Dienstag, November 30, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Auf abenteuer-markt.de finden Eltern DIY- Beschäftigungsideen für Kinder

Stellen Sie abenteuer-markt.de und sich doch kurz unseren Lesern vor!

abenteuer-markt.de ist eine Marke der oestreicher GmbH. Die oestreicher GmbH möchte Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder zuhause entlasten. Wir wollen Eltern Zeit und Stress ersparen und Kindern die Chance auf aktives Tun, Lernen und Bildung geben. So bauten wir im ersten Lockdown 2020 abenteuer-markt.de auf. 

Wer sind wir: Dr. Christoph Oestreicher, ein KI-Spezialist mit langjähriger Trainings- und Lehrerfahrung und Dr. Elke Oestreicher, eine Expertin für Customer Development mit zwei pädagogischen Ausbildungen und Studium.

Auf abenteuer-markt.de finden Eltern bereits über 800 Do-It-Yourself- (DIY)- Beschäftigungsideen für Kinder bis zum Alter von ca. 10 Jahren. Alle Anleitungen zur Beschäftigung sind gleich strukturiert und Schritt für Schritt mit Bildern unterlegt. Sie sind nachhaltig und kommen häufig ohne viel Material aus.

Auf der Plattform kann jeder Nutzer Ideen für Kinder einstellen, wodurch es innerhalb nur eines Jahres gelang, eine umfassende Auswahl zu erzielen. Die Angebote kuratieren wir vor der Veröffentlichung nach pädagogischen Qualitätskriterien. Alle Beschäftigungsideen sind kostenfrei zugänglich und werden heute bereits von über 16.000 Eltern jeden Monat genutzt.

Heute sind wir mit abenteuer-markt.de die größte Plattform im deutschsprachigen Raum für DIY-Beschäftigungsideen für Kinder. Die Plattform abenteuer-markt.de war der Anfang. Sie bildete die Grundlage für unser heutiges Unternehmen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Bei der Entwicklung von abenteuer-markt.de lernten wir durch Kundenbefragungen und Nutzer-Tests: Es braucht mehr Formen früher Bildung. Die größte Herausforderung lag in der Betreuung von Kindern bis zum Alter von ca. 10 Jahren, da diese beschäftigt werden wollen und die Zeiten der Selbstbeschäftigung sehr gering sind. Quengelnde und drängelnde Kinder im Rücken sitzen zu haben, ist anstrengend, besonders wenn wichtige Aufgaben zu erledigen sind oder wenn Konzentration im Online-Meeting gefragt ist. Die Kinder vor den digitalen Endgeräten und dem Fernseher zu parken, schürt das schlechte Gewissen. Weitere zusätzliche Angebote zur Betreuung von Kindern, die über die institutionelle Betreuung hinausgehen und Eltern bei der Kinderbeschäftigung zuhause entlasten, werden dringend gebraucht. Diese Problematik bestand schon vor der Pandemie, spitzte sich aber währenddessen erheblich zu.

Dafür entwickelten wir eine Online-Kinderbetreuung auf abenteuer-markt.de, die wir in Zukunft mit einem digitalen Lern- und Spielbegleiter kombinieren wollen. Entstanden ist ein digitales, skalierbares Geschäftsmodell. 

Der Erfolg von abenteuer-markt.de und die Idee des digitalen Lern- und Spielbegleiters, gepaart mit der Online-Betreuung, fand viel Anerkennung. So wurden wir mit der Idee zuerst im PreLab im CyberForum Karlsruhe aufgenommen und sind anschließend in das CyberLab eingezogen – dem Hightech-IT-Startup Accelerator des Landes Baden-Württemberg. Mittlerweile haben wir vom Bundesministerium für Wirtschaft im Rahmen der kompetitiven IGP-Ausschreibung eine Förderung erhalten, bei der wir die technischen Details unseres digitalen Lern- und Spielbegleiters prüfen. Dabei wurde schnell klar, dass wir, um die Online-Kinderbetreuung zu starten, einen rechtlichen Rahmen benötigen. Entstanden ist die oestreicher GmbH.

