Jobwechsel der anderen Art: Wenn der Sohn plötzlich der Chef ist

25 Jahre Karriere bei Siemens – eingetauscht gegen einen kompletten Neustart beim Startup seines Sohnes. Mathias Thamm wagte mit Mitte 50 den beruflichen Neuanfang in einer komplett neuen und der noch unbekannten Data-Science Branche. Statt stundenlangen Meetings und ewigen Abstimmungsschleifen baut er als COO, CFO und CIO seit knapp drei Jahren die Strukturen bei der Alexander Thamm GmbH auf.

Ende 2014 konnte Mathias Thamm bei Siemens sehr unterschiedliche Funktionen und Aufgaben wahrnehmen und auch an verschiedenen Standorten wie Berlin, Augsburg und München arbeiten. Doch mit dem Verkauf der Kommunikationssparte wurde alles kompliziert: Während zu Beginn seiner Karriere noch 40.000 Mitarbeiter bei seiner Siemens-Sparte beschäftigt waren, zählten am Ende nur noch wenige Tausend Personen dazu.

Als Mathias Thamm durch unzählige Restrukturierungsprojekte selbst in die Bredouille kam, seine langjährigen Kollegen entlassen zu müssen, wollte er so nicht mehr weitermachen und zog die Reißleine. 2012 gründete sein Sohn ein eigenes Unternehmen und suchte aufgrund des starken Wachstums jemanden, der die Strukturen innerhalb der Alexander Thamm GmbH aufbaut. Das war der Anlass für ein Bewerbungsgespräch der etwas anderen Art.

„Wichtig war für uns, dass wir klar getrennte Aufgabenbereiche haben.“

„Letztlich war es dann einfach ein logischer Schritt für uns – wenn auch ein finanzielles Wagnis für meinen Sohn, zu einem recht frühen Zeitpunkt eines Unternehmens, einen ‚älteren‘ Mitarbeiter einzustellen“, sagt Mathias Thamm. Dass sein Sohn sein Chef ist, war zu keinem Zeitpunkt eine Situation, die Zweifel in ihm hervorriefen. „Wichtig war für uns, dass wir getrennte Aufgabenbereiche haben und wir keine Vermischung von Arbeit und Familie wollen“, erklärt Mathias Thamm. Paps wird er von Alex trotzdem genannt.

Durch den mutigen Schritt – von einem Großkonzern zu einem jungen Startup zu wechseln – haben beide Seiten viel gewonnen: Mathias Thamm hat für das Unternehmen seines Sohnes viele wichtige Erfahrungswerte mitgebracht, konnte gleichzeitig aber auch viel von den jungen Kollegen lernen – insbesondere was agiles Arbeiten statt jahrelangem proof of concept angeht. „Um es zusammen zu fassen: Es war einfach die richtige Entscheidung.“

Bild: Nach 25 Jahren gab er seinen Job auf, um bei seinem Sohn einzusteigen: Mathias Thamm. ©Alexander Thamm GmbH

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Quelle: Startup Communication e.K.

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