3 Tipps, damit aus einem Startup ein Unternehmen wird

3 Tipps für den langen Atem nach einer Gründung

Auf jedes erfolgreiche Startup kommt eine wesentlich höhere Zahl an Projekten, die wieder in der Versenkung verschwinden. Seit einigen Jahren tragen die Analysten der Datenbank CB Insights die Erfahrungen von gescheiterten Startups zusammen. Durchschnittlich war 20 Monate nach der letzten Finanzierungsrunde Schluss. Dafür gibt es viele Gründe, wie fehlende Nachfrage, mangelnde Qualifikation oder schlichtweg fehlendes Geld. Es gibt tolle App-Ideen, für deren Unterhaltung und Weiterentwicklung die Ressourcen nicht ausreichen, selbst wenn alle User für die App bezahlen würden. Es gibt aber auch Gründe, gegen die man aus eigener Stärke angehen kann, wie z. B. familiäre Unstimmigkeiten (es sollte allen klar sein, dass selbstständig die Worte „selbst“ und „ständig“ beinhaltet) oder Probleme im Team.

Wie kann man den Weg ebnen, ein erfolgreiches Unternehmen zu werden? Die drei folgenden Tipps sollen helfen, damit einem nach der Gründung nicht die Puste ausgeht.

Dosiertes Wachstum mit dem richtigen Team

Läuft es gut bei einem Startup, fließen Investorengelder. Hastig werden neue Mitarbeiter eingestellt, nicht immer mit Bedacht. Aber gerade das stellt sich immer als großer Fehler raus, für den man teuer bezahlt. Als Readly starkes Wachstum verzeichnete und den Standort Berlin ausbauen wollte, gab es Druck von allen Seiten nach schnellen Neueinstellungen. Wir beauftragten einen Headhunter. Aber das hat überhaupt nicht geklappt. Insofern ganz klar der Rat: Auch wenn man eine Stelle noch so dringend besetzen möchte, sollte man niemals Abstriche machen, weder bei der Erfahrung noch beim Culture-Fit. Gerade bei den ersten 10 bis 20 Mitarbeitern ist das extrem wichtig. Wachstum bedeutet Veränderung, jeden Tag. Der Wohlfühlfaktor darf nicht verloren gehen. Am Anfang, wo jeder auf gegenseitige Hilfe angewiesen ist, hängt der Erfolg stark am vorhandenen Teamspirit. Das ist nicht immer einfach, insbesondere, wenn verschiedene Kulturen und Nationen aufeinandertreffen.

Gute Tools

Gerade als Startup sind die Ressourcen in allen Bereichen oft knapp. Umso wichtiger sind gute Tools, die die Effizienz der einzelnen Mitarbeiter und Teams steigern. Uns hat z. B. Slack zur Unterstützung der internen Kommunikation sehr geholfen. Das Tool ersetzt keine Kommunikation, aber es erleichtert die täglichen Absprachen und Anfragen enorm. Bei der Verlagsakquise haben wir von Beginn an auf Pipedrive als Verkaufsmanagement-Tool gesetzt. So sind alle Vorgänge mit hunderten Verlagen weltweit nachvollziehbar. Das hilft uns, den Überblick zu bewahren und jederzeit professionell auf Verlagsanfragen reagieren zu können.

Ein großer Name

Eine wichtige Partnerschaft gleich zu Beginn erleichtert den Start enorm. Man sieht das immer wieder bei Unternehmen. Bei Smartfrog war es der Partner Otto, bei Readly die Verlagspartnerschaften mit Funke, Bauer und Axel Springer oder die Vermarktungspartnerschaft mit der Deutschen Telekom, bei LEMONCAT die Investitionsbeteiligung von Rocket. Ein großer Name hilft jedem kleinen Startup beim Aufbau des Netzwerks, beim Vertrieb oder als wichtige Marke im eigenen Angebot. Außerdem werden große Namen eher in den Medien genannt. Das hilft dem Startup in der Kommunikation und Pressearbeit.

Autor: Philipp Graf Montgelas

Philipp Graf Montgelas – CMO Readly
Seit 2015 ist Philipp Graf Montgelas bei Readly dabei – zuerst als Managing Director in Deutschland, seit 2017 als global verantwortlicher CMO. Montgelas möchte Readly zur führenden Plattform für digitales Lesen von Zeitschriften und Magazinen machen in Europa machen.
In der Startup-Welt ist Montgelas seit langem zuhause: 1999 gründete er die deutsche Tochter des englischen Reiseanbieters lastminute.com. Später war der geborene Münchner u. a. Geschäftsführender Gesellschafter bei NetDoktor.de, dem Gesundheitsportal der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

 

redaktion

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