Welche Vision steckt hinter abenteuer-markt.de und der oestreicher GmbH?

Unsere Vision ist, dass jedes Kind sein volles Potenzial entfalten kann. Wir wollen Kindern das Handwerkszeug und das Vertrauen geben, dass sie ihr Leben gestalten können und zugleich das Know-how besitzen, die Probleme unserer Zeit zu lösen. Zugleich wollen wir damit Familien bei der frühen Bildung zuhause entlasten und damit Vereinbarkeit von Familie und Beruf lebbar machen.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Durch den Lockdown im Frühjahr 2020 entfielen Aufträge aus unserer Selbstständigkeit, bei der wir  Unternehmen zur Kundenzentrierung und zur Anwendung von Künstlicher Intelligenz berieten. Wir saßen mit unseren Kindern zuhause und durch diese Zwangspause fokussierten wir uns darauf, was die Menschen jetzt brauchten. Uns fiel auf, dass vor allem Eltern die Situation sehr anstrengend erlebten. Eltern waren nicht darauf vorbereitet, ihre Kinder ganztags zu betreuen und die frühe Bildung sowie die Schulbildung zu übernehmen — geschweige denn, neben ihrer beruflichen Tätigkeit diese Themen zu stemmen. Wir suchten nach Lösungen.

Eins ist auf dem Weg klar geworden, Ideen gibt es viele. Es geht darum diese umzusetzen, auszuloten und stetig weiterzuentwickeln.

Unsere Vision und die Tatkraft halfen gemeinsam mit unserer pädagogischen Erfahrung und Expertise im Umgang mit Menschen, dass wir Menschen für unser Vorhaben gewinnen konnten – seien es Menschen, die Beschäftigungsangebote für Kinder einstellen oder seien es Kooperationspartner, wie z.B. das Haus der Familie, Mentoren oder Förderer, wie z.B. die Hanns-Voith-Stiftung (durch die wir unsere Plattform abenteuer-markt.de mit einem professionellen Design ausstatten konnten und nun klassische PR-Arbeit im professionellen Stil machen können). Zudem unterstützte uns das Feedback der Mentoren und Coaches im PreLab und im CyberLab. Finanziert haben wir uns mittels unserer Rücklagen und daraus, dass Christoph Trainings im Bereich Künstlicher Intelligenz gibt. 

Wir haben uns an ein hochsensibles Thema gewagt, dass wir hoch technologisiert angehen. Das wäre ohne unsere IT- und KI-Expertise nicht möglich. Die Innovationskraft liegt im Team und in der Fähigkeit die Kundenbedürfnisse miteinzubeziehen. Wir wissen darum, dass Geschäftsmodelle ohne den Einsatz von digitalen Technologien nicht skalierbar sind, und damit auch nur einen begrenzten Kundenkreis ansprechen können. Da wir alle Familien erreichen wollen, auch international, setzen wir auf die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen der KI-Technologie.

Wer ist die Zielgruppe?

Bei abenteuer-markt.de sind es Eltern und Kinder. Bei der Online Kinderbetreuung sind die Nutzer ebenfalls die Kinder. Neben den Kindern profitieren davon aber auch die Eltern – und damit auch Unternehmen.  

Selbstständige und Unternehmen können für sich und ihre Mitarbeiter unsere Online-Kinderbetreuung buchen – und zwar während der Homeoffice-Zeit und zur Unterstützung der Betreuung zuhause. Damit entlasten wir Eltern aus ihrer Doppelrolle und wir schaffen Freiräume sich auf die Arbeitsaufgaben zu konzentrieren. Zugleich erhalten die Kinder qualitativ gute Bildungsangebote, wodurch sie aktiv sind und in ihrer Entwicklung gefördert werden. So schließen wir Betreuungslücken (z.B. Ferienzeiten), schaffen Freiräume (z.B. bei einem höheren Arbeitsaufkommen in Unternehmen) oder bieten Entlastung (z.B. Entspannung für Eltern). 

