Mut und Furchtlosigkeit

Die Gründer von AHO.BIO, lokale Superfoods vegane Sprossencracker aus Urgetreide, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup AHO.BIO doch kurz vor!

Mein Name ist Jannis Birth und zusammen mit meinem besten Freund Alexander Wies hatte ich die Idee für das nachhaltigste Food Startup in ganz Deutschland. AHO ist unser idealistisches Gemeinschaftsprojekt und steht für alle Werte, die wir miteinander teilen. Bei AHO ist alles bio, vegan und plastikfrei. Für jede verkaufte Packung von AHO wird in ein Baum gepflanzt. Bei AHO gibt`s lokale Superfoods aus Deutschland, handgemachte Sprossencracker aus Urgetreide und die gesündesten Nudeln der Welt. Bisher gibt es unsere roh veganen Sprossencracker in vielen Unverpacktläden und kleinen Bioläden, aber hauptsächlich konzentrieren wir uns auf unseren Onlineshop bei www.aho.bio

Wie ist die Idee zu AHO entstanden?

Als ich vor 10 Jahren Sportwissenschaften studiert habe wollte ich meinen Körper optimal mit Nährstoffen versorgen. Als veganer Sportler bin ich dann ziemlich schnell auf das Thema Superfoods gestoßen, damit der Körper perfekt mit Makro- und Mikronährstoffen versorgt wird. Aus öklogischer Perspektive sind Superfoods aus Übersee aber nicht wirklich eine nachhaltige Lösung. Deshalb habe ich nach einer lokalen Alternative gesucht und bin schließlich bei dem Thema Micro- Gardening und Sprossen gelandet. Besonders die Sprossen aus echtem Urgetreide sind wahre Nährstoff-Wunder und ich bin immer tiefer in die Thematik einer gesunden und nachhaltigen Ernährung eingestiegen. Aber pure Getreidesprossen sind bekanntlich nicht wirklich interessant.

Als Alex und ich dann für 2-3 Jahre in Lateinamerika auf einer Vulkaninsel gelebt haben, konnte ich eine perfekte Lösung finden. Während wir auf einer biologischen Plantage gearbeitet haben absolvierte ich nebenbei per Fernstudium einen Master in Philosophie und musste jahrtausende alte Texte lesen. In einem dieser uralten Texte bin ich dann auf eine Art und Weise gestoßen, wie Urgetreide zubereitet wurde, bevor es Öfen oder Mehl gab. Durch das Einweichen in Wasser wurden die Enzyme im Korn aktiviert, dieses konnte dann zwischen Steinen flach gedrückt werden und dieser Sprossenbrei wurde auf heißen Steinen in der Sonne zu einem flachen knackigen Brot bzw. Cracker getrocknet.

So konnten Getreidesprossen lange haltbar gemacht werden und in eine angenehme Form gebracht werden.

Zurück in Deutschland haben Alex und ich diesen Prozess dann nachgebaut und Rezepte mit leckeren Gewürzen entwickelt. Die Idee der Sprossencracker von AHO war geboren. Die letzten 3 Jahre habe ich bereits in einem Food Startup gearbeitet und konnte so viel Erfahrung in der Start- up-Szene sammeln. Anfang 2020 hat Alex schließlich die AHO.BIO GmbH gegründet. Aber der Anspruch war von Anfang an nicht einfach nur, dass wir Sprossencracker machen. Das Ganze sollte auch einen möglichst positiven Impact haben. Deshalb sind alle unsere Grundzutaten aus deutscher Bio-Landwirtschaft, so dass lokale Kleinbauern unterstützt werden. Außerdem haben wir durch die Aktion “1AHO=1Baum” zusätzlich einen globalen Impact und unterstützen wirtschaftlich schwache Regionen.

Welche Vision steckt hinter AHO?

AHO ist das nachhaltigste Food Startup in ganz Deutschland. Nährstoffreiche Chiasamen aus Peru sind gut für den Körper, aber schlecht für die Umwelt. Leinsamen sind eine lokale Alternative. Sobald ich zum Discounter, in die Drogerie oder selbst in den kleinen Bioladen nebenan gehe und nach Leinsamen suche, finde ich allerdings nur plastikverpackte Leinsamen aus Kasachstan oder China. Nicht wirklich eine nachhaltige Alternative, oder? Bei AHO gibt es lokale Leinsamen aus deutschem Bio-Anbau in einer plastikfreien Verpackung, welche durch die Cellulose-Beschichtung komplett kompostierbar ist.

Wir wollen die Nahrungsmittelproduktion wirklich umkrempeln und zukunftsfähig machen.

