Freitag, Dezember 9, 2022

Starte dein Abenteuer – mit genau diesem Abenteurer-Mindset! 

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

aidable unterstützt Angehörigen von Menschen, die unter Essstörungen leiden

Stellen Sie sich und das Startup aidable doch kurz unseren Lesern vor!

Hallo, wir sind Anne, Corinna und Lukas von aidable. Wir sind ein Startup aus Berlin, das die Angehörigen von Menschen, die unter Essstörungen leiden, unterstützt. Wir haben einen Online-Kurs entwickelt, der insbesondere Eltern hilft, mit der Erkrankung ihres Kindes umzugehen, und dabei auch ihre eigene psychische Gesundheit schützt.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben alle selbst persönliche Erfahrungen mit Essstörungen gemacht. Anne hat als ehemalige Betroffene miterlebt, dass ihre Eltern einen großen Einfluss auf den Verlauf ihrer Krankheit beziehungsweise ihre Genesung hatten. Sie wollten ihr helfen, wussten jedoch nicht wie und haben dadurch selbst sehr gelitten. Mit ihren Fragen kamen sie dann zu Anne. Sie konnte nichts finden, das sie ihren Eltern hätte unterstützend an die Hand geben können. Und das möchten wir jetzt ändern.

Welche Vision steckt hinter aidable?

Bislang werden Essstörungen nahezu ausschließlich zwischen Patient:in und Therapeut:in angegangen. Im Anschluss an die Behandlung stehen die Patient:innen dann oft alleine da, obwohl die Krankheit meistens noch nicht überwunden ist. Viele werden anschließend im gewohnten Umfeld rückfällig. Eine Therapie dauert im Schnitt 6 Monate, eine Essstörung 6 Jahre. Wir sind davon überzeugt, dass die Eltern für eine langfristige Genesung eingebunden und unterstützt werden müssen, denn eine Essstörung betrifft die gesamte Familie. Wir möchten also das Umfeld der Patient:innen einbeziehen und dazu befähigen, gemeinsam gegen die Essstörung vorzugehen. Gemäß dem Motto: Unterstützung für die Unterstützer.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Essstörungen sind noch immer ein stigmatisiertes Thema. Viele haben große Hemmungen zu bekennen, selbst betroffen zu sein – ob durch eigene Erkrankung oder als Elternteil. Dementsprechend war und ist es nicht so leicht, unsere Zielgruppe zu erreichen. Eltern wissen oft gar nicht, wie sehr sie schon durch kleine Verhaltensänderungen ihrem Kind helfen können. Wenn sie nach Hilfsangeboten suchen, dann häufig direkt für ihr Kind. Alternativ denken die meisten an Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen. Mit diesen Anlaufstellen vernetzen wir uns immer stärker, um jetzt Eltern und in Zukunft weiteren Angehörigen die bestmögliche Unterstützung bieten zu können. Während dieses ersten Jahres sind wir dankbar, einen Platz im Vision Health Pioneers Incubator erreicht zu haben und dadurch Unterstützung in Form von sowohl wertvollem Mentoring als auch Finanzierung zu erhalten.

Wer ist die Zielgruppe von aidable?

Zukünftig möchten wir alle Angehörigen von Menschen, die unter Essstörungen leiden, unterstützen. Eltern, Geschwister, Partner:innen, Freund:innen… Zuerst fokussieren wir uns aber auf die Eltern. Unser erster Online-Kurs adressiert sie ganz gezielt, da sie in der Regel den größten Einfluss auf die Betroffenen haben – besonders wenn diese noch zuhause wohnen.

Wie funktioniert aidable? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

aidable ist ein 10-wöchiger Online-Kurs. In verschiedenen Kapiteln widmet er sich den Themen, die bei den meisten Essstörungen eine zentrale Rolle spielen. Anhand mehrerer Trainingsvideos berichtet Anne dabei von ihren eigenen Erfahrungen als ehemalige Betroffene, gibt anschließend konkrete Handlungsanweisungen und Beispiele. Zusätzlich gibt es ein Workbook, das zum Reflektieren in ruhigen Momenten anregt. Alle Inhalte sind in enger Zusammenarbeit mit führenden Expertinnen aus den Bereichen Essstörungs-Therapie und Digital Health erarbeitet worden.

Alternativ zu aidable finden Eltern Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Artikel im Internet oder Bücher zum Thema Essstörungen. Hier finden sie zwar relevante Informationen und Antworten auf einzelne Fragen, eine richtige Schulung im Umgang mit Essstörungen allerdings nicht. Gute Ratschläge sind in einer brenzlichen Situation leider schnell vergessen. Wir möchten die Eltern langfristig befähigen, in solchen Situationen konstruktiv zu reagieren, um ihr Kind auf dem Weg aus der Essstörung zu begleiten.

aidable, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir möchten alle zusammenbringen, die von Essstörungen betroffen sind. Wir sind davon überzeugt, dass ein gestärktes und informiertes Umfeld der erkrankten Person entscheidend unter die Arme greifen kann und damit deutlich zur langfristigen Genesung der Essstörung beiträgt. Um das zu erreichen, werden wir aidable zu einer Plattform ausbauen, die als Anlaufstelle informiert, Einblick in verschiedenste Perspektiven und reale Erfahrungen gibt und Angehörigen ermöglicht, zu wahren Unterstützungs-Helden zu werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Starte dein Abenteuer – mit genau diesem Abenteurer-Mindset!
Wird es hart? Definitiv. Wird alles klappen? Auf keinen Fall. Wirst du Fehler machen? Täglich. Wird es das wert sein? Absolut, solange du dein Ego hinten anstellst und bereit bist, dich verletzlich zu machen. So wirst du unglaublich viel unglaublich schnell lernen und dich auch persönlich weiterentwickeln.

Verschiebe deine Freude nicht, feiere jeden Mini-Schritt!
„Freu dich nicht zu früh“ lässt sich in einer einzigen Dauerschleife sagen, denn jeder kleine Erfolg ist an weitere Bedingungen gekoppelt bis er zum großen Erfolg führt. Du hast also die Wahl: dich nie freuen, denn es könnte später noch etwas schiefgehen, oder High Fives im Team verteilen und mit großer Freude und Euphorie das Abenteuer beschreiten. Wir empfehlen letzteres.

Sprich mit so vielen Leuten, wie du kannst!
Dich mit Expert:innen, Mentor:innen und erfahrenen Gründer:innen zu vernetzen und auszutauschen wird dir auf deinem Weg extrem weiterhelfen. Aber auch privat Menschen beispielsweise auf einer Party von deinem Startup zu erzählen wird dir erstaunlich oft Impulse aus anderen Perspektiven bringen.

Bildquelle Fotograf: by www.introduce.berlin Dominik Tryba

Wir bedanken uns bei Anne, Corinna und Lukas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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