Wie funktioniert der abenteuer-markt.de und die Online-Kinderbetreuung? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Uns unterscheidet, dass wir ein Educational-Technology-Startup sind.Denn, wir setzen erstens auf Bildung und zwar auf die frühe Bildung. Frühe Bildung wurde lange vernachlässigt und ist nicht umsonst ein großes politisches Thema. Deutlicher denn je wurden die Auswirkungen der Pandemie bei Kindern sichtbar (z.B. aktuelle Bertelsmann Studie 2021 oder Studie vom Deutschen Kinder- und Jugendinstitut 2021). Auf welche Fähigkeiten und Kenntnisse soll aufgebaut werden, wenn die Basis nicht (ausreichend) vorhanden ist?

Dafür zeigen wir (1) auf abenteuer-markt.de, dass wir mit vielen einfachen Materialien und Beschäftigungsideen bereits viele Grundlagen bei Kindern legen können.

Wir setzen (2) diese in der Online-Kinderbetreuung um und regen die Kinder dadurch an, immer wieder aktiv zu sein, Dinge auszuprobieren, sich neuen Themen zu öffnen und selbst Lösungen zu finden. Letzteres ist höchst relevant, denn online können wir auch gar nicht in das Tun der Kinder eingreifen. Das ist eine positive Lernerfahrung für Kinder. Denn durch diese Hilfe zur Selbsthilfe erwerben die Kinder wichtige Fertigkeiten für die Zukunft.

Und wir setzen zweitens auf die Integration modernster technologischer Lösungen. Bei der Online-Betreuung setzen wir KI-Lösungen ein, um einen maximalen Schutz für die Kinder, während der Betreuung, zu gewährleisten. Weitere KI-Lösungen sind geplant, um für die Kinder individuell passende Abenteuer auszuwählen, die den Entwicklungsstand des Kindes optimal fördern, und um das Matching zwischen Betreuern und Kindern zu optimieren.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Zum einen möchten wir abenteuer-markt.de deutlich ausbauen und mit einem unschätzbaren Fundus an angeleiteten Beschäftigungen ausstatten. Unser Ziel ist es, dass Eltern bei der Suche nach Beschäftigungsideen erst einmal auf abenteuer-markt.de gehen. 

Daneben ist es unser Ziel, dass sich die Online-Betreuung neben den institutionellen Betreuungsformen als eigenständige Ergänzung etabliert hat und von vielen Firmen und Eltern als zusätzliches Bildungsangebot in Anspruch genommen wird. Die Technologie, insbesondere die Künstliche Intelligenz, unterstützt uns dabei das Nutzererlebnis zu optimieren und das Angebot skalierbar zu machen. Zudem planen wir in fünf Jahren über den DACH-Raum hinaus zu expandieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Kundenzentrierung – stellt Eure potenziellen Kunden in den Mittelpunkt, hört ihnen zu, beobachtet sie, sammelt Daten, wertet diese aus, und modifiziert Euer Angebot so lange, bis es passt. Ihr braucht den Mut Euch einzugestehen, wenn etwas nicht funktioniert, und dann wieder aufzustehen, um Euch auf einen Weg zu begeben, der im ersten Moment schwer oder unbesiegbar scheint.

Umsetzen – wenn Ihr nichts umsetzt, passiert auch nichts. Denn Ideen gibt es viele. Und dazu gehört es auch, Dinge zu machen, die Euch nur wenig Spaß bereiten (z.B. Excel-Tabellen aufsetzen und pflegen),  und Dinge, die außerhalb Eurer Komfortzone liegen (z.B. wildfremde Leute anrufen).

Findet den Weg, der zu Euch passt – und geht die Schritte in dem Tempo, in dem Ihr sie gehen wollt und könnt. Dann, so unsere Erfahrung, könnt Ihr das Maximum lernen und werdet als Gründer:in nicht überrollt. 

Wir bedanken uns bei Christoph und Elke Oestreicher für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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