sich selbst hohe Ziele stecken – denn das tun Männer ganz genauso.

Und, wenn doch einmal alles schief läuft?

5 naheliegende Tipps (sowohl für männliche, als auch weibliche Gründer), um nicht durchzudrehen
1) Ruhe bewahren
2) Positiv bleiben
3) Geduldig sein
4) Nicht alle Aufgaben alleine bewältigen wollen
5) Abends ein Glas Wein trinken und mal ausschlafen: manchmal muss man einfach abschalten und am nächsten Tag schaut die Welt dann oft schon ganz anders aus

Ein Gastbeitrag von Lisa Jedlicki, Gründerin und CEO von Walkie

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