Gesetzesvorhaben systematisch auf ihr Innovationspotenzial zu prüfen ist eine gute Idee

abfalldoku: Onlineplattform, die auf der neuen Gewerbeabfallverordnung basiert

Stellen Sie sich und das Startup abfalldoku.de doch kurz unseren Lesern vor!
Abfalldoku.de ist eine Onlineplattform, die auf der neuen Gewerbeabfallverordnung basiert. Sie erfüllt drei zentrale Funktionen: Erstens können Unternehmen kostenlos überprüfen, inwieweit sie als Betrieb von dieser neuen Gewerbeabfallverordnung betroffen sind. Mit der neuen Verordnung soll das Recycling von gewerblich anfallenden Abfällen verbessert sowie die strikte Getrennterfassung von Abfällen sichergestellt werden. Das bedeutet für nahezu alle Betriebe: Sie müssen ihre Abfallentsorgung neu organisieren und erstmals auch dokumentieren. Sind sie zur Dokumentation verpflichtet, können sie zweitens auf der Plattform günstig und unkompliziert ihrer gesetzlichen Dokumentationspflicht nachkommen. Darüber hinaus bietet die Plattform drittens den Vorteil, dass die Unternehmen die Entsorgungsinformationen ihrer möglicherweise mehreren Entsorger konsolidieren können. So behalten sie stets den Überblick über die Entsorgungssituation und haben alles in einer professionellen Abfalldokumentation zusammengefasst.

Wie ist die Idee zu abfalldoku entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Meine kleine Tochter erzählt immer, dass ihr Vater Erfinder sei. Das ist auch nicht ganz falsch. Vor meiner Zeit als Unternehmer war ich Innovationsmanager, überwiegend in Konzernstrukturen. Einige meiner Innovationen begegnen Ihnen beim Einkauf: Vom Dosenpfand bis zum Mehrwegsystem für Obst- und Gemüsekisten beim Discounter. Der Schwerpunkt meiner Innovationsarbeit war meist Umwelt und Logistik. In den letzten Jahren zunehmend auch digital.

Mit meinem Innovationsbüro fünfzigfriesen berate ich zudem seit Jahren Entsorgungsunternehmen in Innovationsfragen. Als dann die neue Gewerbeabfall-verordnung Ende letzten Jahres beschlossen wurde, haben wir Dank unserer Branchenkenntnisse sofort einen Bedarf gesehen. Und haben uns innerhalb der Familie entschieden, abfalldoku.de selbst zu machen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größten Herausforderungen bestanden in der Konzeptionsphase und waren fachlicher Natur. Die Definition des Regelwerkes war sehr komplex und bedurfte die Zusammenarbeit mit Fachjuristen. Hier durften wir uns keine Fehler erlauben, da wir die Vorschriften einer bußgeldbewährten Verordnung umsetzen mussten. Fehler dürfen weder unseren Kunden noch uns auf die Füße fallen. Die Finanzierung haben wir innerhalb der Familie gestemmt und mussten keine externen Investoren in Anspruch nehmen.

Wer ist die Zielgruppe von abfalldoku?
Von der neuen Gewerbeabfallverordnung sind nahezu alle 3,6 Mio. Unternehmen in Deutschland betroffen. Und zwar alle diejenigen, die sogenannte Siedlungsabfälle produzieren. Das sind zum einen Abfälle, die aufgrund ihrer Beschaffenheit oder Zusammensetzung denen aus privaten Haushalten ähnlich sind. Zum anderen handelt es sich dabei um gewerbliche und industrielle Produktionsabfälle sowie Bau- und Abbruchabfälle wie etwa Glas, Kunststoff oder Beton. Das alles zusammengenommen ergibt also eine sehr breit gefächerte Zielgruppe.

Wie funktioniert abfalldoku?
Wir haben einen Einrichtungsassistenten entwickelt, der den Nutzer Schritt für Schritt und zügig durch das System führt. Wenn alle Dokumente und Informationen vorliegen, dauert es nicht länger als 20 bis 30 Minuten, eine komplexe Dokumentation zu erstellen. Einfache Dokumentationen dauern keine zehn Minuten.

Welche Vorteile bietet abfalldoku?
Im ersten Schritt kann man kostenlos überprüfen, ob man von der neuen Gewerbeabfallverordnung betroffen ist. Sollte dies der Fall sein, kann man die Abfalldokumentation zu einem sehr fairen Preis unkompliziert und schnell online erledigen. Und somit jederzeit auf Anfrage der Behörde diese Dokumentation vorlegen. Wenn man nicht von der Verordnung betroffen ist, hat man schnell ein ruhiges Gewissen.

abfalldoku, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Unsere technische Basis ist das CloverWebDesk, das wir noch um weitere Funktionen erweitern wollen – Es wird also nicht bei abfalldoku.de bleiben. Unser Ziel ist es, die führende digitale Plattform zur Umsetzung von umweltrechtlicher Bestimmungen zu werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ein gesetzlich basiertes Geschäftsmodell zu entwickeln erscheint vielleicht erstmal nicht sonderlich „fancy“. Der Vorteil einer solchen Investition liegt aber auf der Hand: Durch neue Gesetzgebungen entsteht ein Bedarf im Markt. Erster Tipp: Gesetzesvorhaben systematisch auf ihr Innovationspotenzial zu prüfen ist eine gute Idee. Brüssel und Berlin liefern regelmäßig Steilvorlagen für Gründer. Zweitens: Die Sorge davor, dass die eigene Idee von anderen umgesetzt wird, ist fast immer unbegründet. Als Ideengeber und engagierter Unternehmer sind Sie der Konkurrenz ohnehin immer einen Schritt voraus. Drittens: Suchen Sie sich einen prozessstarken und flexiblen Partner zur IT-Entwicklung. Denn durch die Terminierung der Gesetzgebung entstehen für Sie externe Termine, an denen Sie sich ausrichten müssen.

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Wir bedanken uns bei Stefan Munz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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