Gründen ist eine emotionale Achterbahnfahrt

airRED Infrarotkabine im platzsparenden und schicken Design

Stellen Sie sich und das Startup airRED doch kurz unseren Lesern vor!
Lara: Wir sind das Vater-Tochter Duo Paul und Lara. Gesundheit ist unsere Leidenschaft und wir bieten dem Markt mit airRED ein revolutionäres, platzsparendes und stylisches Wellnessprodukt im Bereich Infrarot. Als Team ergänzen wir uns perfekt. Wir pflegen in erster Linie natürlich ein familiäres, aber auch ein sehr freundschaftliches sowie professionelles Verhältnis. Paul greift auf fast 20 Jahre unternehmerische Erfahrung zurück. Das Interesse am Unternehmertum wurde mir also praktisch in die Wiege gelegt.

Unser Familienunternehmen produziert Saunen und Infrarotkabinen für Privatkunden sowie gewerbliche Anlagen. Paul hat seinen Background im Bereich Elektronik und ich im Marketing. So haben wir zwei wichtige Kernkompetenzen im Gründerteam, um unser technisches Produkt erfolgreich zu vermarkten. Manchmal werde ich erstaunt gefragt „Du gründest mit deinem Vater?“. Ja, warum nicht? Ich denke, dass genau das unsere Stärke ist! Ich lerne tagtäglich von seinen Erfahrungswerten, die oft helfen Situationen objektiver zu bewerten. Aber auch von mir lernt mein Vater viel was neue Trends und Strategieentwicklung betrifft. Manchmal haben wir sehr verschiedene Meinungen, aber die Kombination aus beiden Ansätzen kreiert dann oft eine gute und durchdachte Lösung.

Wie ist die Idee zu airRED entstanden?
Paul: Uns fiel damals auf, dass immer mehr Kunden verstärkt nach platzsparenden, aber dennoch funktionalen Alternativen zur klassischen Infrarotkabine oder Sauna fragten. Dafür wollten wir eine Lösung finden. Saunen und Infrarotkabinen sind groß und langfristig. Einmal eingebaut, steht eine Sauna wahrscheinlich auch die nächsten 30 Jahren noch an diesem Ort.
Lara und ich sind oft zusammen unterwegs. Auf langen Autofahrten brainstormen wir fast immer. Im November 2015 waren wir von Hamburg nach Stuttgart unterwegs und unterhielten uns über die Trends in der Wellnessbranche. Mit der Nachfrage der Kunden im Hinterkopf, entstand die erste Idee für das airRED.

Monate später redeten wir immer noch davon und stürzten uns in die Forschung und Entwicklung. Im Frühjahr 2016 war der erste airRED Prototyp fertig und die internationalen Schutzrechte für das Produkt und die Marke beantragt. Im Herbst 2016 hatten wir bereits einige Geräte verkauft. Vor circa einem halben Jahr haben wir das airRED nach einigen technischen Verbesserungen relaunched und unsere Zielgruppe angepasst.

Welche Vision steckt hinter airRED?
Lara: Wellness und Gesundheit sind unsere Leidenschaft und unser Herz schlägt für das airRED! Wir möchten mit der Marke airRED der führende Anbieter für innovative Lifestyle-Wellnessprodukte werden und ein Gesundheitspartner für unsere Kunden. Unser Produkt allein wird niemanden heilen und gesund machen, wenn der Lebensstil nicht stimmt. Wir möchten unsere Kunden mit Gesundheitswissen weiterbilden und individuelle Gesamtkonzepte schaffen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Paul: Die größte Herausforderung war tatsächlich „Saunafeeling“ und Infrarottechnik auf so kleinem Raum unterzubringen. Sprich der Weg von der Idee, zum Prototyp bis zum finalen Produkt hielt einige Hürden bereit. Bei der Entwicklung waren Qualität und Ästhetik äußerst wichtig für uns, weshalb allein die Auswahl von Lieferanten seine Zeit gedauert hat. Eine weitere Herausforderung war dann die Wahl der richtigen Zielgruppe. Wir sehen so viele Einsatzmöglichkeiten, dass wir regelrecht euphorisch auf den Markt zugegangen sind. Nun haben wir einen Fokus gefunden und werden das Produkt weiter an diese Zielgruppe anpassen.

Bezüglich Finanzierung: anfänglich haben wir uns durch Eigenkapital und Crowdfunding finanziert, aktuell aus Cashflow – also klassisches Bootstrapping mit dem Support unseres Herstellerunternehmens. Wir haben einiges an Weiterentwicklungen für das airRED geplant – kurz gesagt: das airRED soll noch smarter werden. Um das umsetzen zu können und expandieren zu können, sind wir aktuell auf der Suche nach Investoren.

