Nicht entmutigen lassen

advocado online Rechtsberatung orts- und zeitunabhängig

Stellen Sie sich und das Startup advocado kurz unseren Lesern vor! 

Mein Name ist Maximilian Block und ich bin der Gründer und Geschäftsführer des Legal-Tech- Unternehmens advocado. Gemeinsam mit meinem Team digitalisieren wir den Rechtsmarkt. Über unser Portal für Online-Rechtsberatung erhalten Rechtsuchende Kontakt zu einem spezialisierten, von uns geprüften Anwalt und können einfach und sicher mit ihm kommunizieren. Nach einem unverbindlichen Erstgespräch, in dem die rechtlichen Optionen besprochen werden, erfolgt die Beratung, der Dokumentenaustausch und schließlich die Bezahlung über die hochverschlüsselten Systeme unserer eigens entwickelten Software. Durch die vollständige digitale Fallabwicklung ist die Rechtsberatung völlig orts- und zeitunabhängig. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen? 

Weil es einfach sehr viel Spaß macht, etwas Eigenes aufzubauen und wachsen zu sehen. Man stellt sich jeden Tag neuen Herausforderungen und trägt dabei eine große Verantwortung – gerade im stark regulierten Rechtsdienstleistungsmarkt sind das oft keine leichten Aufgaben. Auf der anderen Seite wird man immer wieder mit kleineren und größeren Erfolgen belohnt. 

Mein Weg in die Legal-Tech-Branche war bereits früh absehbar: Zum einen hat mich mein Vater, der seit über 35 Jahren erfolgreich als Rechtsanwalt tätig ist, sehr geprägt. Er ermöglichte mir über die Jahre einen tiefen Einblick in den Markt und war immer ein guter Diskussionspartner für meine Ideen und Lösungsansätze. Zum anderen war ich schon als Jugendlicher von den unendlichen Möglichkeiten des Internets fasziniert und entwickelte meine eigenen Softwarelösungen. Dadurch konnte ich bereits damals die ersten Gehversuche Richtung Legal Tech und advocado unternehmen. Die ersten positiven Rückmeldungen zeigten mir, dass ich den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen sollte. So war die logische Konsequenz das Jura-Studium in Greifswald. Bei einem Businessplan- Wettbewerb der Universität gegen Ende meines Studiums lernte ich dann meinen jetzigen Geschäfts- und Gründungspartner Jacob Saß kennen, der gleich Feuer und Flamme von meiner Idee war. Wir entwickelten das Konzept gemeinsam weiter und gründeten 2014 schließlich advocado. 

Welche Vision steckt hinter advocado? 

advocado kämpft für eine Welt, in der jeder Mensch zu seinem Recht kommt. Das verwirklichen wir, indem wir den Zugang zum Recht vereinfachen. Auf advocado können Tag und Nacht Rechtsprobleme geschildert werden, die mithilfe unseres Algorithmus an den jeweils passenden Anwalt weitergeleitet werden. Die juristische Betreuung findet schnell und sicher digital über unsere Software statt. Dadurch kann man von einem spezialisierten Anwalt betreut werden, ohne dass dieser in der Nähe ansässig ist. Da wir außerdem mehr Transparenz in den Markt bringen wollen, gibt es bei uns nur individuelle Festpreise. So zahlt der Kunde nur die Leistungen, die er wirklich benötigt und hat die Kosten stets im Blick. 

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Aus dem erwähnten Businessplan-Wettbewerb gingen wir mit einem Gewinn von 1.000 Euro heraus – das war das Startkapital für advocado. Glücklicherweise hatten wir von Beginn an starke Partner an unserer Seite, die uns beispielsweise das erste halbe Jahr ein kostenloses Büro zur Verfügung stellten und viele wertvolle Kontakte vermittelten. Das hat uns in der Startphase enorm geholfen. Die größte Herausforderung war und ist aber noch immer, Anwälten die Angst vor Veränderungen zu nehmen. Viele von ihnen verstehen nicht, dass Digitalisierung und Algorithmen ihnen helfen – und sie nicht ersetzen. Hier muss noch viel Aufklärung geleistet werden. 

Wer ist die Zielgruppe von advocado? 

advocado hilft jedem, der ein Rechtsproblem bzw. -anliegen hat. Täglich bearbeiten wir die unterschiedlichsten Fälle – von der 65-jährigen Rentnerin, die ihren Nachlass plant, über den jungen Unternehmensnachfolger, der seine AGB aktualisieren lassen will, bis hin zur alleinerziehenden Mutter, die einen Kitaplatz einklagen muss. Wir bieten für jede rechtliche Angelegenheit die bestmögliche Lösung. Da diese aber nicht immer in der Beauftragung eines Anwalts liegt, gilt auch: Wir schicken niemanden in einen aussichtslosen Rechtsstreit. In einem unverbindlichen, kostenfreien Erstgespräch durch einen Anwalt wird der Rechtsuchende daher immer erst über seine juristischen Optionen, Chancen, Risiken und mögliche Kosten aufgeklärt. 

