5 Dinge, über die sich Startups keine Gedanken machen sollten

Ein eigenes Unternehmen gründen und führen ist ein aufregendes Abenteuer mit Hoch- und Tiefphasen. Paul Jozefak, Gründer und CEO von Liquid Labs erklärt, worüber man sich dabei jedoch lieber keine Gedanken machen sollte.

Gründen, ein eigenes Unternehmen führen und im besten Fall sich selbst verwirklichen: Das ist die Traumvorstellung eines Großteils der jetzigen Generation. Welche Kraft und Zeit das allerdings kostet, wissen die Wenigsten.

Viele Gründer verlieren sich in Sorgen und machen sich Gedanken um Dinge, welche die Zeit und das Geld nicht wert sind.

1. Multitasking
Gute Arbeit bedeutet, dass man eines nach dem anderen erledigt – Multitasking ist schon lange tot. Alles sofort erledigen zu wollen kann nicht gut gehen, zumal man ein fähiges Team braucht, auf dessen Kompetenzen man sich verlassen können muss. Gründer sollten sich auf das fokussieren, was wichtig ist: Das Produkt perfektionieren, richtig kommunizieren, Infrastruktur am Laufen halten, Liquidität sichern und vor allem Geld verdienen.

2. Ein schickes Büro
Oft kann man beobachten, dass Gründer vollkommen abheben, wenn sie ein bisschen mediale Aufmerksamkeit bekommen, Investoren treffen oder in sonstiger Art und Weise im Rampenlicht stehen. Sofort muss das Loft-Büro gemietet werden, um neben die Tischtennisplatte auch noch die schicke Kaffeemaschine stellen zu können. Dann ist es Zeit sich auf seine Wurzeln zu besinnen und festzustellen:Man ist ein technisches Unternehmen und keine Fabrik. Die beste Ausstattung ist nicht unbedingt Garant für die besten Produkte. Als Tech-Gründer sollte man die wichtigsten Dinge nach bestem Wissen und Gewissen erledigen, den Plan im Auge behalten und vor allem das tun, was man liebt. Zu viele Unternehmensgründer neigen dazu mit Geld um sich zu werfen, nur damit sie so aussehen oder sich so fühlen können als seien sie schwer im Geschäft.

3. Events und Konferenzen
Ein weiterer Punkt: die Teilnahme an Events und Konferenzen. In der Tech-Szene kann man eine Menge seiner Zeit auf irgendwelchen Events und außer Haus verbringen kann, anstatt zu arbeiten.Dies sollte man tunlichst vermeiden. Anstatt ein Dauergast auf Konferenzen zu sein, sollte man nur dort hingehen, wo es sich auch lohnt: Zu Kunden oder auf Konferenzen, auf denen sie anzutreffen sind. Denn sie sind letztendlich diejenigen, die das Produkt kaufen.

4. VCs und Investoren
Dasselbe gilt für das Umwerben von VC’s und Investoren: Sobald man Investoren schöne Augen macht, konzentriert man sich weniger auf sein Team und das Geschäft. Die Realität ist aber folgende: Wenn man ein großartiges Team hat und das Business boomt wird man irgendwann den Luxus haben sich auszusuchen, welchen Investor man mit ins Boot holt. Wann das geschieht? Wenn die richtige Zeit gekommen ist und bis man dort ist, heißt es: Fleißig sein und an seinem Produkt arbeiten.

5. Das Grundrauschen
Zu den Fallstricken zähltv or allem auch das Grundrauschen um einen herum, in dem viele Gründer sich zunehmend verlieren. Sie sehen, dass Medien sich mit ihren Konkurrenten befassen und fühlen sich gezwungen, sich ebenfalls auf Bühnen begeben zu müssen. Man sollte sich stattdessen jedoch lieber nur darum kümmern, was wirklich wichtig ist – nämlich um das Unternehmen selbst und die Verbesserung des eigenen Produkts.Gründer sollten sich keine Gedanken darüber machen, was außerhalb der Firma passiert.Denn sobald man sich wirklich um das eigene Unternehmen, das eigene Produkt und die eigenen Kunden kümmert – und auch exakt in dieser Reihenfolge –wird man schnell feststellen, dass man sich überhaupt nicht um das Bürodesign oder Networking-Events sowie VC’s kümmern kann. Das Grundrauschen auf stumm stellen ist daher der beste Weg. So kommt man gar nicht erst in Versuchung sich ablenken zu lassen.

Der Autor
Paul Jozefak ist Managing Director der Liquid Labs GmbH, einem Innovationslabor für neue Unternehmen und Produkte aus dem Bereich Finanztechnologie. Er blickt auf mehr als 15 Jahre Berufserfahrung zurück. Vor seiner Zeit bei Liquid Labs zeichnete er sich bis 2012 als Managing Partner bei Neuhaus Partners verantwortlich. Zuvor war er seit 2001 Head of SAP Ventures Europe. Zudem war er bei Davis Polk & Wardwell, einer der führenden internationalen Großkanzleien und Andersen Consulting in den Bereichen Software, Telekommunikation und Versorgungswirtschaft tätig.
Webseite: http://www.liquidlabs.de/
LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/pauljozefak/de

redaktion

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