Die Umweltverschmutzung durch unseren alltäglichen Konsum ist ein reales Problem und dafür braucht es konkrete Lösungen. Wichtig ist es aber, dass wir nicht noch eine kleine grüne Öko-Insel erschaffen, sondern diese Thematik der “echten Nachhaltigkeit” in der Mitte der Gesellschaft platzieren. Schließlich soll ja der ganze Planet wieder grün werden und nicht nur ein paar Hardcore-Idealisten. Deswegen sind wir derzeit auch mit den konventionellen Landwirten in Gespräch, die neben unserer Firma die Felder bewirtschaften. Was dort abläuft ist eigentlich der ökologische Wahnsinn und letztlich auch aus ökonomischer Sicht langfristig dem Untergang geweiht. Die monokulturell bewirtschafteten Felder werden mit Getreide und Mais bepflanzt. Das Futtermittel kommt dann in die Schweinemastanlage. Die Schweine werden dann zum Schlachthof gefahren und viele Teile der Masttiere werden dann z.B. nach China exportiert. Aufgrund der afrikanischen Schweinepest kann der Export derzeit nicht mehr stattfinden und die Landwirte bleiben auf ihren Schweinen sitzen.

Gleichzeitig gibt`s im 100 Meter entfernten Dorfladen aufgrund der Corona-Krise nicht genug Getreidemehl im Regal. Wer findet den Fehler? Das Feld nebenan produziert echt genug Grundnahrungsmittel, damit die lokale Bevölkerung perfekt versorgt werden könnte. Auch die Landwirte wachen langsam auf und verstehen den Bewusstseinswandel, den die Fridays-For-Future Jugendlichen bereits in den Mainstream gebracht haben. Noch vor einer Woche habe ich mit dem Landwirt gesprochen und er sieht in seiner Schweinemast verständlicherweise nicht die Zukunft. Wir wollen die nebenan liegenden Felder in den nächsten 3 Jahren auf Bio umstellen, dort alte Sorten anbauen, die Rohstoffe ohne Lieferwege direkt bei AHO zu nährstoffreichen Superfoods weiterverarbeiten und über unseren DTC-Onlineshop direkt zu den Konsumenten liefern. So können wir langfristig der Klimakrise eine lokale Antwort liefern und sind gegenüber globalen Pandemien, Lebensmittelknappheit und der Abhängigkeit einer globalisierten Nahrungsmittelproduktion gewappnet.

Wer ist die Zielgruppe von AHO?

Die Kunden und Kundinnen von AHO sind zwischen 20-45 Jahren, ihnen ist der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen wichtig und sie wollen sich gesund ernähren. Wir haben echt unglaubliche Stammkunden, die zu 100% hinter unserem Food Startup stehen und über unseren Superfood Snack auf uns aufmerksam geworden sind. Durch die Sortimentserweiterung haben wir uns aber jetzt auch einer breiteren Masse geöffnet. Sprossencracker sind unser lokales Superfood aus eigener Handarbeit. Aber so ziemlich jeder kauft auch mal Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Kürbiskerne, geschälte Hanfsamen oder Pasta. Da der konventionelle Handel keine Sonnenblumenkerne aus Deutschland ohne Plastikverpackung anbietet bestellen mittlerweile also auch viele Leute bei uns Rohstoffe. So wächst unsere Zielgruppe in weitere Gesellschaftsschichten.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Ehrlich gesagt hat sich die Produktionsfirma Sony direkt bei uns gemeldet und das sogar super früh. Ca. 2-4 Wochen nachdem die AHO.BIO GmbH gegründet wurde, klingelte das Telefon und wir wurden gefragt, ob wir nicht bei der Höhle der Löwen mitmachen möchten.

Wir haben darauf hin erst mal ordentlich recherchiert und viele Gründer angerufen, die bereits bei DHDL ausgestrahlt wurden. Alle Gründer haben positiv berichtet und uns bestätigt, dass sie jedes Mal wieder bei DHDL dabei sein würden. Unabhängig davon ob die Startups in den Himmel gelobt wurden oder in der Show zur Sau gemacht wurden, jedes Startup hat die positiven Auswirkungen von DHDL bestätigt. Deshalb haben wir uns dazu entschieden Sony “ja” zu sagen und uns danach dem ganzen aufwendigen Bewerbungsprozess unterworfen, bis wir letztlich im März 2020 in Köln bei der Aufzeichnung vor den Löwen standen.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Für die Aufzeichnung von “Die Höhle der Löwen” haben wir uns so richtig ins Zeug gelegt. Da Alex und ich zu zweit waren konnten wir unsere Themen perfekt aufteilen. Unser Informatik- und Mathekopf Alex war für die Zahlen zuständig und ich bin der Experte wenn es um gesunde und nachhaltige Ernährung geht. Uns war klar, wenn wir bei DHDL mitmachen, müssen wir auf unserem Gebiet von vorne bis hinten alles wissen und dafür haben wir ordentlich gepaukt. Unseren Pitch haben wir Wort für Wort auswendig gelernt. Um unter Zeitdruck alles möglichst schnell zu lernen, haben wir unseren Text mit dem Handy aufgenommen. Mit Kopfhörern im Ohr haben wir dann im Schlaf ganze Nächte unseren Pitch im Ohr gehabt damit alles ins Unterbewusstsein geht. Mit dieser Methode hat Alex auch fließend Spanisch, Englisch und Französisch gelernt. Als der Text 100% saß haben wir zusätzlich noch einen Rhetorik-Coach gebucht, der uns z.B. gezeigt hat, was wir im Fernsehen mit unseren Händen machen sollen.

