Lerne, Aufgaben abzugeben!

Alexander Thamm innovative Data Products und Data Services

Stellen Sie sich und das Startup, die Alexander Thamm GmbH, doch kurz unseren Lesern vor!
Alle Lebensbereiche werden digitalisiert. Damit werden jede Minute Millionen von Daten generiert – Daten aus denen wir Mehrwerte schaffen. Wir zeigen Unternehmen mit der Analyse von Big Data neue Geschäftsmodelle auf und entwickeln innovative Data Products und Data Services. Und das mit Erfolg: Innerhalb von fünf Jahren ist es uns gelungen, zur führenden Data Science Beratung im deutschsprachigen Raum zu werden. Inzwischen zählt die Hälfte der DAX30 Unternehmen zu unseren Kunden

Wie ist die Idee zur Alexander Thamm GmbH entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Mein Werkstudentenjob war 2007 in der Datenanalyse bei einer IT-Tochter von BMW. Dort hatte ich die Gelegenheit, mit Datamining Pionieren zusammenzuarbeiten. Das detaillierte Wissen, das mithilfe von Daten generiert werden kann, hat mich von Anfang an fasziniert. Also stieg ich tiefer in die Materie ein, schrieb meine Diplomarbeit in dem Bereich und arbeitete nach meinem Studium als Freelancer für BMW weiter. Doch ich wollte das Thema Data Science in Deutschland allgemein vorantreiben und auch noch andere Unternehmen weiterbringen. Also fasste ich all meinen Mut zusammen, schmiss den lukrativen Job als Freelancer und gründete die Alexander Thamm GmbH.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Data Scientists sind am Markt extrem gefragt. In den letzten Jahren haben wir für mehrere Unternehmen eigene Data Labs aufgebaut – dabei wurden uns auch einige junge Kollegen von den Kunden abgeworben. Deshalb haben wir letztes Jahr sehr viele Maßnahmen ergriffen, um unsere Mitarbeiter langfristig zu halten. So haben wir die Balanced Scorecard für unsere Data Scientists abgeschafft, was für eine Beratung sehr ungewöhnlich ist.

Stattdessen haben wir andere Anreize geschaffen wie zum Beispiel unsere Buddy Rate, mit der wir erfolgreiche Akquisetätigkeiten prämieren. Außerdem haben wir ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell entwickelt, für das man nicht erst Partner werden muss. Bei der Entwicklung dieses Beteiligungsmodells haben wir uns an den Virtual Stocks Modellen von Tech-Startups orientiert – allerdings ist es gar nicht so einfach, so etwas in Deutschland für ein Dienstleistungsunternehmen zu realisieren. Wir mussten lange mit unserem Anwalt tüfteln, bis wir ein passendes Konstrukt entwickelt hatten.

Wir haben keinen Investor oder Fremdkapital, sondern sind bis heute komplett eigenfinanziert. Das ist sicherlich auch eine unserer größten Herausforderungen. Über 30 Prozent Wachstum jährlich aus eigener Kraft zu stemmen und dabei auch noch profitabel zu sein ist gerade in Deutschland verdammt schwierig – der Staat könnte Start-ups hier wirklich mehr unter die Arme greifen. Gleichzeitig schätzen wir aber auch die Freiheit und Flexibilität, die wir dadurch bei unseren Entscheidungen haben. Gerade erst gestern habe ich mit einem befreundeten Tech-Hardware Gründer beim Abendessen darüber gesprochen – er kam von einem seiner Investoren Boardmeetings und war ziemlich frustriert, wie kurzfristig die Investoren manchmal denken…

Wer ist die Zielgruppe der Alexander Thamm GmbH?
Wir haben eine sehr breite B2B-Zielgruppe. In der Automobilbranche haben wir uns schon fest etabliert, aber auch der Energiesektor, der Finanz- und Versicherungsbereich sowie die Telekommunikationsbranche setzen auf unsere Machine Learning und Data Science Services. Angefangen bei Mittelständlern bis hin zu international agierenden Großkonzernen.

Wie funktioniert die Alexander Thamm GmbH?
Unternehmen sammeln sowohl intern als auch extern enorme Berge an Daten – Big Data. Doch viele wissen nicht, wie sie die Daten verwenden können und welche Vorteile sich aus dem Wissen ergeben… Dafür werden Techniken und Algorithmen aus der Mathematik, Statistik und IT angewendet.

Welche Vorteile bietet die Alexander Thamm GmbH?
Als Data Science Pionier in Deutschland haben wir bereits über über 400 Data Science Projekte realisiert und uns dadurch viel Erfahrung und Know How aufgebaut. Mit unserem Datenkompass haben wir ein ganzheitliches Vorgehen für Data Science Projekte entwickelt, das sich in den letzten Jahren sehr bewährt und etabliert hat. Wir begleiten unsere Kunden über die gesamte Data Journey – von der Entwicklung der Data Strategy bis hin zum fertigen Data Product.

Wie ist das Feedback?
Sehr gut, ich denke die Erfolge sprechen für sich. Über 400 Data-Science-Projekte, elf gewonnene Awards und mehr als 60 Mitarbeiter sind die Bilanz nach den ersten fünf Jahren. Zu unseren Kunden gehören unter anderem BMW, VW, Vodafone, Vorwerk, E.ON, Osram, Lufthansa und viele mehr. Wir haben zahlreiche Auszeichnungen in den letzten Jahren erhalten, beispielsweise zum KfW Gründerchampion Bayerrn, Big Data Leader oder auch den Best of Consulting Award der Wirtschaftswoche für ein Projekt bei MAN.

Alexander Thamm, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Als nächster Meilenstein steht der Umzug in unser neues Büro an. Von der Dachterrasse aus genießen wir einen Blick über ganz München!
Es ist unser Ziel, bis 2025 100 Millionen Umsatz zu erwirtschaften. Um das zu erreichen, ist für uns auch anorganisches Wachstum eine Option. Mir ist außerdem sehr wichtig, unser Wissen in die internationale Breite zu tragen und unseren Datenkompass als globalen Standard zu etablieren, damit noch mehr Menschen aus Daten echten Mehrwert schaffen. Letztlich geht es uns darum, Menschen mit Data Science zu helfen. Zukünftig möchten wir unsere Fähigkeiten auch in der Medizin einsetzen. In der Krebsforschung wird Machine Learning beispielsweise eingesetzt, um Tumore frühzeitig und zuverlässig zu identifizieren.

Aber unabhängig davon, was wir in fünf Jahren genau machen werden und wie viele Leute wir bis dahin sein werden – wichtig ist mir, dass wir weiterhin unseren Spirit leben und uns das „Startup Feeling“ auch zukünftig erhalten bleibt.

Zum Schluss: Welche drei Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Teste dein Produkt oder deine Dienstleistung schon während der Entwicklung immer wieder am Kunden und sammle Feedback.
2. Sei nicht zu sehr Fan deiner eigenen Idee.
3. Lerne, Aufgaben abzugeben – hierfür brauchst du ein gutes Team, dass dir den Rücken stärkt und auf das du dich verlassen kannst.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Alexander Thamm für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

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