Wer ist die Zielgruppe von airRED?
Lara: Bisher haben wir vor allem auf Privatkunden abgezielt, die das airRED zuhause im Wohnzimmer, Bad oder Schlafzimmer installieren. Allerdings haben wir auch schon Büros damit ausgestattet und haben aktuell zwei Pilotprojekte im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) laufen. Unsere Zielgruppe ist daher ein zweiseitiger Markt mit B2C und B2B Kunden. Im Privatbereich sprechen wir Menschen zwischen 30 und 60 mit einem urbanen Lebensstil an, die viel Wert auf ihre Gesundheit legen, aber auch auf Ästhetik und Qualität bei der Auswahl passender Wellness-Produkte. Im gewerblichen Bereich sprechen wir in erster Linie Unternehmen an, die die Gesundheit ihrer Mitarbeiter nachhaltig fördern möchten, aber auch Hotels, die ihren Gästen ein extra Maß an Wellness in der Privatsphäre des Hotelzimmers bieten möchten.

airRED Infrarotkabine Infrarot Gesundheit WellnessproduktWie funktioniert airRED?
Paul: Das airRED funktioniert praktisch wie eine klassische Infrarotkabine, nur in einem viel kompakteren Design mit einer einzigartigen Technologie. Wir arbeiten mit einem neuartigen Infrarotwandler auf Carbon-Basis und der altbewährten Luftschleiertechnik. Die Luftschleiertechnik kennt man vor allem von Eingangstüren in Kaufhäusern, mit der kalte und warme Luft voneinander getrennt werden. Die warme Luftwalze, die einem im Winter in Kaufhauseingängen von oben auf den Kopf pustet, wird oft als unangenehm empfunden. Nach physikalischer Logik steigt warme Luft aber nach oben. Deshalb haben wir in einem nur 12cm tiefen Wandpanel unterhalb des Infrarotwandlers, der den Rücken bestrahlt, einen selbstkonzipierten Luftschleiergenerator integriert. Die warme Luft steigt nach oben und wird dort vom Gerät wieder angesaugt. So entsteht eine angenehm und konstant warme Luftglocke, in der der Nutzer praktisch wie in einer „unsichtbaren Kabine“ sitzt.

Welche Vorteile bietet airRED? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Lara: Infrarot bietet eine Vielzahl an gesundheitlichen Vorteilen. In erster Linie fördert Infrarot die Durchblutung. Das stärkt das Herz-Kreislaufsystem sowie das Immunsystem. Die wohlige Wärme, die sich auch über die Blutbahn im Körper ausbreitet erzeugt einen sofortigen Entspannungseffekt. Gerade bei Rückenschmerzen oder Verspannungen wirkt eine Infrarotbehandlung sehr schmerzlindernd und führt zu starken Verbesserungen in der Beweglichkeit. Für Menschen mit Gelenk- und rheumatischen Erkrankungen eine echte Wohlfühlmaschine!

Wenn man sich den Sauna-und Infrarotmarkt anschaut, geht der Trend ganz klar in Richtung Platzersparnis und Minimalismus. Andere Anbieter bieten beispielsweise eine schiebbare Infrarotkabine nach dem Ziehharmonika-Prinzip oder eine halb offene Kabine mit vielen Glaselementen an. Bisher schafft es allerdings keiner der Anbieter die Komplexität von Design, Funktionalität und Technologie vollständig abzubilden. Mit airRED bieten wir nicht nur eine sehr platzsparende Infrarotanwendung, sondern auch andere Vorteile wie absolute Barrierefreiheit für bewegungseingeschränkte Menschen, eine sehr einfache Bedienung, eine extrem schnelle und unkomplizierte Installation innerhalb von 10 min, eine integrierte High-End Soundanlage sowie ein sehr ansprechendes, urbanes Design.

 Infrarot Infrarotkabine airRED Gesundheit WellnessproduktWo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Paul: Bei uns steht der Mensch und seine Gesundheit im Mittelpunkt. Die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir am Arbeitsplatz. Deshalb freuen wir uns umso mehr auf den wohlverdienten Urlaub oder auf eine gemütliche Auszeit zuhause. Wir möchten mit airRED ein gesunder Wegbegleiter an diesen zentralen Punkten im Leben sein – am Arbeitsplatz, im Hotelurlaub oder eben zuhause.

In 5 Jahren möchten wir eine etablierte Marke im Bereich BGM sein und die erste Adresse für exklusive Neubauprojekte und Hoteliers, die ihren Gästen Exklusivität in Premiumzimmern anbieten möchten. Aktuell bedienen wir den Markt in Deutschland, Österreich, der Schweiz und auf Mallorca. Die Expansion in weitere europäische Märkte ist fest und zeitnah geplant.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Lara: Hier ein paar Ratschläge, an denen auch wir noch ständig arbeiten:
Wir Deutschen neigen dazu ein Produkt erst auf den Markt zu bringen, wenn es perfekt ist. Fakt ist aber, es gibt kein perfektes Produkt. Deshalb ist es schon während der Entwicklungsphase extrem wichtig sich Feedback von potenziellen Nutzern einzuholen und dieses dann zu implementieren.

Nach Abschluss der Entwicklung und Marktrecherche sollte man schnell seine Marktlücke finden und dort den Fokus setzen. Neue Ideen für Verbesserungen oder Erweiterungen müssen nicht gleich alle am Anfang umgesetzt werden. Viel besser hebt man sich einige Dinge für den nachhaltigen Geschäftsaufbau auf, um für regelmäßige umsatzträchtige „Kicks“ zu sorgen. Schließlich wollen Kunden immer etwas Neues!

Enttäuschungen und Niederschläge gehören einfach dazu. Gründen ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Solange man aber nicht aufgibt, seinen Prinzipien treu bleibt und die Leidenschaft, und vor allem den Spaß, nicht verliert, ist Gründen großartig!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lara-Maureen Wüllner Andreas Paul Wüllner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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