Dafür, dass man bei DHDL letztlich aber auch ausgestrahlt wird, zählt jedoch nicht nur das Produkt und dein Wissen. Wichtig sind die Menschen hinter dem Produkt und die Geschichte. Wenn die Geschichte stimmt, kann letztlich auch eine Klobürste am Ende um 20:15 Uhr bei VOX landen!

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Wir sind dankbar und glücklich für diese Chance. Fast 3 Millionen Menschen können durch die Höhle der Löwen unser Food Startup AHO kennen lernen. Wir brennen für die Themen der echten Nachhaltigkeit so- wie der gesunden Ernährung und freuen uns total, dass die Themen vegan, bio, plastikfrei einem so großen Publikum präsentiert werden. DHDL war für AHO unglaublich motivierend, wir haben unser Design komplett überarbeitet, den Onlineshop www.aho.bio optimiert und wegen des vielen positiven Feedbacks, neben den Sprossencrackern auch neue Produkte wie unsere lokalen Superfoods und die Sprossenpasta entwickelt. Nun haben die Zuschauer und Zuschauerinnen selbst die Chance zu probieren und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen?

AHO hat am 02.02.2020 gestartet und kurz danach war die Aufzeichnung für die Höhle der Löwen. Für uns war die Teilnahme an DHDL ein wichtiger Schritt um von 0 auf 100 eine enorme Reichweite zu erzielen.

Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf AHO aufmerksam werden?

Wir freuen uns total über das positive Feedback zu AHO. Unsere junge Zielgruppe ist total begeistert von dem Geschmack der AHO Cracker, dem perfekten Nährstoffgehalt und der konsequent gelebten Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen. Viele Zeitungen und Online-Magazine nehmen das Thema “lokale Superfoods” dankbar auf. Letztlich sind wir alle daran interessiert, dass auf unserem Planeten nachhaltig gewirtschaftet wird. Die Höhle der Löwen hat besonders in dieser Staffel vielen nachhaltigen Startups eine Plattform dargeboten und dafür sind wir besonders dankbar.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Wir hatten einen Wunsch-Investor und eine Wunsch-Investorin. Als Investor für AHO wäre Nico Rosberg ziemlich passend gewesen. Die zwei Hauptthemen unseres Food Startups sind gesunde Ernährung und echte Nachhaltigkeit. Nico ist bekanntlich sehr an grünen Impact Startups interessiert und ernährt sich und seine Familie gesund und ausgewogen. Leider konnte Nico bei unserem Drehtag nicht dabei sein.

Das Gleiche gilt für Judith Williams, die leider ebenfalls nicht anwesend war. Wir wissen vom Keimster-Pitch bei DHDL, dass Judith Sprossen liebt und perfekt zu AHO gepasst hätte. Unsere Zielgruppe konzentriert sich ja wirklich auf 20-45 Jährige und unsere Jury-Besetzung bei DHDL war eher Ü60.

AHO.BIO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

AHO muss nicht um jeden Preis unendlich wachsen. Wir wollen langfristig nachhaltig wirtschaften und eine zukunftsfähige Nahrungsmittelproduktion ermöglichen. In 5 Jahren wollen wir mit AHO möglichst vielen lokalen Landwirten den Umstieg auf die biologische Landwirtschaft ermöglicht haben, damit wir die Rohstoffe direkt ohne lange Lieferwege bei uns weiterverarbeiten können. So wollen wir dezentrale Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalten und neu schaffen und der Landflucht eine junge coole New-Work Atmosphäre entgegen setzen. In 5 Jahren sollte ganz Deutschland wissen, dass AHO das nachhaltigste Food Startup Deutschlands ist. Bisher haben wir mit AHO ca. 7000 Bäume gepflanzt und wir würden uns freuen, wenn wir bis dahin gemeinsam mit der AHO-Community 1.000.000 Bäume gepflanzt haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wir wünschen allen Gründern und Gründerinnen den Mut und die Furchtlosigkeit die es braucht, wenn man als kleines Startup in der großen Wirtschaftswelt ein idealistisches Projekt umsetzen möchte. Achtet nicht nur auf schnelles Wachstum, sondern baut ein langfristig tragfähiges Unternehmen auf, dass wirklich einen gesellschaftlichen Mehrwert bietet. Es gibt genug Firmen, bei denen es lediglich ums Geld und schnelle Profite geht, davon brauchen wir nicht noch mehr. AHO möchte ein Zeichen setzen und mit lokalen Superfoods eine dezentrale Alternative auf dem globalen Lebensmittelmarkt setzen. 

Bild: Alexander Wies (l.) und Jannis Birth aus Bad Münder präsentieren mit „AHO BIO“ rohvegane Cracker aus Urgetreidesprossen. Sie erhoffen sich ein Investment von 75.000 Euro für 15 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie AHO BIO am 19. Oktober in der Höhle der Löwen

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jannis Birth für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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