Der lange Weg zum Erfolg: 6 Management-Erkenntnisse für aufstrebende Startups

Sie haben eine geniale Verkaufsidee und wollen ein Startup gründen? Dann steht Ihnen ein langer und steiniger Weg bevor. Sie haben etliche Themenfelder – angefangen mit Ihrem Außenauftritt, Ihrem Businessplan, Ihrer Finanzierung über Ihre Kundenakquise, Ihre Rechtsform, Ihrer Standortfrage bis hin zu Ihren Versicherungen und Zulassungen – bereits geklärt? Dann sind Sie bereits einen großen Schritt vorangekommen. Sie besitzen einen „Unique Selling Point“, wissen aber noch nicht genau, wie Sie diesen umsetzen können?

Dann wird es Zeit, sich gründlicher mit Grundprinzipien des erfolgreichen Managements und der Verwaltung Ihres Startups auseinanderzusetzen. Sie können sich beispielsweise über Rechnungsprogramme und professionelle Software informieren, hier lassen sich von Anfang an Kosten einsparen, da diese für monatlich wenig Geld bereits erhältlich sind. Der „Matthäus-Effekt“ beweist: Nur wer erfolgreich auftritt, wird auch tatsächlich Erfolg ernten. Klar ist: „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“. Doch Sie brauchen einen Plan und die richtigen Weggefährten. Mit welchen Management-Tricks Sie Ihre Firma auf der Zielgeraden halten, erfahren Sie hier:

Erkenntnis Nr. 1: „Eine Lücke im Markt macht noch keinen Markt in der Lücke“

Die US-amerikanische Analysefirma „CB Insights“ hat über hundert Erfahrungsberichte gescheiterter Startups ausgewertet und herausgefunden, dass in 42 Prozent aller Fälle die Startup-Gründer feststellen mussten, dass der Markt für ihr jeweiliges Produkt schlichtweg fehlte. Eine profitable Marktnische zu finden, ist jedoch die absolute Grundvoraussetzung jedes unternehmerischen Erfolgs. Daher ist es für jedes Startup Pflicht, den favorisierten Markt so gut zu kennen, wie es nur geht.

Erkenntnis Nr. 2: „Erfolg hat, wer weiß, was kein Anderer weiß“

Als Startup müssen Sie sich von der Masse abheben. Dazu zählt auch, dass Sie dem Kunden stets zuhören und sich an seine Bedürfnisse anpassen. Laut „CB Insights“ scheitern 14 Prozent der Startups, weil sie diese Aufgabe vernachlässigt haben. Etwa 19 Prozent geben sogar an, dass sie schlichtweg von der Konkurrenz übertrumpft wurden. Um stets Ihren Vorsprung im Wettbewerb zu halten, sollten Sie daher nachfolgende Maxime beherzigen: „Seien Sie Erster oder besser“. Vergessen Sie dabei jedoch nicht den starken Einfluss Ihres unternehmerischen Umfelds. Ein wichtiger Indikator für Innovationen ist zum Beispiel die Nähe zu Forschungseinrichtungen. Auch kompetitive Nachbarn können den Wettbewerb positiv ankurbeln. Die Relevanz von Netzwerken hat ferner der US-Amerikaner Mark Granovetter in seinen Studien zum Silicon Valley hervorgehoben.

Erkenntnis Nr. 3: „Ohne Wachstum hat Erfolg keine Bedeutung“

Fakt ist: Wachstum ist für den Unternehmenserfolg unabdingbar. Doch jedes Startup muss im Laufe seiner Entwicklung die gleichen Phasen und Konflikte durchlaufen. So kommt es, dass neue Firmen an unterschiedlichen Punkten ihrer Entfaltung scheitern können. Der US-Amerikaner Larry Greiner hat hierzu ein Entwicklungsmodell des Wachstums von Startups aufgestellt. Auf welche Gefahren Sie beim Wachstum Ihres Startups achten müssen, erfahren Sie in diesem Video:

Erkenntnis Nr. 4: „Führung erlaubt guten Mitarbeitern, das zu tun, was sie am besten können“

Eine gute Führungskraft weiß, wie die Talente aller Mitarbeiter gewinnbringend einzusetzen sind. Doch nicht in allen Firmen ist dies der Fall. Etwa 23 Prozent der gescheiterten Startups geben dem fehlbesetzten Team die Schuld. Das heißt, es muss zum einen gründlich nach kompetenten Mitarbeitern gesucht und zum anderen diesen dann die Chance gegeben werden, ihren jeweiligen Bereich zu „ownen“. Dies setzt angemessene Erwartungshaltungen gegenüber den neuen Mitarbeitern sowie ein kontinuierliches Feedback voraus, da ansonsten langfristig mit Motivationserosionen zu rechnen ist.

