5 Tipps wie du mit deinem Start-up erfolgreich nach Südostasien expandierst

Südostasien wird mittlerweile ein immer attraktiveres Ziel für die Expansion deutscher Start-ups. Es ist die am schnellsten wachsende Internet Region der Welt und bietet großartige Wachstums-Möglichkeiten für Start-ups. Zudem beheimatet Südostasien viele tolle VCs und Investoren. Auch das Start-up Rytle hat die Expansion nach Südostasien bereits erfolgreich gemeistert. Gemeinsam mit Claus Karthe, CEO des German Accelerator Southeast Asia teilt Dr. Arne Kruse, der gemeinsam mit Ingo Lübs Geschäftsführer von Rytle ist, die 5 Top-Tipps, wie die erfolgreiche Expansion nach Südostasien gelingt. 

#1 Der Markt vor Ort ist anders, als der den du kennst 

Du hast es geschafft. Dein Produkt wurde erfolgreich am deutschen Markt etabliert. Jetzt möchtest du damit auch am asiatischen Markt erfolgreich sein. Während du auch in Deutschland genau analysiert hast, wer deine Zielgruppe ist, wie der Markt aufgebaut ist und dein Produkt dementsprechend entwickelt hast, gibt es neben diesen beiden Analysen gerade in Südostasien noch weitere Dinge zu beachten. Dort findest du nämlich kein einheitliches System, wie du es vielleicht in Deutschland vorgefunden hast. Hier sind viele Märkte von unterschiedlichen Faktoren wie beispielsweise Recht, Religion und sozialen Einflüssen geprägt. Informiere dich daher vorab über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen. Falls dir dafür die Zeit fehlt, hole dir Expertenwissen von erfahrenen Personen vor Ort und entwickle dann eine spezifische Länderstrategie, wie du mit deinem Produkt an den Markt herantreten willst. 

#2 Sei mit deinem Unternehmen präsent 

Während es in Deutschland nicht immer so wichtig ist, dass das Unternehmen auch wirklich einen Sitz im Inland hat, ist es in Südostasien definitiv ein Muss. Hier ist der lokale Bezug zu dem Unternehmen, dessen Produkte man kauft, sehr wichtig. Wenn du mit deinem Start-up nicht vor Ort sein kannst, ist es wichtig, dir einen guten und bekannten Vertriebsagenten zu suchen, der ein Verkaufssetup erschafft, dem die Kunden vor Ort vertrauen. 

#3 Echtes Interesse vs. Freundlichkeit  

Hier findet man wieder einen kulturellen Unterschied zu Deutschland, der jedoch leicht zum Missverständnis werden kann. In Südostasien kann es schnell passieren, dass du dich in einem Meeting wiederfindest, in dem du potentiellen Partnern deine Idee, dein Produkt, dein Start-up präsentierst. Während es den Anschein hat, als wären die Partner hellauf begeistert, ist es in Wahrheit manchmal nur die freundliche Business-Kultur, wenn ein Freund von ihnen die Meetings organisiert hat, die gerne mit echtem Interesse verwechselt wird. 

Viele Geschäftspartner möchten dich auch einfach einmal kennenlernen und sehen, ob du ein seriöser Geschäftspartner sein könntest. Du stellst dann also erstmal nur dich und dein Start-up vor und erst nach mehreren Meetings ist das Vertrauen so weit aufgebaut, dass sie auch dein Team näher kennenlernen wollen. 

#4 Lass dich sehen 

Vielleicht hast du dir ja bereits ein lokales Netzwerk aufgebaut. Falls nicht, wird es höchste Zeit zu networken. Vor Ort kannst du das zum Beispiel auch auf Tech-Events machen. Dort lernst du viele spannende Persönlichkeiten kennen, kannst dir einen Namen in der Szene machen und auch vieles lernen, das dir bei der Festigung im Ausland helfen wird. 

SGInnovate ist beispielsweise eine staatlich geleitete Plattform, die das lokale Ökosystem der Deep Tech Start-ups mit Investitionen in Humanressourcen und Kapitalanlagen unterstützt. SGInnovate veranstaltet und mitveranstaltet viele spannende Events für eine Vielzahl an verschiedenen Deep Tech Themen wie AI, Blockchain, MedTech, CleanTech und vieles mehr. https://www.sginnovate.com/events 

Weitere spannende Tech Events findest du hier: 

https://www.collision8.com/events/ 

https://l3.work/events

http://www.blk71.com/events 

http://www.thelist.asia 

#5 Um Unterstützung zu bitten ist kein Zeichen von Schwäche 

Nicht nur Netzwerken, sondern auch ein verlässlicher Support ist manchmal durchaus notwendig, wenn man sich mit den vielen Fragezeichen vor und während der Expansion überfordert fühlt. Es ist also kein Zeichen von Schwäche, sich Mentoren zu suchen, die einen auf dem Weg ins Ausland und auch im Ausland begleiten. Eher ist es ein Zeichen dafür, dass man wohl überlegt die nächsten Schritte wählen möchte und sich dazu Unterstützung von denen holt, die den größten Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen haben. 

Über die Autoren: 

Claus Karthe ist CEO des German Accelerator Southeast Asia. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Programm unterstützt junge deutsche Start-ups bei der Etablierung auf den schnell wachsenden Märkten in Südostasien und ist für die teilnehmenden Firmen kostenlos. Karthe selbst blickt auf einen Erfahrungsschatz von über 25 Jahren u.a. in großen internationalen Konzernen sowie auch im Start-up Umfeld zurück.

Dr. Arne Kruse ist gemeinsam mit Ingo Lübs Geschäftsführer des Start-ups Rytle, welches erst im Sommer 2017 mit dem Ziel gegründet wurde, die City-Logistik zu revolutionieren. Das von Experten kreierte Logistikkonzept, bestehend aus autarken mobilen HUBs, elektrisch betriebenen Cargobikes mit Wechselfunktion für standardisierte Transportboxen und der passenden Software-Plattform ist bereits nach einem Jahr weltweit im Einsatz.

Titelbild: Ingo Luebs und Dr Arne Kruse

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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