Redet, redet, redet soviel ihr könnt mit wem auch immer ihr könnt

AERO drinks: Trinkst Du noch oder sprühst Du schon

Stellen Sie sich und das Startup AERO drinks doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Herbert Höckel, 43 Jahre alt, verheiratet und habe 2 Kinder. Ich bin CEO und einer von vier Gründern der AERO drinks GmbH, aber mit meiner ersten Firma schon seit 2004 selbständig.

Die AERO drinks hingegen steckt gerade mal in den Kinderschuhen. Im Mai 2018 wurde mit der AERO drinks GmbH das weltweit, erste Startup für die Entwicklung und Vermarktung von aerosolbasierten Getränken gegründet. Wir sind ansässig in Düsseldorf und bringen zunächst fünf verschiedene alkoholhaltige Aerosol-Cocktails auf den Markt.

Wir beginnen mit den Klassikern Mojito, Caipirinha, Tequila Sunrise, Sex on the Beach und Mai Tai und arbeiten bereits fleissig an weiteren Rezepturen (Longdrinks, andere beliebte Cocktails und auch nicht-alkoholische Getränke).

Wie ist die Idee zu AERO drinks entstanden?
Im August 2017 waren wir Gründer mit unseren Familien in der Nähe vom Sachsenring. Weil es regnete sind wir zu einem Indoorspielplatz gegangen. Mein damals 8-jähriger Sohn hat sich dort ein Sprühbonbon mit Erdbeergeschmack gekauft und aus Neugierde haben wir Erwachsenen das auch probiert. In dem Sprühbonbon war zwar nur eine einfache Erdbeermischung, also nichts Besonderes, aber der Geschmack war interessant und es war lustig zu sprühen statt zu trinken. Scherzhaft habe ich damals noch gesagt „Das als Caipirinha und ich wäre glücklich“. Daraus entstand dann eine tagelange Diskussion, eine WhatsApp-Gruppe und recht schnell haben wir uns entschlossen, die Idee auch umzusetzen.

Welche Vision steckt hinter AERO drinks?
Hinter AERO drinks steckte zunächst einmal nur die Schnappsidee Alkohol in Sprühdosen abzufüllen und zu schauen wie das wohl sein mag. Aber das war vor fast einem Jahr und seitdem hat sich unser Vorhaben auch entscheidend weiterentwickelt.

Wir haben in unzähligen Geschmackstests immer wieder festgestellt, dass wir sehr schnell angetüddelt waren und sind der Sache auf den Grund gegangen. Es ist medizinisch bewiesen, dass der zerstäubte Alkohol im Mund wesentlich schneller wirkt, weil er über Mundschleimhäute direkt in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Man merkt die Wirkung also viel schneller, so dass man mit viel kleineren Mengen schon einen deutlichen Effekt verspürt und dann natürlich dazu neigt deutlich weniger zu trinken.

Unsere Vision ist es also, den Leuten zu zeigen, dass man sich nicht besinnungslos betrinken muss, sondern das man auch mit kleinen Mengen Alkohol sehr viel Spass haben kann.

Deswegen sagen wir auch, dass man mit uns „smart trinkt“, denn weniger Alkohol bedeutet mehr Lebensqualität.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Leckere Getränke zu entwickeln und diese in Flaschen zu vermarkten ist mittlerweile recht einfach geworden. Getränke als leckeres Aerosol zu produzieren ist jedoch um einiges komplexer. Das fängt bei der Rezeptur an, die speziell entwickelt und angepasst werden muss, damit es als Aerosol auch so schmeckt wie man es von einem Cocktail erwartet. Das Abfüllen von Aerosol-Dosen ist ebenfalls ein aufwendiger industrieller Prozess. Und schließlich geht es hier zudem um ein Lebensmittel, welches viele gesetzliche Auflagen erfüllen muss. Die gesamte Entwicklung und auch unsere „Experimente“ haben wir mit eigenen Mitteln finanziert.

