Die eigenen Ideen und/oder Produkte sollten immer wieder hinterfragt werden

ADAM BOWS stylische Fliegen für den Mann von Heute

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen ADAM BOWS doch kurz unseren Lesern vor!
ADAM BOWS, das sind die beiden Gründer Julian Schramm und Tobias Adam. In unserer kleinen Hamburger Manufaktur produzieren wir Herren-Fliegen. Nachdem wir monatelang an eigenen Schnittmustern gefeilt, etliche Prototypen genäht und eine passende Verpackung entworfen haben, produzieren wir nun seit einigen Wochen unsere erste Kollektion und vertreiben sie über unseren Online-Shop.

Wie ist die Idee zuADAM BOWSentstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Alles begann bei uns mit einer großen Frage: Wo bekomme ich, Tobias, für meine Hochzeit im letzten Jahr eine anständige, stylische Fliege her. Also kein 08/15, kein Standard. Und auch Julian als mein Schwager hatte sich für die Feier für eine Fliege anstatt Krawatte entschieden.
Unsere lang andauernden Gefechte in realen und virtuellen Shoppingwelten waren nicht von Erfolg gekrönt. Schnell wurde uns klar, dass die Art Fliege, nach der wir suchten, noch gar nicht existierte. Und wenn Du etwas nicht findest, was Du Dir so sehr wünschst, dann musst Du es eben selber machen – Do ItYourself! Und so reifte der Gedanke und begann der Traum unserer eigenen Manufaktur. Schnell war klar, dass wir unsere Berufung gefunden hatten. Mit Kenntnis in Sachen Design und Schneiderei machten wir uns ans Werk.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung für uns war der Weg vom ersten Prototyp zur fertigen Kollektion. Wir haben Monate gebraucht, um qualitativ hochwertige Stoffe zu finden, die auch zu unserem Style passen, den wir von Anfang an im Kopf hatten. Eine große Hürde, die dann später auf uns zukam, war die Entwicklung des Online-Shops. Das hat wesentlich länger gedauert, als zunächst vermutet.
Die Finanzierung konnten wir zum Glück aus Eigenmitteln stemmen. Da wir alle Produkte selbst fertigen und viele Arbeitsgeräte selbst entwickelt und hergestellt haben, waren die Investitionen nicht allzu hoch.

Wer ist die Zielgruppe von ADAM BOWS?
Unsere Haupt-Zielgruppe sind Männer zwischen 18 und 40 Jahren. Und hier nicht nur Männer, die Fliegen für eine Hochzeit oder ein anderes festliches Event suchen, sondern auch für ihren Alltags-Style. Da wir jedoch auch Kinder-Fliegen im Sortiment haben, werden wir uns natürlich neben unserer Haupt-Zielgruppe auch an Eltern wenden.

Was ist das Besondere an den Fliegen?
Uns ist wichtig, dass alle unsere Fliegen aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen gefertigt werden (Leinen, Baumwolle etc.). Synthetische Fasern oder tierische Materialien wie Seide finden bei uns keine Verwendung. Schon hiermit setzen wir uns von fast allen anderen Anbietern ab. Und auch bei unserer Verpackung legen wir größten Wert auf Nachhaltigkeit. Unsere hochwertigen Papp-Schuber bestehen zu 100% aus recyceltem Altpapier. Selbst gefaltet, getackert und gestempelt sind sie also genauso Einzelstücke wie unsere Fliegen. Unsere Fliegen sind somit nicht von der Stange und Massenware aus Fernost, sondern Unikate. Jede Fliege wird also fünfmal in unseren eigenen Händen umgedreht. Das dauert halt alles etwas länger, ist aber cooler und verspricht daher höchste Qualität.

Wo werden die Fliegen gefertigt?
Alle Arbeitsschritte – vom Schneiden der Stoffe, über das Nähen der Fliege bis hin zum Falten und Bestempeln unserer Verpackung und Hangtags – sind reine Handarbeit und finden ausschließlich in unserer Hamburger Manufaktur statt – 100% handmade an der Waterkant sozusagen.

Trägt der Mann von Heute wieder Fliege?
Wir haben in den letzten Monaten den Trend festgestellt, dass immer mehr Männer zur Fliege anstatt zur Krawatte greifen. Dieser Trend wird auch deutlich, wenn man die großen Mode-Magazine durchblättert.
Die Männer sind auf der Suche nach einem individuellen Erscheinungsbild und Outfit. Da ist die Fliege das beste Accessoire.

ADAM BOWS, wogeht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In den kommenden fünf Jahren wollen wir erstens unsere Produktpalette weiter ausbauen. Neben Fliegen sollen dann auch Einstecktücher, farbige Schnürsenkel etc. ins Sortiment kommen.
Und zweitens ist es natürlich ein Ziel, neben dem bisher existierenden Online-Shop zuerst in ausgesuchte Einzelhandelsgeschäfte und kleine Boutiquen zukommen und dann später einen eigenen Store zu eröffnen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Geduld: Es wird im Gründungsprozess immer wieder Sachen geben, die einen zurückwerfen oder wesentlich länger dauern, als man ursprünglich gedacht hat. Das sollte man von Anfang an in seinem Zeitplan berücksichtigen.
Reflektion: Die eigenen Ideen und/oder Produkte sollten immer wieder hinterfragt werden. Sind wir auf dem richtigen Weg? Können wir unser Produkt vielleicht noch ein bisschen besser machen? Wir haben viel Arbeit und Zeit in die Produktentwicklung gesteckt und erst nach etlichen Prototypen unsere jetzige Endform gefunden.
Abgrenzung: Wer ein Unternehmen gründet, sollte den Markt, in dem man sich später bewegt, genauestens analysieren. Was gibt es schon? Wie positionieren sich die anderen Anbieter? Man sollte eine noch nicht besetzte Lücke finden, die man dann besetzt.

Wir bedanken uns bei Julian Schramm und Tobias Adam für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Schreibe einen Kommentar

X