Evidenz ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Produktentwicklung und -vermarktung.

aelectra: Heizmembran 100% CO2-frei, smart, effizient, ökonomisch und ökologisch

Wie ist die Idee zur aelectra entstanden?
In Deutschland werden ca. 1,6 Millionen Wohnungen und Häuser mit veralteten und oftmals sehr unkomfortablen elektrischen Nachtstromspeicheröfen beheizt. Deshalb sind wir 2015 angetreten, um dem Markt eine effiziente und einfach zu installierende Alternative zu dieser Form des Heizens anzubieten. Daraus ist unsere Heizmembran „aelectra“ entstanden, die nicht nur wesentlich weniger Strom verbraucht, sondern einen echten Komfortgewinn ermöglicht. Und mittlerweile ersetzen wir nicht nur Nachtspeicheröfen, sondern auch Gas- und Ölheizungen. Aelectra hat sich zu einer echten Alternative zu allen gängigen Formen des Heizens entwickelt.

Welche Vision steckt hinter aelectra?
Die Vision ist die konkrete Umsetzung der so genannten Sektorkopplung. Wir sind fest davon überzeugt, dass in Zukunft wesentlich mehr mit Strom geheizt wird als heutzutage. Es geht darum, Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Wasser oder Sonne in den Wärmesektor zu integrieren – vor allem in hochwärmegedämmten Häusern mit einem ohnehin niedrigen Heizenergiebedarf. Künftig werden fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl eine geringere Rolle spielen. Deshalb sehen wir hervorragende Chancen, mit unserer Technologie die Kopplung der Sektoren Strom und Wärme entscheidend voranzubringen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Finanzierung unseres Startups erfolgt ausschließlich durch Eigenkapital der Gründer und der privaten Gesellschafter. Die größte Herausforderung ist aber weniger die Finanzierung, sondern das Ausräumen des Vorurteils, Heizen mit Strom sei ineffizient. Wir haben aber mittlerweile ausreichend Daten und Belege, die dieses Vorurteil klar widerlegen. Mit unserer Technologie senken wir nicht nur den Stromverbrauch gegenüber veralteten Stromheizungen um die Hälfte, sondern können ohne weiteres mit modernen Gasheizungen und Wärmepumpen konkurrieren.

Wer ist die Zielgruppe von aelectra?
Die Zielgruppe besteht im B2B-Bereich aus Wohnungsbaugesellschaften mit veralteten Heizungstechnologien im Bestand und Projektentwicklern im Neubausektor. Ebenso arbeiten wir an einer Kooperation mit Herstellern von Fertighäusern und an einer B2C-Lösung für Baumärkte. Und zukünftig geraten auch die Einfamilienhausbesitzer in den Fokus, die nach dem Auslaufen ihrer garantierten Einspeisevergütung ihre PV-Anlage zur Eigenstromverwendung nutzen möchten und dann die alte Heizung aus dem Keller werfen.

Wie funktioniert aelectra?
aelectra ist eine strombetriebene Heizmembran, die aus recyceltem PET, Karbon und Kupfer hergestellt wird. Sie wird mit Niedervoltspannung (24 oder 36 Volt) betrieben und ist deshalb absolut sicher in der Anwendung. An die in die Membran integrierten Kupferstreifen wird Gleich- oder Wechselspannung angelegt, durch das physikalische Prinzip des Widerstands entsteht sodann eine vollflächige Erwärmung der Membran auf ca. 33 Grad innerhalb von wenigen Sekunden. Dabei wird Strom mit einem Wirkungsgrad von annähernd 100 % in Wärme umgesetzt.

Welche Vorteile bietet aelectra?
aelectra hat zahlreiche Vorteile. Das System ist sehr einfach und schnell zu installieren, kann mit bis zu 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden, ist wartungsfrei und lässt sich hervorragend mit smarter Steuerungstechnologie, eigener Photovoltaik und Stromspeichern koppeln. Das System spart Platz, da keine Heizkörper, Pumpen, Kessel oder Rohre mehr notwendig sind. Zudem lassen sich mit der Technologie zahlreiche Geschäftsmodelle realisieren, sei es Heat Supplier Contracting, Heizen mit der Strom-Cloud oder das netzdienliche Management der Stromversorgung.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
aelectra ist zunächst ein wahres Multitalent hinsichtlich seiner Installationsmöglichkeiten. Es lässt sich unter dem Fußboden, an der Wand oder an der Decke installieren und ist auch für den Gebrauch im Bad zugelassen. Das System ist nach der Installation dann nicht mehr sichtbar. Es reagiert außerdem sehr schnell, lässt sich sehr gut digital steuern und kann ohne fossile Brennstoffe betrieben werden. Und durch die Verwendung von Niedervoltspannung ist es eben ein absolut sicheres System.

aelectra, wo geht der Weg hin?
Unser Weg ist klar definiert: Konsolidierung und Wachstum auf dem deutschen Markt sowie Expansion auf ausländische Märkte. 2018 werden wir unsere ersten Projekte in Frankreich und im Baltikum realisieren und den Schritt auf den chinesischen Markt wagen. Zudem arbeiten wir mit Hochdruck an technischen Wärmelösungen für den Mobilitätssektor. Denn auch in diesem Bereich werden sich durch eine zunehmende Elektrifizierung der Antriebstechnologien neue Anforderungen ergeben. Hier sehen wir ein zweites Standbein neben dem Gebäudebereich.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren wollen wir ein global agierendes Unternehmen sein, das nicht nur auf dem Heimatmarkt etabliert ist, sondern auch in Ländern und Regionen wie China, Frankreich, Kanada, Südamerika und Skandinavien expandiert.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Der erste Tipp: Als Startup muss man sich einen geeigneten Standort suchen, der nicht nur die kontinuierliche Entwicklung des eigenen Produkts erlaubt, sondern auch eine angemessene Netzwerkbildung. Hervorragend geeignet dafür sind solche Standorte, wo etablierte Unternehmen und Startups Tür and Tür arbeiten und gute Synergieeffekte entstehen können.

Der zweite Tipp: Nicht nur im stillen Kämmerlein vor sich hin werkeln, sondern Kontakte aufbauen, auf Veranstaltungen Präsenz zeigen, möglichst viele Pitch-Möglichkeiten wahrnehmen. Geht raus und redet über Euch – nur darauf zu warten, dass jemand kommt und das eigene Produkt kauft, ist sehr unwahrscheinlich.

Der dritte Tipp: Evidenz ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Produktentwicklung und -vermarktung. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass es unabdingbar ist, die Wirkungsweise des eigenen Produktes belegen zu können – und zwar möglichst realitätsnah. Sonst läuft man Gefahr, in einen Strudel von Vorurteilen zu geraten, der die eigene Technologie unberechtigterweise schlecht darstellt.

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Wir bedanken uns bei Robert Karas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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