Erkenntnis Nr. 5: „Kultur ist die Art, wie eine Gruppe Probleme löst“

Bei Startups, die nur nach Wachstum streben, bleibt oftmals die Unternehmenskultur auf der Strecke. Sie sollten nicht vergessen: Arbeitszeit ist stets auch Lebenszeit! Ist der Profit das einzige Kriterium, wonach Ihr Startup tatsächlich strebt, werden Sie keine förderliche Unternehmenskultur im Sinne aller Mitarbeiter schaffen können. Schließlich wird die Unternehmenskultur von allen Mitarbeitern bestimmt. Es hilft ungemein, wenn jeder Beschäftigte seine Firma als einen Ort sieht, an dem er sich persönlich weiterentwickeln kann. Die Unternehmenskultur sollte daher als ein Wettbewerbsvorteil gesehen werden, der ein gutes Startup von einem schlechten unterscheidet. Ansonsten sind die Folgen absehbar: Ihre besten Mitarbeiter werden bereits nach kurzer Zeit das Unternehmen verlassen. Dadurch erhöhen sich nicht nur Ihre Transaktionskosten qua Suche und Einarbeitung von neuem Personal, sondern Sie verlieren auch an Reputation.

Erkenntnis Nr. 6: „Ein Kamel ist ein vom Komitee geplantes Pferd“

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum Menschen in Grüppchen gerne einheitlich denken? Das liegt daran, dass Gruppendenken eine Art Stressabbau ist. Durch Selbstaufwertung, Uniformitätsdruck und Wegrationalisierung von Zweifeln versuchen Gruppen den hohen Druck wichtiger Entscheidungen zu verringern. Ein derartiges Harmoniestreben ist für alle Beteiligten zweifelsfrei angenehm, doch es führt zwangsläufig zu Fehlentscheidungen, da auf diese Weise eine realistische Beurteilung von Sachlagen unterbunden wird. Dies musste bereits der ehemalige US-Präsident John F. Kennedy durch die Fehlentscheidung zur Invasion Kubas im Jahre 1961 lernen. Eine einmütige Gruppe neigt dazu, sich selbst zu überschätzen und kritische Sachverhalte systematisch auszublenden bzw. abzuwerten. Nicht selten ist eine Abschottung nach außen, eine zu autoritäre Führung, ein zu homogener Hintergrund der Mitglieder oder das Fehlen standardisierter Prozeduren die Ursache eines solchen Verhaltens. Ebenso spielen hierbei ein zu hohes Stresslevel und ein geringer Selbstwert eine bedeutsame Rolle. Hüten Sie sich also vor bedingungslosen Ja-Sagern. Holen Sie sich lieber ab und zu die Meinung eines „Advocatus Diaboli“ ein. Schließlich ist Widerspruch das Salz in der Suppe eines jeden Unternehmens – sofern die Kritik sozialverträglich vorgetragen und nachhaltig überdacht wird.

Zuguterletzt sollten Sie sich merken, dass Scheitern stets zur Laufbahn jedes Startups dazugehört – sofern man daraus lernt. Etliche Gründer betonen ihre Fehlversuche sogar in ihrem Lebenslauf und zahlreiche Investoren behaupten, dass sie lieber in eine Firma investieren, die bereits mindestens einen Misserfolg vorzuweisen hat. Beherzigen Sie oben genannte Management-Erkenntnisse, so werden Sie einige Fettnäpfchen vermeiden können.

Bild: Der Weg zum Erfolg ist lang und beschwerlich. Ein tolles Management will daher gelernt sein. Quelle: unsplash.com © Andreas Klassen (CC0)

Autor Carsten Schmitt

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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