Sonntag, August 14, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

alcemy ermöglicht die Produktion hochwertiger CO2-armer Zemente und Betone

Stellen Sie sich und das Startup alcemy doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Leopold Spenner und habe mit meinem Co-Gründer Robert alcemy gegründet. Zusammen haben wir eine Lösung entwickelt, um mithilfe KI-gestützter Software und moderner Sensorik die Beton- und Zementherstellung digitaler und CO2-ärmer zu gestalten. Dazu geben wir den Herstellern entsprechende Werkzeuge an die Hand. Denn was viele nicht wissen: Beton oder genauer genommen die Zementherstellung ist verantwortlich für einen immensen CO2-Ausstoß. Global ist das Baumaterial allein für etwa acht Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. 

Wir schauen uns daher den Herstellungsprozess an und nutzen Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Zementwerk bis hin zu den Fahrmischern, die zur Baustelle fahren. Mithilfe der Daten und unseren Algorithmen können Hersteller den Prozess so optimieren, dass die Produktqualität steigt, die Herstellungskosten sinken und deutlich CO2-ärmere Zemente und Betone produziert werden können. Damit zeigen wir, dass sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht mehr ausschließen. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich selbst bin in einer Familie aufgewachsen, die bereits in der vierten Generation mehrere Zement- und Betonwerke betreibt. Ich kenne die Industrie also schon von klein auf. Nach meinem Studium am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) habe ich mich noch intensiver mit der Industrie auseinandergesetzt und an verschiedenen Beton- und Zementprojekten bei der Boston Consulting Group und dem Verband deutscher Zementwerke gearbeitet. Als ich meinen Co-Gründer Robert kennenlernte, verband uns auf Anhieb die Überzeugung, dass es nur auf die richtigen Tools ankommt, wenn Unternehmen gleichermaßen die CO2-Emissionen sowie die Produktionskosten senken möchten. Eben diese Tools wollten wir liefern. Also kombinierten wir seine technische Expertise im Machine Learning mit meiner Branchenerfahrung und gründeten kurzerhand alcemy.

Welche Vision steckt hinter alcemy?

Unsere Vision ist es, zum weltweiten Standard für die technologisch gesteuerte Dekarbonisierung der Beton- und Zementindustrie zu werden. Mit unserer Lösung kann sich dann das handwerklich verarbeitete Naturprodukt zum datenbasierten Hightech-Produkt weiterentwickeln. So ermöglicht alcemy den Weg in ein grüneres und digitales Zeitalter in der Beton- und Zementherstellung und steht der Branche als Partner auf Augenhöhe zur Seite.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war es, die Zement- und Betonhersteller von unserer Lösung zu überzeugen. Die Industrie ist sehr mittelständisch geprägt und hat sich in der Vergangenheit eher weniger mit Nachhaltigkeit oder mit digitalen Tools und Automatisierung auseinandergesetzt. Warum auch? Die Industrie hat mit ihren bisherigen Prozessen und Produktionsweisen immer erfolgreich Zemente und Betone herstellen können. Heute muss sich die Industrie, wie viele andere auch, neu definieren. Das erfordert ein zukunftsgerichtetes Denken und Innovation. Genau dafür liefern wir die passende Technologie für unsere Kunden.

Wer ist die Zielgruppe von alcemy?

In erster Linie sprechen wir mit unserer Lösung natürlich direkt die Beton- und Zementhersteller an. Ihnen stehen wir als Partner zur Seite und helfen dabei, ihre Prozesse zu automatisieren, zu optimieren und damit ihre Produktportfolios CO2-arm und zukunftsfähig zu machen. Wir haben aber auch schnell gemerkt, dass die Dekarbonisierung des Betons nur dann klappt, wenn die Nachfrageseite – also die Bau- und Immobilienunternehmen – CO2-armen Beton auch verbauen wollen. Wir sehen, dass Nachhaltigkeit industrieübergreifend immer stärker als wichtiger Aspekt in den strenger werdenden EU-Regularien festgelegt wird – so auch beim Bau. Klimafreundliche Alternativen sind also absolut notwendig. Hier wollen wir stärker aufklären und auf die Notwendigkeit von CO2-armen Beton vermitteln.  

Wie funktioniert alcemy? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die Qualitätssteuerung von Zement und Beton basiert heutzutage immer noch auf dem Know-how und Fingerspitzengefühl der Mischmeister:innen. Mit den traditionellen CO2-starken – aber dafür sehr robusten – Zementen und Betonen, ist dies noch möglich. In Zukunft stellen CO2-arme Zemente und Betone aber deutlich größere Qualitätsanforderungen, die mit den heutigen manuellen Prozessen nicht möglich sind. Genau hier setzen wir an. Wir reduzieren mit unserer Software die Qualitätsschwankungen bei unseren Kunden und ermöglichen so die Produktion hochwertiger CO2-armer Zemente und Betone. 

Der große Vorteil von alcemy liegt darin, dass unsere Lösung sowohl im Zementwerk als auch im Transportbetonwerk funktioniert. Dabei sind wir stets nah an der täglichen Realität unserer Kunden, die mit Fachkräftemangel, Nachhaltigkeits-Auflagen und steigendem Wettbewerbsdruck zu kämpfen haben. Wir bieten ihnen daher praxisnahe und schnell umsetzbare Lösungen, die keine großen finanziellen Investitionen benötigen oder die Produktion komplett verändern. 

alcemy, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist, dass CO2-arme Betone zum Standard im Bauen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, befähigen wir die Hersteller, ihre Produkte zu dekarbonisieren. Insgesamt wollen wir auf diesem Wege bis 2030 insgesamt 100 Millionen Tonnen CO2 einsparen und so unseren Beitrag gegen die Klimakrise leisten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Demut. Meinem Co-Gründer Robert und mir war von Anfang an klar, dass wir noch sehr viel lernen müssen. Wir sind deswegen neuem Wissen und neuen Perspektiven gegenüber sehr aufgeschlossen und wissen, dass wir uns stetig weiterentwickeln müssen.

Zweitens: Glaube ans Gelingen. Während unserer Zusammenarbeit kamen durchaus immer wieder Zweifel: Gelingt alles, was wir uns vorgenommen haben? Werden unsere Produkte von den Kunden angenommen? Ich möchte jede:n Gründer:in ermutigen, an sich und den Erfolg zu glauben und nicht zu früh aufzugeben. 

Drittens: Komplementäres Gründerteam. Robert und ich ticken komplett unterschiedlich. Robert ist der Vorsichtige, der alles gerne bis zum Ende durchdenkt. Ich bin der unbändige Optimist, der immer daran glaubt, dass sich alles schon zum Guten wenden wird. Robert ist das Daten- und Softwareengineering-Genie mit viel Erfahrung. Für mich ist es der erste Job, wobei ich natürlich mit Zement- und Betonwerken groß geworden bin. Jeder von uns bringt seine Stärken und Schwächen ein und deswegen ergänzen wir uns ideal. 

Wir bedanken uns bei Leopold Spenner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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