Neben vielen kleineren & größeren Hürden und der ein oder anderen mittelschweren Katastrophe, war die größte Herausforderung dann doch die Vorfinanzierung der ersten Serienproduktion. Dafür haben wir glücklicherweise drei hochengagierte Business Angels begeistern können, die uns seit April 2018 mit Rat und Tat zur Seite stehen und uns geholfen haben unsere Firma deutlich zu professionalisieren.

Wer ist die Zielgruppe von AERO drinks?
Unsere Zielgruppe sind erwachsene, volljährige Menschen, die gerne unterwegs, auf Parties, am Strand, beim Karneval oder auf Festivals auf smarte Art und Weise einen Cocktail genießen möchten. Für unsere Kunden steht dabei der gute Geschmack und die besondere Frische im Mittelpunkt. Darüber hinaus wollen unsere Kunden auch die vielen weiteren Vorteile unserer kleinen aber feinen Dosen genießen.

Was ist denn das Besondere an den Drinks?
Das Sprühen von alkoholischen Getränken bietet eine ganze Menge Vorteile: Durch das Zerstäuben entsteht ein sensationelles Geschmackserlebnis. Jeder Sprühstoß ist angenehm kühl und lässt sich perfekt dosieren. Man kann sie lange, sehr viel länger als beispielsweise ein Dosengetränk genießen und auch der letzte Sprühstoß schmeckt dabei genauso gut wie der Erste. Man kann sie nicht verschütten und auch bedenkenlos (also kontaktlos) teilen. Sie sind klein, leicht, lecker, kalorienarm und passen dazu in jede Hand- und Hosentasche. Zudem wirkt der Alkohol schneller und man trinkt daher weniger. Und zu guter Letzt, die Dosen sind sicher vor bösen Menschen, die einem etwas ins Getränk mischen wollen.

AERO drinks, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In aller erster Linie möchten wir gerne eine ganz neue Art zu trinken etablieren, getreu dem Motto „trinkst Du noch oder sprühst Du schon“. Der globale Markt für „edible aerosols“ boomt gerade und wir haben das einen Schritt weiter gedacht mit unseren „drinkable aerosols“.

Aber wir möchten auch das Bewusstsein schärfen für verantwortungsvollen Alkoholgenuss. Wir sind konsequent gegen Alkoholexzesse und würden uns freuen, wenn Leute die große Wirkung unserer kleinen Dose kennen und zu schätzen lernen, aber dabei nicht über den Durst trinken.

Wenn wir es geschafft haben uns in 2019 erfolgreich im Deutschen Einzelhandel zu platzieren, würden wir gerne relativ schnell ins Europäische Ausland und danach vielleicht global expandieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Mein erster Tipp wäre „zu wissen was man tut“! Einige unserer größten Tiefschläge mussten wir einstecken, weil wir Gründer weder in der industriellen Lebensmittelfertigung noch in der Fertigverpackungsindustrie absolute Experten sind. Wir mussten sehr schnell sehr viel lernen und haben auch ein paar Mal etwas Lehrgeld zahlen müssen.

Mein zweiter Tipp ist „viel reden“! Redet, redet, redet soviel ihr könnt mit wem auch immer ihr könnt. Es schadet nie Input von außen zu bekommen. Manchmal ist es vielleicht nur ein nettes Gespräch aber manchmal bekommt man goldwerte Ratschläge oder Kontakte, die Euch und Euere Idee um Lichtjahre nach vorne bringen. In unserem Fall wollten wir z.B. nur etwas Feedback zum Pitchdeck einsammeln und haben direkt unseren ersten Angel gewonnen.

Und mein letzter Tipp ist „niemals aufzugeben“! Egal wie tief das Motivationsloch oder schier unüberwindbar die aktuelle Hürde erscheint, am nächsten Tag geht die Sonne wieder auf und die Reise wieder weiter, wenn euer Glaube an Euch selbst, euere Idee und euer Team unerschütterlich ist. Also, viel Spass und viel Erfolg – wir drücken Euch die Daumen!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Herbert Höckel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung

X