Wie funktioniert advocado? Wo liegen die Vorteile? 

Auf advocado kann man sich zunächst in unserem Ratgeber über die grundsätzliche Problematik informieren und mithilfe von Rechnern und Tabellen ggf. mögliche Ansprüche ermitteln. Hier lässt sich auch sogleich Kontakt zu einem Anwalt aufnehmen. Dazu schildert man über eine Eingabemaske kurz sein Anliegen und lädt wichtige Dokumente hoch. Unser Algorithmus findet daraufhin einen Anwalt, der sich mit der jeweiligen Thematik auskennt. Es erfolgt – maximal zwei Stunden nach Absendung der Rechtsfrage auf advocado.de – das unverbindliche Erstgespräch. 

Wir nehmen dem Rechtsuchenden aber nicht nur die komplizierte Suche nach einem qualifizierten und fairen Anwalt ab. Auch Kostentransparenz ist uns ein wichtiges Anliegen. Normalerweise berechnet ein Anwalt für die Erstberatung nach § 34 RVG bis zu 190 Euro – bei uns ist die erste Einschätzung kostenfrei und unverbindlich. In der weiteren Mandatsbearbeitung rechnet der Anwalt außerdem für gewöhnlich nach Stunden ab – so bleibt der Endpreis für Mandanten oftmals eine (böse) Überraschung. Bei advocado muss der Anwalt hingegen einen individuellen Festpreis bestimmen, damit der Mandant zu jedem Zeitpunkt alle Kosten im Blick hat. Des Weiteren übernimmt advocado den gesamten Service rund um die Rechtsberatung: Zum Beispiel stellen wir automatisch Deckungsanfragen bei der Rechtsschutzversicherung des Mandanten, damit dieser so wenig Kosten wie möglich tragen muss. 

Wie ist das Feedback? 

Mehr als 40.000 Mandanten konnten wir schon zu ihrem Recht verhelfen. Auch einige Auszeichnungen schmücken unser Büro – beispielsweise wurden wir vom Wirtschaftsmagazin brand eins zum “Innovator des Jahres” gekürt und erhielten bei einer Umfrage von Focus-Money die höchste Weiterempfehlungsrate unter den Online-Rechtsberatungen. Am meisten freuen wir uns aber über das positive Feedback unserer Mandanten, die uns sogar immer wieder Dankes-E-Mails schreiben. Auch unsere Partner-Anwälte haben das Potenzial der Digitalisierung ihres Berufs erkannt – viele von ihnen akquirieren und betreuen mittlerweile den Großteil ihrer Mandanten über uns. 

advocado, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Wir stehen in Deutschland noch am Anfang einer großen Trendwende, da viele Menschen diesen einfachen Zugang zum Recht noch gar nicht kennen und auch die Anwälte einiges neu erlernen müssen. Die Geschwindigkeit der Marktentwicklung nimmt jedoch immer mehr zu. Klassische Beratungs- und Preismodelle werden mehr und mehr vom Markt verschwinden und durch digitale Lösungen von Legal-Tech-Unternehmen wie advocado ersetzt. Erfolgreiche Rechtsberatung lebt bereits heute von einem auf die Mandantenbedürfnisse ausgerichteten, hohen Servicegrad, Weiterempfehlungen und Vertrauen durch Transparenz. Diese Entwicklung gestaltet advocado aktiv mit. 

Das positive Feedback, die wachsende Anzahl an Mandanten und steigende Umsatzzahlen bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. So konnten wir unseren Umsatz von 2017 auf 2018 um mehr als 500 % steigern. Ein ähnliches Wachstum streben wir auch in diesem Jahr an. Das bedeutet auch, dass wir weitere attraktive Arbeitsplätze in Greifswald schaffen werden. Im kommenden Jahr werden wir außerdem den Zugang zum Recht in weiteren europäischen Ländern erleichtern. Es steht also eine Internationalisierung unseres Konzeptes an. In fünf Jahren wollen wir dann mit advocado der erste Ansprechpartner in allen rechtlichen Angelegenheiten sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Ein gutes Team ist das A & O: Sucht euch Mitstreiter mit unterschiedlichen Expertisen, damit
ihr gemeinsam das bestmögliche Produkt entwerfen könnt. Gerade in der Anfangszeit – in der die eine oder andere Überstunde anfällt – ist es außerdem hilfreich, wenn das Team genauso für die Sache brennt wie der oder die Gründer.

Nicht entmutigen lassen: Im Laufe der Gründung entwickelt man Hunderte Ideen. Ob sie funktionieren, erfährt man nur, indem man sie am Markt testet. Dabei ist es ganz normal, dass man auch mal scheitert. Mit unserem aktuellen Produkt sind wir zum Beispiel erst seit 2017 auf dem Markt.

Kontakte sind immens wichtig: Knüpft schon in der Startphase so viele Kontakte wie möglich – sei es für den Austausch über Gründungsthemen, der Bekanntmachung eures Konzeptes oder sogar für die Investorengewinnung. Hier bieten sich beispielsweise Messen gut an.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Maximilian Block für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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